Das Studium der Materia Medica ist eine Kunst. Es gibt sehr viele Bücher darüber. Dr. Kents Vorträge über die Materia Medica sind jedoch einfach zu verstehen, und geben die Möglichkeit, ein passendes Mittel für jede Konstitution zu finden. Dr. Kent hat die Materia Medica in einer personifizierten Art erklärt, so dass jedes Mittel als eine Person gesehen werden kann. Die Symptome des Mittels können dann optimal mit der Person in Übereinstimmung gebracht werden. Das heißt, wenn jemand irgendein Mittel in seiner Materia Medica nachliest, fühlt es sich für den Lesenden an, als würde er mit einer Person sprechen. Wenn man das Mittel wie eine Person wahrnimmt, kann man leicht die Ähnlichkeit mit der natürlichen Krankheit erkennen. Das ist wie eine Bußübung. Wie viele Male wir die Materia Medica lesen, so viele neue Dimensionen des Mittels offenbaren sich uns. Es gibt eine Kraft, die wie ein Strom durch die Zeilen seiner Materia Medica fließt. Sie sollte so studiert werden wie die Bhagavad Gita von den Hindus oder der Koran von den Moslems, usw. Nur dann ist eine umfangreiche Betrachtungsweise des jeweiligen Mittels möglich; wir nennen das auch Mittelbild.

Alle wichtigen und für den Patienten relevanten Zeilen sollten rot unterstrichen werden, so dass sie bei Bedarf nicht übersehen werden.

  1. Sepia: männlich ausgebildete Eigenarten. Das heißt, es gibt männliche Symptome in Frauen. Ebenso gibt es in demselben Mittelbild „schlechte Auswirkungen durch eine übermäßige Kraft des Ehemannes“, „die Zuneigung ist erloschen“ und so weiter.
  2. Kalium Carbonicum: „kämpft mit dem Brotgeber“. Man kämpft mit demjenigen, von dem man abhängig ist.
  3. Pulsatilla: „Man weint, während man erzählt.“ Man hat das Gefühl, dass Sex eine Sünde ist.

Wenn der Arzt die Symptome des Lebensstils mit denen der Materia Medica abstimmen kann, hat er zu 100% Erfolg. Es ist jedoch schwierig, die Sprache des Patienten in die Ausdrucksweise der Materia Medica zu übersetzen, was sehr wichtig ist. Das ist von Ort zu Ort verschieden. (In Indien gibt es viele verschiedene Sprachen.)

Alle Symptome einer Person, die an einer natürlichen Krankheit leidet, welche der Gesamtheit der Symptome entsprechen, stehen alle in der Materia Medica zur Verfügung.

  1. Unechte Symptome (Krankheiten, die voraussichtlich von dem Mittel geheilt werden)
  2. Konstitutionsbedingte Symptome
  3. Generelle Symptome
  4. Mentale Symptome
  5. Modalitäten
  6. Besonderheiten
  7. Ursachen
  8. Mittelgruppen

Das Studium einiger Mittel, die unter die oben genannten Punkte fallen, werden in dieser Broschüre als Beispiel gegeben.

Um ein geeignetes Mittel auszuwählen, muss die Totalität der Symptome einer Person mit denen, die in der Materia Medica zur Verfügung stehen, übereinstimmen. Wenn sie Punkt für Punkt passen, ist eine dauerhafte Heilung sicher. Der Arzt muss sorgfältig die Natur des Menschen und das Mittelbild in der Materia Medica erkennen. Wenn er ein Mittel nur aufgrund ein oder zwei äußerer Symptome verschreibt, gibt es ein Debakel. Nur ein paar Symptome sehen und danach das Mittel verschreiben, reicht nicht aus.

Daher kann ein Studium der Materia Medica nicht nur wortgetreu sein. Seit Kents Materia Medica in einer personifizierten Weise aufbereitet ist, sollte das gewählte Mittel sehr genau mit dem Mittelbild der Materia Medica übereinstimmen. Auf diese Weise zu studieren beweist eine ganzheitliche Sicht und wird zu dauerhafter Gesundheit führen.

… wird fortgesetzt