Die Behandlung von Organfunktionsstörungen mit monochromatischem Licht an spezifischen Arealen im Gesicht

Die Gesichtsdiagnose, eine Methode, spezifische Krankheitszeichen aus der Gesichtshaut abzuleiten, entspricht der Pathophysiognomik von Natale Ferronato. Die Monolux Therapie entstand zusammen mit der NPSO (Neue Punktuelle Schmerz und Organtherapie) nach Rudolf Siener. Als langjähriger Kenner beider Systeme hat der Autor die Überlegung angestellt, dass die spezifischen Bereiche der Gesichtsdiagnose einer Therapie mit monochromatischem Licht zugänglich sein müssten.

 

Die NPSO oder Siener-Therapie ist ein eigenständiges Therapiesystem und versteht sich als energetische Reflextherapie. Der 1993 verstorbene Heilpraktiker Rudolf Siener hinterließ diese sehr effektive Methode, Schmerzen und andere Beschwerden schnell und erfolgreich zu behandeln. Das zur Behandlung verwendete Somatotop findet sich am Unterschenkel, der den ganzen Körper repräsentiert. Dr. Jochen Gleditsch weist darauf in seinem Buch „MAPS – Mikro-Aku-Punkt-Systeme“ hin.

Prof. Ernst Schaack hat seit über 20 Jahren nahezu alle Anliegen und Wünsche der Siener-Therapeuten für die Entwicklung eines erweiterten Therapiesystems berücksichtigt und daraus eine fotobiologische Therapie mit monochromatischem Lumineszenzlicht (Monolux) entwickelt. Schaacks Ansatz unterscheidet sich dabei wesentlich von anderen Lichttherapiesystemen durch die Kombination der Wirkfaktoren Licht, Farbe, Magnetfeld und Frequenzen. Als Vergleich könnte man sich die Komplexhomöopathie denken.

Wo ehemals Schmerzen mit Procain-Injektionen oder Akupunkturnadeln behandelt wurden, kann heute mit Licht sanfter und effektiver therapiert werden.

Die Erfahrungen einer 20-jährigen Praxis des Autors mit der NPSO und enorm hohen Prozentsätzen von sofortigen Behandlungserfolgen, die jederzeit öffentlich demonstriert und damit unter Beweis gestellt werden können, haben den Autor veranlasst, diese Therapie auf die aus der Pathophysiognomik bekannten Gesichtsareale im Sinne eines neuen Somatotops zu übertragen.

Der Autor begann seine Studien mit den Ausdrucksarealen für Magen, Duodenum, Gallenblase, Gallenwege, Vegetatives Nervensystem, Harnwege, Genitalorgane und Herz. Diese wurden jeweils mit dem Monolux-Pen (fw = Farbwechsler) ca. 20 bis 60 Sekunden behandelt. Die bisherigen Ergebnisse ermutigten den Autor, auf Fachveranstaltungen darüber zu berichten und inspirierten sogar zu einem Buchprojekt.

Es hat sich gezeigt, dass monochromatisches Licht einen sehr schnellen therapeutischen Effekt auf jene Organe entfalten kann, welche in den entsprechenden Gesichtsarealen Veränderungen aufweisen. Der therapeutisch wirksame Impuls erreicht das Erfolgsorgan vermutlich auf umgekehrtem Wege über den Nervus trigeminus (V, fünfter Hirnnerv) mit Lichtgeschwindigkeit, eventuell ähnlich dem aus der Neuraltherapie bekannten Sekundenphänomen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto 1: Verdauungssystem (aus: Atlas der Pathophysiognomik, Kürbis Verlag)Pathophysiognomics, Kürbis Publishing)

1) Magen;
a) Kleine Krümmung des Magens;
b) Große Krümmung des Magens;
c) Vorraum des Magenpförtners;
2) Pförtner;
3) Zwölffingerdarm;
4) Dünndarm, Leerdarm;
5) Dünndarm, Krummdarm;
6) Ileozökalklappe;
7) Aufsteigender Dickdarm;
a) Rechte Dickdarmkrümmung;
b) Dickdarm Querteil;
c) Linke Dickdarmkrümmung;
d) Absteigender Dickdarm;
e) Sigmaschleife;
f) Ampulle des Enddarms;
8) Leber;
9) Gallenblasengang;
10) Galle ableitender Kanal;
11) Gallenblase;
12) Bauspeicheldrüse, Kopf;
13) Bauchspeicheldrüse, Körper;
14)  Bauchspeicheldrüse, Schwanz;
15) Milz

Beispielsweise kann durch Bestrahlung der Naso Labialfalte die Herzfunktion unterstützt werden oder durch Bestrahlung des mittleren Bereiches unter der Unterlippe die exocrine Bauchspeicheldrüsenfunktion angeregt werden. Wer einmal akute Bauchbeschwerden wie Krämpfe oder Stauungsschmerzen in Minuten nur durch eine Bestrahlung der Lippenregion und der Nasenspitze lindern konnte, zweifelt nicht lange an der Methode.

Wegen der schmerzlosen, angenehmen Durchführung ist sie auch bei Kindern sehr beliebt.

Voraussetzung für die Behandlung der Gesichtsareale ist natürlich die differenzierte Kenntnis der Pathophysiognomik, die Lehre der organ- und funktionsspezifischen Krankheitszeichen im Gesicht. Hiernach weisen Änderungen der Gesichtshaut auf Veränderungen der Organe hin, wobei jedes Organ eine exakte Ausdruckszone im Gesicht hat, die Natale Ferronato in 60-jähriger Forschungsarbeit herausgefunden hat. Diese Schwächezeichen bestehen lange bevor sich ein Symptom meldet und ändern sich mit der Verfassung des entsprechenden Organs. Dies macht für den geübten Beobachter eine Verlaufskontrolle seiner Therapie möglich.

Abb.2: Gesichtsareal Verdauungssystem (Schwellungen rechts und links unter der Unterlippe = Gallenwege)

 

Abb.3: Behandlung der Gallenwege

 

Entsprechend der wertvollen Hinweise aus der Gesichtsdiagnose kann der Behandler in den Ausdrucksarealen im Gesicht dann mit Licht therapeutische Reize setzen.

Vor allen Dingen seit man weiß, dass Organe und Zellen verschieden auf Farben reagieren und der Körper die Frequenzen individuell unterschiedlich aufnehmen und verarbeiten kann, kann die kreative Farbwechsel-Anwendung viele neue Behandlungskonzepte hervorbringen.

Die Therapie akuter Beschwerden mit dieser Methodenkombination ist denkbar einfach.

Bei eindeutig erkennbaren Zeichen in der Gesichtsdiagnose werden die betroffenen Gesichtsareale direkt behandelt. Diese Vorgehensweise kann im Übrigen auch bei anderen Somatotopen und entsprechenden Anzeichen für pathologische Veränderungen (z. B. am Fuß) gelten. Bei Symptomen ohne solche Zeichen kann man einfach mit dem NPSO Somatotop am Unterschenkel arbeiten. Nachfolgend zwei Beispiele aus der Praxis, die das illustrieren sollen:

 

Fall 1

Symptome

Es treten bei einer Patientin mittleren Alters und sonst gutem Gesundheitszustand plötzliche Bauchkrämpfe zunächst im Oberbauch dann in der Nabelgegend auf, die nach genauerer Befragung nur sehr selten, ca. zweimal pro Jahr, meist nach Ernährungsfehlern auftreten.

 

Gesichtsdiagnose

Wir beobachten am Lippenrand oben und /oder unten einen blassen oder geröteten Saum und eine Schwellung unter der Unterlippe rechts und / oder links. Die Lippenoberflächen sind unregelmäßig rot.

 

Verdachtsdiagnose

Störung der Darm-Durchblutung bei Schleimhautreizung und Gallenwegsbeteiligung im Sinne einer Enteritis und Gallenwegsdyskinesie.

 

Therapie

Es werden die auffälligen Gesichtsareale nacheinander mit dem Monolux Pen (fw =Farbwechsler) jeweils mit einem Farbwechseldurchlauf bestrahlt, was ca. 60 Sekunden pro Punkt oder kleinem Areal in Anspruch nimmt. Dies kann mehrere Male hintereinander durchgeführt werden, bis eine Reaktion des Patienten erfolgt oder man eine Veränderung der Gesichtsareale erkennen kann.

 

Fall 2

Symptome

Ein Kind reagiert während eines Urlaubsfluges mit unerträglichen Ohrenschmerzen, die sich durch Schluckbewegungen und Druckausgleich nicht beseitigen lassen.

 

Gesichtsdiagnose

Keine erkennbaren Zeichen, die im Zusammenhang mit den akuten Symptomen stehen.

 

Verdachtsdiagnose

Der Verdacht einer zugluftbedingten Otitis liegt nahe.

 

Therapie

Monolux Therapie nach den Regeln der NPSO in den Therapiearealen HNO (Tuba eustachii, Kopflymphe, NNH) und der oberen HWS.

Beide Praxisfälle konnten schnell und erfolgreich behandelt werden. Daraus folgt: Die Lichttherapie kann auch dann effektiv angewendet werden, wenn keine spezifischen Hinweise auf eine pathologische Veränderung im Gesichtsareal (oder einem anderen Somatotop) vorliegen.

Das NPSO-Somatotop am Unterschenkel und alle anderen bekannten Somatotope (z. B. die der Fußreflexzonentherapie oder Ohrakupunktur) sind mit dieser Methode zu behandeln.

Neu ist, dass man sofort und ohne Umwege von der Gesichtsdiagnose zur Lichttherapie mit Monolux gelangt und die auffälligen Zonen in diesem Somatotop behandeln kann.

 

Fazit

Diese erst am Beginn ihrer Entwicklung stehende äußerst sanfte, nebenwirkungsarme und kostengünstige Therapie mit Licht hat nach Einschätzung des Autors gute Aussichten, das Spektrum der Regulationstherapie hervorragend zu erweitern. Es handelt sich bei dieser Methode um Erfahrungsheilkunde im ursprünglichen Sinne.

 


Abb. 4: Grafik NPSO Kopf und Atemwege

 

Sicher werden weitere Untersuchungen, Praxisstudien und Langzeitbeobachtungen neue Erkenntnisse bringen. Ähnlich der NPSO wird diese Methode meiner Einschätzung nach an sich und ihren Anwendern wachsen. Sie wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Zeit in der Praxis durchsetzen, sowohl bei Therapeuten als auch bei Patienten, die diese Methode ebenfalls erlernen und anwenden können.

Literaturhinweise

  1. Natale Ferronato: Pathophysiognomik; Kürbis Verlag, Uitikon Waldegg
  2. Christian Schütte et al.: NPSO – Neue Punktuelle Schmerz- und Organtherapie; Foitzick Verlag, Augsburg, 2. Auflage 2009
  3. Michael Münch und Wilfried Kaufmann: Die Neue Punktuelle Schmerz- und Organtherapie (NPSO) nach Rudolf Siener, Osteopathische Medizin, Elsevier Urban &Fischer 1/2006
  4. Christian Schütte: Wie im Großen – so im Kleinen – Das Besondere am Siener’schen Somatotop der NPSO; Naturheilpraxis 08/2010
  5. Michael Münch: Pathophysiognomik – was ist das?; Naturheilpraxis 1/2005
  6. Fritz Albert Popp: Biophotonen – Neue Horizont in der Medizin; Von den Grundlagen zur Biophotonik; Haug Verlag, 3. Auflage 2006
  7. Prof. Ernst Schaack: Licht und Farbe, Felder und Frequenzen; Fotobiologische Therapie mit monochromatischem Lumineszenzlicht; CO’MED Fachmagazin (2003) 12: 30-34
  8. Prof. Ernst Schaack: Erste Erfahrungen mit der Wärmebildkamera im Rahmen der NPSO; NPSO Nachrichten 4/2011
  9. Ferdinand Huneke: Das Sekundenphänomen, Krankheit und Heilung anders gesehen; Haug Verlag, 1983, 5. (verbesserte) Aufl.
  10. Christian Schütte: Gewusst wo! Über den reflextherapeutischen Einsatz von Licht in der Therapie nach Rudolf Siener; CO‘MED Fachmagazin (2010) 5: 14-17
  11. Manfred Müller: Visuelle Diagnostik; CO’MED Fachmagazin (1998) 1: 38-41
  12. Christian Schütte: Die neue punktuelle Schmerz- und Organtherapie (NPSO) – Ihr Einsatz im HNO und Kopfbereich; CO’MED Fachmagazin (2001) 8: 98-99
  13. Jochen M. Gleditsch: MAPS – Mikro Akupunkt Systeme; Hippokrates, 2002

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