Einführung

Grüße und gute Wünsche an die Brüder und Schwestern, die anlässlich des ‚Master Decem­ber Calls‘ hier versammelt sind. Meister CVV führte jedes Jahr einen ‚Call‘ durch, damit Der Meister alle Jünger rufen möge, die dem Weg des Briktha Rahita Târaka Râja Yoga folgen. Der Meister, von dem er spricht, ist Der Meister des Universums. Der Ruf des Meisters (Master Call) soll uns helfen, den Ruf Des Meisters aus dem Inneren zu empfangen.

 

Der Meister – das Sein

Stets ruft uns Der Meister aus dem Inneren unseres Seins, weil Er das Sein unseres Daseins ist. Er ist das eigentliche Sein und Wesen unseres Daseins, und deshalb müssen wir, die Wesen, uns jeden Tag mit dem Sein in uns verbinden. Durch Kontemplation, Meditation, Erinnerung – wie immer wir dies auch nennen mögen – können wir diese Verbindung spüren. Fortwährend sollten wir uns daran erinnern: „Wir, die Wesen, gehören zum Sein.“ Dieses Sein des Universums ist Der Meister, und dieser Meister hat keinen Namen, keine Form. Er ist allgegenwärtig, allmächtig und ewig. Im Wassermann-Zeitalter besucht Er uns durch den Klang-Schlüssel CVV. Der Schlüssel ist im Äther von dem großen Meis­ter Jupiter eingerichtet, der in diesem Zeitzyklus als Meister CVV zu uns kam. In den Schriften des Ostens erscheint Meister Jupiter als der Weise Âgastya. 

 

Ruft den Meister an und empfangt ihn

Um den Einen Meister des Universums zu emp­fangen, müssen wir aufnahmebereit sein. Wenn wir den Meister nicht sehen, während Er anwesend ist, dann verpassen wir Ihn. Jeden Tag besucht Er uns, sobald wir Ihn anrufen. Er besucht uns durch unser Sahasrâra, kommt bis zu unserem Âjnâ, und dann ist es unsere Aufgabe, uns bis zum Brauen-Zentrum zu erheben, um Ihn zu empfangen, Ihn zu erleben und eine Brücke zwischen uns und Ihm zu erbauen, das heißt, zwischen dem Âjnâ und dem Brauen-Zentrum. 

Jedes Mal, wenn wir Ihn anrufen, kommt Er von der kosmischen Ebene in uns, die vom Sa­has­râra dargestellt wird, herab. Dann steigt Er in die solare Ebene, die unserem Âjnâ entspricht, herab. Vom Brauen-Zentrum sollten wir eine Verbindung zu Ihm herstellen können und dadurch die Gegenwart Des Meisters wahr­nehmen. Jedes Mal, wenn wir Den Meister anrufen, kommt Er herab. In den vedischen Schriften wird das Herabkommen Des Meisters Hari genannt. Hari bedeutet ‚der Eine, der herabkommt‘. Er ist der Herr, der das Universum durchdringt und erfüllt. Aus diesem Grund wird Er Vishnu genannt. Er ist bereit, in jene herabzusteigen, die Ihn empfangen wollen. Als ‚dies alles‘ ist Er herabgekommen. Er wohnt in uns allen, und allein durch Erinnerung an Ihn können wir eine Verbindung zu Ihm herstellen. Da Er in uns allen wohnt, nennt man Ihn Vâsudeva. Der alles durchdringende Lord Vishnu kommt als Hari herab und wohnt in uns als Vâsudeva. Wenn wir Ihn anrufen, schenkt Er seine Gegenwart. Dies ist die uralte Methode, die uralte Weisheit. Er ist Der Meister. Er besucht uns, wenn wir Ihn mit Liebe, Hingabe und Weihe rufen. So wirkt der Ruf Des Meisters, der ‚Master Call‘. Für uns wird dieser Ruf Wirklichkeit, sofern wir ausgerichtet sind. Sind wir jedoch nicht ausgerichtet und ist unsere Anrufung nur beiläufig, dann findet der Ruf nicht wirklich statt. 

Es ist so, als würden wir einen sehr wichti­gen Gast in unser Haus einladen – aber wir sind nicht da, wenn der Gast ankommt, weil wir woanders beschäftigt sind. Der Gast kommt und sieht, dass niemand da ist, um ihn zu empfangen, obwohl er eingeladen wurde. Also geht er wieder. Genauso machen wir meistens unsere Anrufung. Wir rufen, aber wir empfangen nicht. So spielt es sich in uns ab. Im selben Augenblick, wo wir ihn anrufen, sollten wir unbedingt die Ankunft Des Meisters fühlen. Denn wenn Der Meister ein Wort gibt, ist es so wahr wie der Sonnenaufgang, so wahr wie der tägliche Besuch der Sonne auf unserem Planeten. Wir sollten also bei jeder Anrufung Des Meisters seine Gegenwart fühlen. Warum rufen wir ihn überhaupt an, wenn wir das nicht tun? Wir ru­fen ihn an, um ihn zu empfangen, um die Gegen­wart besser wahrzunehmen. Jeder Lehrer veran­stal­tet wenigstens vier Treffen im Jahr, um dafür zu sorgen, dass jene, die den Anweisungen bzw. den Lehren des von ihm gegebenen Yoga-Pfa­des folgen, jedes Vierteljahr eine vertraute und wir­kungs­volle Berührung erhalten. Daher arran­gierte Meister CVV Zusammenkünfte zu den Son­­nen­wenden und Tagundnachtgleichen sowie zum May Call und December Call.

Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass wir eine Verbindung zu Ihm aufbauen und diese Verbindung in uns stabilisieren. Er kümmert sich mehr um uns. Seine Liebe zu uns ist viel grö­ßer als unsere Liebe zu Ihm. Die Liebe des Meis­ters ist unermesslich, die Liebe des Jüngers ist messbar. Wir sind in einer messbaren Lage, wenn nicht sogar in einer misslichen Lage. Er ist unermesslich, unbegrenzt und vorbehaltlos. Er ist grenzenlos. Folglich ist alles, was mit Ihm verbunden ist, grenzenlos und überragt jeglichen Geltungsbereich und jede Begrenzung. Er möchte, dass auch wir in jenen unbegrenzten Status des Seins gelangen und Glückseligkeit erfahren. Glückseligkeit ist das richtige Wort für gren­zenlose Freude. Glückseligkeit ist unbegrenzte Freude. Wir kennen Freude, die kommt und geht, und unser Glückserleben ist von noch gerin­gerer Qualität. Man sagt, dass Glücks­er­le­ben mit den Sinnen, Freude mit dem Denken und Glückseligkeit mit dem Sein verbunden ist. Solche grenzenlose Glückseligkeit können wir jedes Mal erleben, wenn wir Den Meister anrufen und dann in Ihn eintreten, in Seine Gegenwart hineingehen und auch nach dem Gebet weiterhin in der Gegenwart bleiben. 

 

Die Gegenwart

Folgendermaßen spielt es sich ab: Wir tauchen ein und kommen heraus. Wir bringen den Duft mit uns und leben in diesem Duft, bis wir erneut eintauchen. Dann tauchen wir wieder ein, so dass der Duft sich in uns ein wenig verstärkt. Dann leben wir in diesem Duft oder der Ge­gen­wart Des Meisters weiter. Anschließend tau­chen wir erneut ein. Alle zwölf Stunden tauchen wir ein, um die Gegenwart in uns zu festigen. Sie ist immer da, aber aufgrund unserer Gedanken- und Gefühlsmuster wird unsere Verbindung zur Ge­genwart unterbrochen. Wir selbst trennen uns von ihr, und deshalb sind wir es auch, die diese Verbindung wiederherstellen müssen. Er ist stets bereit für die Verbindung. Wer die Ver­bin­dung unterbricht, muss sie auch wiederher­stel­len. Wer sie wiederherstellt, kann weiterhin in der Verbindung leben und versuchen, sie zu festigen. Das tägliche Gebet dient dazu, die Ver­bindung mit Ihm zu festigen, zu stärken und mit Ihm auf ewig eine Verbindung zu knüpfen, in der wiederum Der Meister selbst beginnt, durch uns zu wirken. Auf diese Weise wandelt fort­wäh­rende Erinnerung einen Jünger in einen Meister um, und Der Meister arbeitet durch ihn.

Der Jünger wird zum Meister, und der Meis­ter arbeitet durch den Jünger. So macht es jeder Lehrer, und Meister CVV erarbeitete seine eigene Methode, um das Sein in dem Einen Meis­ter aufzubauen. Er gab den Plan heraus, der sehr leicht umzusetzen ist, sofern wir aufmerksam genug sind. Aus diesem Grund kommen wir so oft zusammen. Diese Zu­sam­men­künfte sollen gewährleisten, dass wir unsere Verbindung festigen und uns weiterhin an die Anweisungen der großen Lehrer erinnern. Sie sorgen dafür, dass wir in dieser Verbindung leben und arbeiten.

 

Innere Erfahrung

Jeder wahre Lehrer, der als Sadguru bezeichnet wird, hat das gleiche Programm. Es besteht darin, jeden Menschen darüber zu informieren, dass er die feinstofflichen und inneren Welten genauso erfahren kann wie die äußere Welt. Wir besitzen die erforderliche Ausrüstung, um die äußere Welt – das heißt, alles, was außerhalb von uns ist – zu erleben. Genauso sind wir hinreichend ausgestattet, um das zu erfahren, was in unserem Inneren ist. Verglichen mit der Welt, die wir außen sehen, sind die Welten in uns viel großartiger, glanzvoller, göttlicher und unsterblich. Im Inneren gibt es eine weitaus schönere Welt als jene, die man als die sichtbare Welt vorfindet. Alles Sichtbare hat seine Grundlage im Unsichtbaren. Das Unsichtbare existiert in sechs Schichten und das Sichtbare in einer Schicht. In diesem Zusammenhang vermittelt der Meister die Technik, durch die wir imstande sind, das Innere zu erfahren.

 

Kontinuität des Bewusstseins

Der nächste Schritt besteht für jeden Menschen darin, die Kontinuität des Bewusstseins zu erlangen, die über eine Inkarnation hinausreicht, so dass man in der Lage ist, sich über eine Le­bensspanne hinaus zu erinnern und zu wissen: „Wer bin ich?“ „Was war ich im letzten Leben?“ „Was bin ich jetzt?“ „Weshalb bin ich gekommen?“ „Was ist meine Aufgabe?“ Wir müssen uns erinnern, weshalb wir gekommen sind. Nach­dem wir in der Nacht geschlafen haben, setzen wir unsere Arbeit am nächsten Morgen fort, weil wir uns morgen noch daran erinnern, was wir heute getan haben. Genauso ist es, wenn wir uns in diesem Leben an die Arbeit des letzten Le­bens erinnern. Dann können wir sie fortsetzen statt erst andere Dinge zu tun und uns erst in weit fortgeschrittenem Alter zu erinnern, was wir eigentlich hätten tun sollen. 

Aus diesem Grund versuchen wir als ersten Schritt, die subjektive Vertrautheit oder die Ver­trautheit mit dem Inneren, Feinstofflichen zu erreichen. Vertrautheit mit der feinstofflichen Welt zu bekommen wird auch das Erleben der okkulten Weisheit genannt. Okkult bedeutet, im Inneren wie auch im Äußeren zu sehen. Wir müssen also ins Innere gelangen. Wenn wir nach innen gehen, bewegen wir uns vertikal. Wenn wir nach außen gehen, bewegen wir uns horizontal. Eine horizontale Bewegung führt in die äußere Welt, und eine vertikale Bewegung führt in die innere Welt. Von den Horizontalen müssen wir uns zu den Vertikalen umwandeln, und durch die Vertikalen müssen wir uns erheben und die Kontinuität des Bewusstseins errei­chen. Diese Bewusstseinskontinuität bedeutet Un­sterb­lich­keit oder Amaratva, und beim nächs­ten Schritt erfahren wir dann, wer wir sind. Diese Er­fah­rung führt uns zur Ewigkeit, und wir leben dann als ein ewiges Wesen und beteiligen uns am großartigen Plan, den es zum Nutzen der Lebe­we­sen von Zeit zu Zeit gibt.

 

Der göttliche Plan

Der Plan beabsichtigt, die Lebewesen zu ent­wickeln. Jedes Mal, wenn es eine Schöp­fung gibt, geschieht sie aus dem Mitgefühl des Herrn, und es gibt nichts, was dieser Hand­lung gleich käme. Sie ist der höchste Aspekt des Mitgefühls. Für die Lebewesen ist sie eine Möglichkeit, sich selbst zu erkennen. Es ist wie bei den Schülern und ihrer Prüfung. Jedem, der sie nicht besteht, wird eine weitere Prüfung angeboten. Falls wieder jemand durchfällt, wird ihm noch eine Prüfung angeboten, und wenn er erneut durchfällt, dann gibt es Nachhilfeunterricht, und anschließend wird die Prüfung wieder­holt. In ähnlicher Weise werden durch eine Reihe von Schöpfungen fortwährend Gele­gen­heiten geboten, die wir den göttlichen Plan nennen.

Dadurch soll dafür gesorgt werden, dass alle Lebewesen diese Art der Unbegrenztheit erfah­ren. Große Wesen wie Sanaka, Sanandana, Sanat Ku­mâra, Maitreya und Buddha haben je­nen glück­se­ligen Daseinszustand erreicht, und sie möch­ten sichergehen, dass ihre eigenen Brüder auf dem Planeten ebenfalls solche Glück­se­lig­keit erle­ben. Deshalb ziehen sie es vor zurückzubleiben und uns zu helfen. Durch sie haben wir die Mög­lich­keit, uns das erforderli­che Wissen anzueignen, so dass wir ohne Schwie­rig­kei­ten alles durchlaufen und dann jene Glück­selig­keit erleben.

 

Bodhisattva – der Lehrer

Ihr kennt den Begriff Bodhisattva. Im Maitreya-Lied singen wir Namaste Bodhisattvaya, Namaste Punya Murthaye. Der Bodhisattva ist Lord Mai­treya. Ihm wurde die höchste Glück­se­lig­keit angeboten, und er wurde aufgefordert, in das Ab­so­lute einzugehen, um in ewiger Glück­se­lig­keit zu leben. Als die Tür für ihn geöffnet wurde, setzte er nur seinen Fuß auf die Schwelle, so dass die Tür nicht geschlossen werden konnte. Da fragten die Devâs: „Möchtest du hineingehen oder draußen bleiben?” „Ich will weder hineingehen noch draußen bleiben”, antwortete er. „Ich bleibe hier, damit diese Tür für die Menschen auf diesem Planeten offen bleibt, so dass sie hindurchgehen und die Glückseligkeit erleben können. Ich werde als letzter hineingehen.”

In ähnlicher Weise sehen wir jemanden, der dafür sorgt, dass alle in den Bus einsteigen und der selbst als letzter einsteigt. Meistens ist es der Reiseveranstalter. Es gibt ängstliche Leute, die als erste in den Bus einsteigen und versuchen, die vordersten Plätze zu belegen. Ebenso sind ängstliche Personen dabei, die die erste Sitz­bank mit den mitgebrachten Sachen zum Früh­stück, Mittagessen und Abendessen belegen. Nor­ma­lerweise ist auch jemand da, der da­rauf achtet, dass jeder einen Platz bekommt, und er selbst setzt sich erst später hin. Warum tut er das? Er hat keine Angst, dass er nichts zu essen bekommen oder vielleicht nicht einsteigen könnte.

Genauso blieb auch Lord Maitreya für diese Menschheitsgruppe einfach an der Schwelle stehen und hielt die Tür offen, denn wenn sie erst einmal geschlossen ist, müssen wir erneut nach ihr suchen. Als die Gewölbe des Himmels für ihn geöffnet wurden, setzte er einfach seinen Fuß auf die Schwelle und sagte dann: „Lasst die Tür offen, bis ich hineingehe.” Bevor er hineingeht, sorgt er dafür, dass viele hineingelangen, und er tut dies auch weiterhin. Deshalb wird er als Karunâ Sindho verehrt. Er ist ein Ozean des Mitgefühls, ein Ozean von Karunâ, und seine Gruppe von Arbeitern ist genauso wie er. Sie kümmern sich um das Wohlergehen, das Auf­streben, das Emporheben, die Erfahrung und die Freude der anderen und führen auf diese Weise die Arbeit fort. Jene Gruppe von Arbeitern bildet die Hierarchie auf unserem Planeten, und das Oberhaupt dieser Hierarchie ist Sanat Ku­mâra, der aus dem Denken geborene Sohn des Schöpfers.

 

Lord Sanat Kumâra

Sanaka, Sanandana, Sanat Kumâra und Sanat Sujata sind die aus dem Denken geborenen Söhne des Schöpfers, des Chaturmukha Brahmâ. Sie sind jene großartigen Wesen, die wir als die Kumâras kennen. Durch die Hierarchie der Lehrer arbeiten sie auf diesem Planeten und vermitteln den Yoga Vidyâ, damit die Menschen sich weiterentwickeln können.

Der Herr dieses Planeten ist Sanat Kumâra. Er lebt in jenem geheimnisvollen Dorf, das auf der ätherischen Ebene in der Nähe der Wüste Gobi liegt und in den Purânen Shambala genannt wird. Die Wüste Gobi liegt in der Mon­go­lei, und Shambala ist ein Ashram, der für das sterbliche Auge unsichtbar ist. Es heißt, dass es ein unterirdisches Dorf ist. Für alle, die ätherisch sehen können, ist Shambala sichtbar. Sa­nat Kumâra lebt auf dem Planeten als dessen Regent und Herr. Lord Maitreya, der Lehrer, arbeitet unter seiner Führung, und die ganze Arbeit soll bewirken, dass die Menschen in ihrer Entwicklung weiterkommen.

Der planetarische Logos unseres Erdenplans inkarnierte in der Gestalt von Sanat Kumâra. ‚Der Alte‘ kam zu diesem Planeten und blieb seitdem bei uns. Er ist eine direkte Widerspiegelung jener großen Wesenheit, die durch alle Evolutionen auf diesem Planeten lebt, atmet und wirkt und alles innerhalb ihrer Aura oder ihres magnetischen Einflussbereichs hält. ‚In Ihm leben, weben und sind wir‘, und keiner von uns kann den Radius seiner Aura überschreiten. 

Der Herr der Welt ist der Eine Einweihende. Er ist der Hierophant unserer Rituale. In der Bi­bel wird er ‚Der Alte der Tage‘ und in den Hin­du-Schriften Sanat Kumâra genannt. Von seinem Thron in Shambala in der Wüste Gobi leitet er die Weiße Loge der Meister und hält die Herrschaft der inneren Regierung in seinen Händen. Er ist auserwählt, über die Entwicklung der Menschen und Devâs auf diesem Planeten zu wachen. Sanat Kumâra ist der Schutzengel von Chintâmani, dem Stein der Weisen, der himmlischen Ursprungs ist.

Er ist der ‚große Opfernde‘, der die Herr­lich­keit des höchsten Ortes zugunsten der sich entwickelnden Menschensöhne auf diesem Planeten verlassen und eine physische Gestalt angenommen hat. Sanat Kumâra ist der Archetyp, ein Ab­bild des himmlischen Men­schen auf Erden. Man nennt ihn auch den ’schwei­gen­den Be­ob­achter‘ und den ‚König der Welt‘.

Lord Sanat Kumâra ist der Eine Einweihende, der alle Einweihungen auf diesem Pla­ne­ten leitet. Jedes Jahr gibt er den Plan für die Ent­wick­lung dieses Planeten. Am Widder-Voll­mond wird vom Herrn des Planeten in Shambala ein Klang empfangen, der in höheren Kreisen angestimmt wurde. Dieser Saatklang ist der jährliche Plan für den Erdenplaneten. Die Dhyâni Buddhâs, die mit Lord Sanat Kumâra zusammenarbeiten, kontemplieren einen Monat lang über diesen Saatklang. Im Monat Stier wird dieser Klang durch Gautama Buddha an die Hierarchie übermittelt. Deshalb kommt die Hierar­chie mit ihren Jüngern am Stier-Vollmond im Vaišâkh-Tal zusammen, um jenen Klang in sich zu reali­sie­­ren. Dieses Ereignis kennt man als Vaišâkh-Fest (Wesak-Fest). Beim nächs­ten Voll­mond, am Zwillinge-Vollmond, gibt die Hie­rar­chie den Plan für den Planeten an die Mensch­heit weiter. Da­her sind die Zwillinge als Ein­wei­hungs­monat für die Menschheit bekannt. 

Die Anrufung Seiner Gegenwart und die ent­sprechende Visualisierung während der Neu­­mond­tage unterstützt die Neuordnung unseres Wunschkörpers. Verlangen ist eine Form des Wil­lens. Der Wille ist mit der Seele und Ver­lan­gen ist mit der Persönlichkeit verbunden. Lord Sanat Kumâra hilft uns, das Persönlich­keits­­­ver­lan­gen in göttlichen Willen umzuwandeln. Dies ist jener Wille, der die Absicht jeder Inkarnation leitet. Vor allem bewirkt diese Ab­sicht die Ent­wick­lung der Seelen aus der Be­gren­­zung in die Be­frei­ung. Somit ist Lord Sanat Kumâra der leitende Engel, der die Wunschnatur auf dem Planeten lenkt. Wenn er angerufen wird, reguliert er das Verlangen der Jünger. Verlangen muss nicht und sollte auch nicht getötet werden. Es muss neu ausgerichtet werden. Verlangen ist göttlich. Un­an­ge­messener Gebrauch bewirkt den Fall, rich­ti­ger Gebrauch führt zum Aufstieg. Dies ist ein Ge­heim­nis, das man im Allgemeinen nicht kennt. Die Re­ligio­nen sprechen vom Töten des Verlan­gens. Dies ist jedoch nicht erwünscht.

Sanat Kumâra löst nicht wünschenswerte Mus­­ter des Verlangens auf, wenn man ihn anruft. Stellt euch vor, dass ihr in Shambala in den nörd­li­­chen Regionen des Himâlaya eintretet, dass ihr am Ein­gang des Ashrams steht und auf die Gnade von Sanat Kumâra wartet. Dies wird euren Wunsch­­kör­per in einen besseren Zustand auf dem Yoga-Pfad umformen.

Sanat Kumâra ist der Lehrer der Lehrer und der Herrscher der Herrscher auf dem Planeten. Doch er spricht nur selten. Er gibt seine Gegen­wart und hilft der Hierarchie. Er ist der Herr, der über die Venus zur Erde kam, und er verweilt im zweiten Äther dieses Planeten.

Sanat Kumâra übermittelte dem Herrscher Pru­thu die Lehren zum Jüngerschaftsweg in 24 Sû­­tras, Aphorismen oder Geboten. Später gab Lord Maitreya diese Lehren dem Mahâchohan, der in den indischen Schriften Vidura heißt. Die­sem Mahâchohan (Vidura, der große Meis­ter der Zivilisation) legt der Weltlehrer Lord Mai­treya die Yoga-Lehren erneut dar, so wie sie von Sanat Ku­mâra selbst gegeben worden waren. Von Veda Vyâsa wurden sie im 4. Gesang der Bhâgavâta aufgeschrieben. Diese Gebote, die vom Herrn des Planeten herausgegeben wurden, ergeben den vollständigen Jünger­schafts­weg.

In diesem Buch werden die 24 Gebote vorgestellt. Sie sollen uns helfen, uns an das zu er­in­nern, was wir schon wissen und eine bessere Ord­nung zu schaffen, so dass wir unsere Ge­dan­ken­muster, unsere tägliche Routine, un­sere Fä­hig­keit Dinge zu erledigen, unsere Effekti­vi­tät beim Dienen usw. immer weiter verbessern. In diesem Zusammenhang wollen wir die Lehre von Lord Sanat Kumâra aufgreifen, die ein vollständiger Jüngerschaftsweg für sich ist.

 

Die 24 Gebote

  1.  Frage dich selbst: „Wer bin ich?” 
  2.  Šraddhâ
  3.  Der Zweck des Lebens
  4.  Sei voller Wissbegier, den Herrn zu erkennen
  5.  Arbeite als Seele, nicht als Persönlichkeit
  6.  Diene den Yogîs
  7.  Liebe zu Gott
  8.  Verehre den Herrn mit Freude
  9.  Der Wille mit dem Herrn zusammen zu sein
  10.  Das Feuer des Wissens reinigt
  11.  Âtman sei der leitende Engel
  12.  Lerne allein zu sein
  13.  Übe Harmlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten
  14.  Akzeptanz des Gewissens
  15.  Weiche nicht vom Selbst-Studium ab
  16.  Praktiziere Yoga und manifestiere guten Willen
  17.  Eigne dir die Regeln von Yama und Niyama an
  18.  Befreie das Denken von den Dualitäten
  19.  Verzichte darauf, andere Wege zu analysieren und zu kritisieren
  20.  Lehren ist Lernen
  21.  Sei wählerisch in deinen Verbindungen
  22.  Alles ist göttlich
  23.  Das einzige Hindernis
  24.  Verlasse den Lehrer nicht

… wird fortgesetzt 

Entnommen aus dem Buch

Die Lehren von Sanat Kumara
Edition Kulapati: www.kulapati.de