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Mysterium der tiefsten Materie und der höchsten Feinstofflichkeit

Im Jahr 2004 wollte ich mich – aus der Akutmedizin kommend und gerade kurz vor der Heilpraktikerprüfung stehend – in Phytotherapie ausbilden lassen. Nach etwas Rumhorchen und Recherche war es offensichtlich, dass kein Weg an der Phytaro Heilpflanzenschule in Dortmund vorbeiführen würde. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich damals mit der Leiterin der Schule verhandelt habe, ob ich die Ausbildungsblöcke in Aromatherapie nicht auslassen könne, da ich nur an der Phytotherapie interessiert sei. Mit einer Engelsgeduld erklärte Gudrun Zeuge-Germann, heute eine gute Freundin von mir, dass die Aromatherapie ein Teil der Phytotherapie sei und man es nicht einfach trennen könne, und dass sich nunmal auch der Name der Schule aus Phytotherapie und Aromatherapie (Phyt-Aro) zusammensetze. Ich bin ihr nach wie vor sehr dankbar, denn heute bin ich auf der einen Seite ein großer Verfechter der Aromatherapie, die nach wie vor – zumindest in Deutschland – bei weitem noch nicht den Stellenwert hat, der ihr gebührt und arbeite auch professionell labordiagnostisch mit ätherischen Ölen. Mit einem so genannten Aromatogramm kann man zum Beispiel im Labor testen lassen, welche ätherischen Öle wie stark gegen welche Bakterien vorgehen und diese dann therapeutisch in Form von Vaginalovula, Gurgelmixturen, bei Hautekzemen etc. einsetzen.

Mittlerweile weiß ich, dass man bei der Aromatherapie auch von einer Hoch-Dosis-Heilpflanzentherapie sprechen kann. So beinhaltet z. B. ein Tropfen ätherisches Thymianöl in etwa die Wirkstoffmenge von 30 Tassen Thymiantee! Und doch können die ätherischen Öle auch unser emotionales Kontrollzentrum ganz subtil und ohne Umwege beeinflussen und somit auch unsere Stimmungen und unsere emotionale Lage modulieren. Es geht sogar noch weiter. Seit Ende der 90’er Jahre weiß man, dass auch unsere Organe Riechzellen haben. Und so können wir mit duftenden Stoffen sowohl über die Haut, wie auch über die Einnahme von Präparaten, die ätherische Öle beinhalten, ebenfalls einen Einfluss auf die Funktion unserer Organe nehmen1.

Somit ist also vorab geklärt, dass die ätherischen Öle also nichts im ominös-esoterischen Bereich zu suchen haben, sondern handfeste und hoch konzentrierte Werkzeuge der Phytotherapie sind, mit denen sich verschiedene Strukturen unseres Körpers behandeln lassen.

Lange habe ich jedoch darüber gebrütet, wenn Rudolf Steiner und Alexander von Bernus über den bzw. die Ätherkörper gesprochen und geschrieben haben. Während Steiner ein sehr komplexes Bild des ätherischen Teils des Menschen entworfen hat, begnügte sich Alexander von Bernus eher pragmatisch mit dem Fakt, dass es neben der rein stofflichen Ebene bei uns Menschen auch noch einen weiteren Anteil gibt, der auf Liebe, Zuneigung, liebevolle Berührung, Energien an Kraftorten etc. reagiert, durch den „Geistes-Blitze“ in unser Bewusstsein kommen und durch den wir den Eindruck bekommen, dass unsere Existenz einen Sinn hat und wir eine Aufgabe zu erfüllen haben. Allen großen Therapeuten der alternativen Therapierichtungen, egal, ob es ein Hahnemann, ein Vitoulkas, ein Rudolf Steiner oder ein Alexander von Bernus war, waren sich einig, dass die Haupt-Heilimpulse vornehmlich aus diesem ätherisch-geistig-energetisch-informativen Raum heraus erfolgen und dann den gesamten Organismus durchdringen mit diesen Heilinformationen.

Wie man in der Abbildung 1 sehr schön erkennen kann, zeigt in der linken Grafik, der Grafik des Menschen, ein schwarzer Pfeil von oben nach unten an, dass die Haupt-Heilimpulse aus dem Ätherkörper in den Körperleib wirken und diesen heilen. Jedoch sieht man auch an den nebenstehenden weißen, gegenläufigen Pfeilen, dass es auch Wechselbeziehungen gibt. Gerade die moderne Sportmedizin hat recht genau erforscht, wie sich sportliche Betätigung und Ernährung auf die Psyche auswirken und interessante Entdeckungen gemacht 2. Auch bei Kindern in unserem Gesundheitscenter erlebe ich es oft, dass die Eigenregulation wieder „von alleine“ ins Schwingen kommt, wenn man so banale Dinge tut, wie den Pilz im Darm zu entfernen oder eine toxische Belastung einer Impfung auszuleiten etc.

Und bei unserem Haupt-Klientel, den alten Patienten und den chronisch Kranken, da benötigt es oft beide Strategien. Eine rein phytotherapeutische Therapie schafft fast immer Linderung, aber noch lange keine Heilung. Ebenso kommen immer wieder Patienten zu uns mit der Aussage: „Homöopathie hilft bei mir nicht.“

In der Theorie müsste es reichen, einen feinstofflichen, informativen Impuls zu geben, z. B. durch ein Homöopathikum, und der Körper setzt dieses Wissen mit der im Medikament enthaltenen Energie um und heilt. Oft ist es ja auch so, aber eben nicht immer. Und hier kann man sehen, dass die ätherischen Öle eine Art Schnittstelle darstellen, zwischen ganz feinstofflichen Heilimpulsen eines Solunates, durch die der Körper langfristig etwas lernen und genesen kann und den Wirkstoffen, die in diesen Spagyrika enthalten sind und dem Körper direkt durch molekulare Bestandteile unter die Arme greifen.

Wenn man von den Solunaten spricht, dann muss man wissen, dass es nicht ein einziges Herstellungsverfahren gibt, nachdem alle Solunate produziert werden, sondern es gibt verschiedene Verfahren. Das Hauptverfahren, nach dem die meisten Solunate produziert werden, werden wir uns etwas genauer ansehen. Ich nenne die Solunate, die nach diesem Verfahren hergestellt werden, auch gerne die „Organ-Solunate“, da sie früher so pragmatische Namen hatten wie „Hepatik“ [von Hepar – Die Leber], „Renalin“ [von Ren – Die Niere] oder Lymphatik [vom Lymphsystem]. Auf diesen Bereich wollen wir uns in diesem Artikel konzentrieren, um die Schnittstelle zwischen Grobstoff und Feinstoff, und um das Zusammenwirken der beiden Pole, besser zu verinnerlichen.

Alles fängt mit einer Kräutermischung in einem Kolben an. Das nennt sich „Destillationsansatz“. Diese Kräuter wurden nach verschiedenen Gesichtspunkten zusammengestellt, so dass sie eine optimale Kombination für die entsprechende Indikation ergeben (z. B. Therapie von Lebererkrankungen). Jetzt wird klares Wasser über diesen Ansatz aus getrockneten Kräutern gegeben und bereits nach kurzer Zeit eine Destillation durchgeführt.
Die alten „Soluna-Hasen“ dürfte es erfreuen, dass die Soluna sich nach wie vor immer weiter entwickelt und auch vor neuen technischen Möglichkeiten nicht Halt macht. Somit kann das Traditionelle bewahrt bleiben und Fortschritt dort vorangetrieben werden, wo Fortschritt Sinn macht.

Auch hier zum Verdeutlichen noch einige Bildvergleiche:
Beginnen wir mit dem Destillationsansatz. Während die alte Anlage die Kolben einfach in den Heizpilz aufnimmt, sieht man bei der neuen Anlage, dass der gesamte Kolben in einer Art Mantel eingehüllt ist. Damit können Wärmeverluste wirkungsvoll reduziert werden und somit natürlich auch die Eingangs-Heizleistung. Für die Pflanzen bedeutet das eine noch schonendere und sanftere Destillation als ohnehin schon. Weiterhin sieht man bei der alten Anlage, dass das aufsteigende Destillat direkt in das Kondensationsrohr übergeht. In der neuen Anlage befindet sich eine Art Helm oberhalb des Kolbens. Da die Soluna nicht mit Wasserkühlung arbeitet, damit dem Destillat Raum zur Entfaltung gegeben werden und damit das Destillat in seinem Tempo wieder kondensieren kann, war es so, dass der aufsteigende Dampf früher oft noch zu heiß im Auffangkolben ankam, also noch nicht genug Zeit hatte, sich zu kondensieren… Und durch den kurzen Entlüftungs-Nippel (auf den wir gleich noch zu sprechen kommen) konnten diese feinstofflichen Anteile dann in die Raumluft entweichen. Durch den Helmaufsatz kann der aufsteigende Wasserdampf an einer recht großen Kondensationsfläche erst einmal wieder kondensieren und erst in das Kondensationsrohr gehen, wenn es bereits kondensiert ist. Somit können also die sehr flüchtigen und feinstofflichen Anteile nun viel besser eingefangen werden.

Und die dritte Veränderung befindet sich oberhalb des Auffangkolbens, den man beim Destillieren „Vorlage“ nennt. Bei der alten Anlage befindet sich nur ein ganz kurzer Entlüftungs-Nippel, durch den noch sehr viele feinstoffliche Anteile entweichen konnten. Das hat zwar im Labor dafür gesorgt, dass es immer extrem lecker gerochen hat, aber diese wertvollen Anteile waren für das Solunat verloren. Heute behilft man sich damit, dass ein deutlich längeres Entlüftungsrohr, auf welches man aus drucktechnischen Gründen einfach nicht verzichten kann, mit bauchigen Verdickungen aufgesetzt wird. Dadurch hat man neue Kondensationsflächen geschaffen und den Weg bis zum „Ausgang“ deutlich erweitert, so dass nur noch ein kleiner Teil an wertvollen ätherischen Ölen entkommen kann.

Diverse Geruchsproben zeigten deutliche Intensivierungen. Laut Christoph Proeller gingen teilweise um die 20% an ätherischem Öl in die Raumluft über, was sich natürlich im ersten Moment nach sehr viel anhört, aber im Vergleich zu anderen Herstellungsverfahren immer noch gut da steht. Laut eigenen Angaben konnte der Verlust auf max. 2% reduziert werden. Auch was den Verbrauch von Strom angeht, konnten hier Einsparungen von rund 40% verzeichnet werden.

Man kann also sicher davon ausgehen, dass die Solunate im feinstofflichen Bereich der Impulstherapien noch einmal ordentlich an Potenz zugelegt haben. Aber auch ganz pragmatisch zeigen sich „handfeste“ Veränderungen.

Und hier sind wir auch wieder bei dem Titel unseres Artikels angekommen. Je feinstofflicher die Anteile sind, die in einem Destillat eingefangen werden, umso eher wirken sie auf unseren feinstofflichen Körper. Natürlich ist das zum einen unser limbisches System, in dem Ereignisse mit Emotionen gekoppelt werden, aber auch weiß man bereits seit den 90’er Jahren, dass all unsere Organe Duftrezeptoren haben 3. Daher sollten wir in der Tat vorsichtig mit dem sein, was wir unserem Körper an künstlichen Duftstoffen zuführen, unabhängig davon, ob wir es uns auf die Haut einreiben oder aufsprühen oder ob wir aromatisierte Nahrungsmittel zu uns nehmen. Auch bei dieser Überlegung kann man das Feinstoffliche vom Grobstoff nicht eindeutig trennen. Zum einen sind es molekulare Anteile der ätherischen Öle, die an bestimmte Rezeptoren in unserem Körper andocken, unabhängig davon, ob wir von nervalen Strukturen unseres limbischen Systems sprechen, von Rezeptoren an Organen oder direkte Kontakte, z. B. mit pathologischen Bakterien und Hefen etc. in unserem Darm. Zum anderen sind es aber in der Tat auch physikalische Prinzipien, die zum Tragen kommen und etwas mit unserem energetischen System machen. Und da wir die Komplexität von Heilpflanzen bei weitem noch nicht durchschaut haben, ist hier natürlich auch einmal zu hinterfragen, was mit dem Gesamtkonstrukt der Pflanze passiert, wenn man sie vor dem Destillieren mit Hefen vergärt und vielleicht von außen auch noch Zucker zum schnelleren Vergären hinzu gibt, wie es in vielen anderen spagyrischen Herstellungsverfahren der Fall ist.

… wird fortgesetzt

 

Fußnoten

1 Aus einem Vortrag von Ruth von Braunschweig 11/2014 an der Phytaro Heilpflanzenschule, Dortmund
2Zu Empfehlen sind die Bücher des Triathleten und Ultraman-Läufers Brendan Brazier und von Rich   Roll, der von einem übergewichtigen, trockenen Alkoholiker zu einem der fittesten Menschen des Planeten wurde und innerhalb einer Woche 5 Ironman-Thriatlons absolviert hat.
3 Aus einem Vortrag von Ruth von Braunschweig an der Phytaro Heilpflanzenschule im November 2014

 

Kontakt

Michael Schlimpen
Naturheilkunde & Persönlichkeitstraining
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