Vom Übel zu gutem Willen

Zum okkulten Heilen gehört die Einführung des Gesetzes vom vorherrschenden Guten. Man kann seine Krankheit überwinden, wenn man sein Leben allmählich auf den guten Willen einstellt, das Gegenstück zum egoistischen Willen. Zunächst verfolgt der Mensch eigennützige Ziele. Dabei sammelt er gute, schlechte und neutrale Dinge um sich, ebenso die entsprechenden Menschen und die zu ihm passende Atmosphäre. Mit dieser Aktivität geht er durch das Leben und wird dabei immer stärker durch die Qualität der Dinge, Personen und Umgebungen bestimmt. Trotzdem verfolgt sein unbezwingbarer Wille weiterhin eigennützige Ziele, ohne Rücksicht darauf, wie sich dies auf die Menschen in der Umgebung und die Natur auswirkt. Ohne sich dessen bewusst zu sein, stört der Mensch die subtilen Gesetze der Natur in seiner Umgebung und erntet daher die Auswirkungen seines Verhaltens als Krankheit.

Die unvernünftige Vergangenheit des Menschen, sein familiäres Erbgut und das Erbgut seiner Bevölkerungsgruppe sind die drei Haupteinflüsse für Erkrankungen. Jeder Mensch muss den Preis für seine früheren Fehler zahlen. ‚Du wirst ernten, was du gesät hast‘, lautet das allgemeine natürliche Gesetz. Zudem erbt er die Krankheiten der Familie, zu der er gehört. Die verunreinigten Energieströme setzen sich von Geburt an in den Menschen fort. Abgesehen davon legt ihm das Übel aus der Vergangenheit der Gesellschaft, der er angehört, ebenfalls Krankheiten auf, die der Herr des Lebens unfehlbar zuordnet. Da die Menschheit insgesamt viel Unwissenheit und Unvernunft mit den entsprechenden Aggressionen ausgelebt hat, sollten das daraus resultierende Übel sowie der eigene Anteil daran anerkannt, akzeptiert und mitgetragen werden.

Anerkennung der früheren Fehler ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, die egoistische Lebensweise zu verlassen. Für das Wohlergehen anderer zu leben ist der dritte Schritt, durch den sich die Menschen als Einzelpersonen sowie gemeinsam als Gruppen von der Auswirkung der dreifachen Krankheitseinflüsse befreien können.

Solange der Mensch für seine eigenen egoistischen Ziele lebt, ohne Rücksicht darauf, was dies für das gesellschaftliche Wohlergehen bedeutet, wird er weiterhin das Leid von Unwohlsein, Krankheit, Verfall und Tod anziehen.

Guter Wille ist der Wille, dem Leben ringsum, von dem man selbst ein Teil ist, Gutes zu tun. ‚Einer für alle‘ entspricht dem Gesetz, ‚alle für einen‘ steht im Widerspruch dazu. Der Schlüssel, um sich aus den Krankheiten herausarbeiten, ist: dem Leben eine Wendung zu geben und für das Wohlergehen anderer zu leben. Dieser Weg führt aus dem Nebel der Krankheit in das Licht des klaren Himmels. Man sollte erkennen, dass das Leben lebenswert ist, wenn man es dem Guten der Gesellschaft widmet. An dem Übel aus früheren Zeiten sollte man freiwillig seinen Anteil übernehmen und das vorherrschende Gute wirkungsvoll einbringen. Wenn man dies tut, wird das Übel von dem Guten verdrängt und im Lauf der Zeit das goldene Gesetz des menschlichen Lebens einleiten.

Für Heiler und Kranke ist es grundlegend wichtig, das Karma-Gesetz (das Gesetz von Ursache und Wirkung) zu verstehen. Die Kranken sollten über ihr Fehlverhalten, das sie in der Welt handfest zum Ausdruck bringen, informiert werden. Der Heiler sollte bei den Kranken die Tiefe ihrer Krankheit erkennen, die mit der Stärke des Egoismus zusammenhängt. Den Kranken muss ihre innere Veranlagung für Krankheiten erklärt werden und sie sollten Anleitungen für eine heilende Lebensweise bekommen. Der Heiler sollte die Patienten unterstützen und feinfühlig unterrichten, so dass sie sich daran erinnern und im Blick behalten, dass die Krankheiten ihre Wurzeln in ihrem vergangenen Leben haben und sie alte Schulden zurückzahlen. Außerdem sollte der Heiler die Patienten dazu anleiten, eine konstruktive innere Haltung einzunehmen und ein Leben zu gestalten, das letztendlich zum Guten führt. Er sollte den Patienten helfen, die mächtigen Kräfte in ihrem Inneren zu erkennen, die den gegenwärtigen Krankheitsverlauf aufheben können, so dass die Krankheiten allmählich zurückgehen. Vonseiten des Heilers sollte es keine fieberhafte Ängstlichkeit oder Unruhe geben, sondern er sollte den guten Willen verankern. Er muss die Patienten sanft und umsichtig informieren und sie langsam zu den Wegen des guten Willens hinwenden. Dadurch werden die Patienten vor zukünftigen Erkrankungen bewahrt.