Herstellung von Quecksilber – Die acht Samskaras von Parada (Mercury)

 

5.2.7 Samskara – Niyamana (Heißes Kanji-Bad)

 

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a) Name des Prozesses : Niyamana Samskara von Parada (Quecksilber)

b) Referenz : (R.H.T.,Rasa Hridaya Tantra, 2005)1

 

Definition

Nach der Revitalisierung, dem 6. Prozess von rodhana, hat Quecksilber seine Beweglichkeit zurückgewonnen. Um diese Aktivität und Schwankung (chapalatva dosha) zu regulieren, wird Quecksilber (Parada) svedana (einem heißen Kanji-Bad) unterzogen. Dieser Prozess wird niyamana samskara von Parade genannt (R.R.S., 1998).2

 

Ziel und Zweck

Mit diesem Prozess soll

 

Bestandteile

Nr.BestandteileMengen (g)
1Rodhita Parada
(gereinigtes Quecksilber von rodhana samskara)
1091 g
2Kanji (fermentiertes Reiswasser) 64 l
3Kalka Dravyas (jeweils 1/16 Teil von Quecksilber)
3.1Phani - Tambula Patra (Betelpfeffer)68.2 g
3.2Nayana - Lasuna (Knoblauch)68.2 g
3.3Markava - Bhringaraja (Eclipta alba Hassk.)68.2 g
3.4Cinca (Tamarindenbaum)68.2 g
3.5Vandhya Karkoti
(Kukumer, Momordica dioica Roxb.)
68.2 g
3.6Saindhava Lavana (Steinsalz)68.2 g

 

Apparate und Materialien

 

Prozess

  1. Die Bestandteile (Tabelle 25, kalka dravyas 3.1 bis 3.6) wurden im Eisenmörser vermischt und eine kleine Menge Kanji (fermentiertes Reiswasser) hinzugefügt. Die Mischung wurde beständig zermahlen, bis sich ein zarter und kompakter Teig bildete.
  2. Aus dem Teig (kalka) wurde ein Becher geformt. Der Teigkloß (kalka) wurde vorsichtig in eine kleine, feste Stahlschale gesetzt, um der Form mehr Stabilität und Stütze zu geben. Alle undichten Stellen wurden gut verklebt.
  3. Das Quecksilber wurde vorsichtig in die Becher-Paste gefüllt.
  4. Zu Beginn wurde der Teigkloß (kalka) sorgfältig mit Bananenblättern und dann mit zwei Lagen Baumwolltuch umwickelt. Das Ganze wurde mit einer Baumwollschnur zugeschnürt, so dass kein Quecksilber entweichen konnte.
  5. Dann wurde der Teigkloß (kalka) noch einmal mit der Außenseite des Tuches umhüllt und oben zusammengebunden. Die verbleibenden 20 cm wurden dazu verwendet, den Beutel (pottali) mit dem Teigkloß an einen Eisenstab zu binden und diesen in den dola yantra (Schwingapparat) zu hängen.
  6. Der Beutel (pottali) hing ca. 7 cm über dem Boden des Gefäßes. Danach wurde Kanji (fermentiertes Reiswasser) in das Gefäß gefüllt. Der Beutel (pottali) wurde in Kanji (fermentiertes Reiswasser) getaucht.
  7. Das Gefäß wurde auf das Feuer gestellt, um 72 Stunden lang bei 80° bis 85°C zu köcheln.
  8. Regelmäßig wurde kontrolliert, dass der Beutel (pottali) nicht den Boden des dola yantra (Schwingapparates) berührt, damit er nicht durch die Hitze anbrannte.
  9. Nach 72 Stunden (3 Tagen) wurde der Beutel (pottali) aus dem dola yantra (Schwingapparat) genommen und behutsam geöffnet und mit Wasser gewaschen.
  10. Das Quecksilber auf den Bananenblättern wurde eingesammelt. Anschließend wurden die Bananenblätter gründlich gewaschen und vom Rest der kleinen Quecksilberkügelchen befreit.
  11. Das in der Paste zurückgebliebene Quecksilber wurde eingesammelt.
  12. Die Paste wurde in heißes Wasser gelegt und gründlich gewaschen, so dass sich das restliche Quecksilber von der Paste gelöst hat und eingesammelt werden konnte.

Zeitdauer

Das niyamana samskara (heiße Kanji-Bad) wurde 72 Stunden lang, vom 20. bis 24. Juli 2012, durchgeführt.

Beobachtungen

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  1. Damit das Kanji (fermentiertes Reiswasser) immer leicht köchelte, wurde die Temperatur auf ca. 80° bis 92°C gehalten.
  2. Während des Köchelns nahm die Menge Kanji (fermentiertes Reiswasser) leicht ab und auf seiner Oberfläche bildete sich ein dünner, schmutziger, silbriger Schaum.
  3. Nach sechs Stunden musste der Beutel etwas höher gehängt werden, da er durch das Kanji (fermentierte Reiswasser) schwerer wurde und den Boden des Topfes berührte.
  4. Am ersten Tag war die Farbe von Kanji (fermentiertem Reiswasser) hell und beige/gräulich, veränderte sich aber von Tag zu Tag in dunkelbraun. Der blasse, gräuliche Schaum, der sich am Anfang auf der Oberfläche gebildet hatte, wurde dunkelbraun und flockig. Ständig verbreitete sich ein säuerlicher Geruch von Kanji (fermentiertem Reiswasser).
  5. Während der nächsten drei Tage (72 Stunden) musste Tag und Nacht, alle 3 bis 4 Stunden, 1 bis 3 Liter Kanji (fermentiertes Reiswasser) je nach Erfordernis nachgefüllt werden.
  6. In diesem Prozess wurden ungefähr 20 Liter Kanji (fermentiertes Reiswasser) mehr verbraucht als beim svedana samskara (1. Prozess), weil die Temperatur ca. 25°C höher war (85°C – 92°C).
  7. Als der Teigbeutel (pottali) wieder geöffnet wurde, war zu beobachten, dass das meiste Quecksilber im Innern der Öffnung in der Paste blieb und nur ein kleiner Teil sich mit dem Teig vermischt hatte.
  8. Nach diesem Prozess (niyamana samskara) war das Quecksilber voller Glanz, weniger unruhig und stabiler.

 

Sicherheitsmaßnahmen

  1. Der Beutel (pottali) um den Teigkloß musste gut verschlossen werden, damit kein Quecksilber aus dem Teig auslaufen konnte.
  2. Während der 72 Stunden des Svedana-Prozesses musste ständig, Tag und Nacht, (ungefähr alle 3 bis 4 Stunden) Kanji (fermentiertes Reiswasser) nachgefüllt werden. Der Beutel musste immer gut mit Kanji (fermentiertem Reiswasser) bedeckt sein und durfte nicht den Boden des Topfes berühren, weil sonst die Gefahr besteht, dass das Baumwollmaterial verbrennt und Quecksilber ausläuft.
  3. Der Waschvorgang von Quecksilber (Parada) wurde vorsichtig durchgeführt. Alle Bananenblätter wurden gründlich mit kaltem Wasser und der Teigkloß mit heißem Wasser gewaschen, um so viel Quecksilber wie möglich zurückzugewinnen.

 

Ergebnisse

Nr.BeobachtungenErgebnisse
1Gesamtzeit für Niyamana Samskara von Parada aufgewendet72 Stunden
2Gewicht von Rodhita Parada1091 g
3Gewicht von Niyamita Parada erhalten1090 g
4Gewichtsverlust von Parada1 g
5%-Verlust von Parada0.092 %
6Genommene Probe für die Analyse10 g
7Parada nach der Analysenprobe erhalten1080 g

Fußnoten

1 Rasa Hridaya Tantra, Avabodha 2/10
2 Rasa Ratna Samuchchaya, 11/46
3 Parada Vigyaniyam, p. 112-114

 

 

 … wird fortgesetzt

© Images: Sabine Anliker