{"id":9952,"date":"2016-05-07T18:48:41","date_gmt":"2016-05-07T16:48:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/allgemein\/constitution-disposition-ii\/"},"modified":"2022-09-05T19:06:18","modified_gmt":"2022-09-05T17:06:18","slug":"constitution-disposition-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/traditionelle-westliche-medizin\/constitution-disposition-ii\/","title":{"rendered":"Konstitution \u2013 Disposition  [II]"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Abendl\u00e4ndische Elementenlehre und Konstitution<\/strong><\/h2>\n<h3><strong>Die vier Wesensglieder im Menschen<\/strong><\/h3>\n<h5>Die Polarit\u00e4t von Sonne (Feuer) und Mond (Wasser); Aurora consurgens; 14. Jh<\/h5>\n<p>Die Elemente kann man auch als geistige Urbausteine sehen, die das Leben bewirken. Feuer und Luft bilden das aktive, m\u00e4nnliche, zeugende Prinzip, Wasser und Erde dagegen das passive, weibliche, empfangende Prinzip. Dieser Gedanke erinnert an die Yang-Yin-Polarit\u00e4t der chinesischen Medizin. Auch im Abendland kennt man diese Wahrheit, nur nennt man es bei uns Sonne und Mond. Eine hermetische Botschaft lautet: &#8222;Sein Vater (Yang \/ Feuer) ist die Sonne, seine Mutter (Yin \/ Wasser) ist der Mond.&#8220; Danach ist die Grundpolarit\u00e4t des Lebens W\u00e4rme-Feuer und K\u00e4lte-Wasser. Diese Polarit\u00e4t verbindet die unsichtbare Luft, die als Tr\u00e4ger der sch\u00f6pferischen Urkr\u00e4fte gilt, die sie den anderen Elementen mitteilt. Die Vereinigung von Feuer, Wasser und Luft bildet schlie\u00dflich die Grundlage der materiellen Existenz, die der Erde entspricht.<\/p>\n<p>Wichtig dabei ist, dass die Elemente in ihrem Wesen unsichtbar und \u00fcbersinnlich sind, also die spirituelle Grundlage des Lebens darstellen. Aus dem dichtesten der Elemente, der Erde, stammen die mineralischen Grundbausteine der Materie. Das Element Wasser verbindet diese Stoffe auf energetische Weise und bildet somit die Grundlage organischen Lebens. Als Naturreich ordnet man dem Wasser die Pflanzenwelt zu. Die Luft beseelt die Natur und bildet die Grundlage f\u00fcr das Tierreich. Das Feuer vergeistigt die Welt und ist damit dem Menschen zugeordnet.<\/p>\n<p>In der hermetisch orientierten anthroposophischen Medizin besteht der Mensch, analog den Elementen, aus vier Wesensgliedern oder Leibern (siehe Grafik): Zun\u00e4chst ist dies der dem Mineralreich \u00e4hnliche physische Leib (Erde), der das stoffliche Gef\u00e4\u00df f\u00fcr unser geistartiges Sein darstellt. Die Auspr\u00e4gung dieses Leibes ist verantwortlich f\u00fcr die Intensit\u00e4t der Anbindung des Geistes an die Materie (Inkarnation). Der zweite K\u00f6rper ist der Bildekr\u00e4fte- oder \u00c4therleib mit seinen Stoffwechselfunktionen und seinen regenerativen Kr\u00e4ften (Wasser). Er entspricht dem Reich des Vegetabilen. Dies ist der Leib der Lebenskraft.<\/p>\n<p>Als dritten finden wir den Gef\u00fchls- oder Astralk\u00f6rper (Luft), der uns mit dem Animalischen verbindet. Durch ihn empfinden wir Sympathie und Antipathie, Liebe und Hass, Gl\u00fcck und Schmerz. Viertens besteht der Mensch aus dem mentalen Leib (Feuer) oder der Ich-Organisation. Er gibt uns die F\u00e4higkeit der bewussten Selbstwahrnehmung. Dieser Leib ist dem Menschen vorbehalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die vier Hauptorgane im Menschen<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_4327\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4327\" class=\"wp-image-4327\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe11-Signatura-Rerum-Jacob-B&ouml;hme-Theosophische-Wercke-1682.jpg\" alt=\"Rippe11-Signatura-Rerum--(Jacob-B\u00f6hme-Theosophische-Wercke-1682)\" width=\"300\" height=\"500\" \/><p id=\"caption-attachment-4327\" class=\"wp-caption-text\">Die Elemente Feuer und Luft (Sulfur) entsprechen der Sommersonnenwende, Wasser und Erde (Salz) dagegen der Wintersonnenwende. Der unbezeichnete Mittelpunkt des Bildes stellt den Merkur dar. Umgeben ist das Bild von den Geistfeuern der Elemente mit der Quintessenz als Krone und der Stadt Jerusalem als irdischem Gegenpol. Jacob B\u00f6hme, 1682.<\/p><\/div>\n<p>Nach hermetischer Tradition ist jedem Element ein Hauptorgan zugeordnet: Feuer &#8211; Herz \/ Luft &#8211; Niere \/ Wasser &#8211; Leber \/ Erde &#8211; Lunge. Diese Zuordnungen haben eine wesentliche Bedeutung f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<p>Herzerkrankungen sind nun nicht mehr nur eine St\u00f6rung im Element Feuer, sondern haben ihre Ursache in einem Konflikt zwischen bewusster Ichwahrnehmung und der Umsetzung der Willensvorstellungen. Entsprechend ist eine Therapie mit herzst\u00e4rkenden Mitteln, beispielsweise mit Wei\u00dfdorn, Schlehe oder Herzgespann, eine M\u00f6glichkeit, Ich-St\u00e4rke zu erzeugen, die den Menschen bef\u00e4higt, seinen Willen nach au\u00dfen auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Eines der wichtigsten Mittel, um Ich-Bewusstheit zu bewirken, ist das Sonnenmetall Gold (Aurum metallicum). In tieferen Potenzen (D6 bis D12) eignet es sich zur Behandlung einer Ich-Schw\u00e4che oder einer Orientierungslosigkeit des Selbst. Hochpotenzen (D30) sind dagegen gebr\u00e4uchlich, wenn die Ich-Organisation sich ma\u00dflos in die Umgebung ausbreitet und damit f\u00fcr Mitmenschen und Umwelt zum Problem wird. Mangelnde Verarbeitung von Emotionen, seelische Verletzungen oder Schockerlebnisse wirken pathologisch auf das Element Luft und k\u00f6nnen zu Nierenerkrankungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Umgekehrt ist eine Therapie der Niere mit entsprechenden Mitteln eine M\u00f6glichkeit, Harmonie im seelischen Erleben zu erzeugen. Hierf\u00fcr eignet sich besonders das Venusmetall Kupfer (Cuprum metallicum D12). Es entspannt die Seele und f\u00fchrt zu innerer Ruhe. Ein bew\u00e4hrtes Mittel mit Kupfer und typischen Nierenpflanzen wie Goldrute und Birke, ist &#8222;Renalin&#8220; von Soluna.<\/p>\n<p>Da das Element Luft mit dem Tierreich in Verbindung steht, finden sich unter den Seelenbalsamen auch zahlreiche animalische Arzneien wie Lachesis, Naja, Apis, Ambra oder Moschus.<\/p>\n<p>Kommt es dagegen zu St\u00f6rungen im Element Wasser, ist dies immer auch ein Problem der regenerativen Kr\u00e4fte des K\u00f6rpers. Leberpflanzen wie Mariendistel, sind daher ein wahrer Jungbrunnen. Sie verbessern nicht nur die Leberfunktion, sondern vitalisieren auch den ganzen Organismus.<\/p>\n<p>Die wichtigste Arznei zur St\u00e4rkung der Leberfunktion ist das Jupitermetall Zinn (Stannum metallicum D12). Ein gutes Erg\u00e4nzungsmittel ist &#8222;Hepatik&#8220; von Soluna. In &#8222;Metaheptachol&#8220; von Metafackler und in &#8222;Hepar 202&#8220; von Staufen-Pharma ist Zinn bereits enthalten. &#8222;Hepar 202&#8220; wird nur als Ampullenpr\u00e4parat geliefert und sollte \u00fcber der Leber gespritzt werden.<\/p>\n<p>Zum Schluss bleibt noch das Element Erde mit seinem Hauptorgan, der Lunge. Chronische Erkrankungen der Lunge, die immer auch eine St\u00f6rung des Erdelements bedeuten, schw\u00e4chen nachhaltig die Strukturkr\u00e4fte des K\u00f6rpers. Der \u00c4therleib hat dann keine M\u00f6glichkeit mehr, \u00fcber das Stoffliche, den K\u00f6rper mit Lebensenergie zu versorgen. Atemkraft ist also eine Vorbedingung f\u00fcr die Vitalit\u00e4t des Menschen. Dies ist eine Weisheit, die nicht nur Chinesen kennen. Das Chi im Menschen zu erh\u00f6hen, hei\u00dft das Leben zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Zu den Lebenselixieren und Kraftspendern geh\u00f6ren daher typische Lungenpflanzen wie Alant, Bibernelle, Efeu, Flechten oder Lungenkraut. Weitere wertvolle Arzneien sind vor allem mineralische Substanzen wie Arsen und Arsenverbindungen (Arsenicum album D12, Auripigmentum D12), Kiesels\u00e4ure (Silicea D12) und besonders Antimon (z. B. Antimonium crudum D12), eines der besten Lebenselixiere \u00fcberhaupt. Paracelsus schrieb \u00fcber das Metall der Erde, dass es die unheilvollen Eigenschaften des Saturns, der f\u00fcr alle chronischen und zehrenden Krankheiten steht, in die regenerativen Kr\u00e4fte der Venus verwandeln kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Von den vier Elementen zur Dreigliedrigkeit der Welt<\/strong><\/h3>\n<p>Paracelsus sah die Ursache von Krankheit nicht nur in einer Disharmonie der vier Elemente, sondern vor allem in den drei Grundbausteinen des Lebens, Sal (Salz), Sulfur (Schwefel) und Mercurius (Quecksilber), die man auch als Tria Principia bezeichnet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Elemente f\u00fcr das \u00dcbersinnliche der Natur stehen, sind alle sichtbaren Manifestationen dieser Welt durch die drei Prinzipien entstanden: &#8222;Das Sichtbare und Greifbare ist der K\u00f6rper der Welt, der da aus den drei Urstoffen besteht, dem Schwefel, Quecksilber und Salz. (&#8230;) Von diesen drei Dingen stammen alle Eigenschaften, die Art und das Wesen, die Natur und dergleichen. Sie zeigen jedem Arzt an, dass er die Wirkung dieser drei Dinge mit den sehenden Augen wahrnehmen soll, dann versteht er das Unsichtbare.&#8220; (Paracelsus).<\/p>\n<p>Damit sich etwas sichtbar manifestieren kann, muss zuerst die Idee einer Form vorhanden sein &#8211; dies ist der Sulfur. Die Eigenschaft und spezifische Kraft dieser Idee ist der Mercurius. Die Verdichtung dieser Kr\u00e4fte zu einer materiellen Form ist das Salz.<\/p>\n<p>Die drei Prinzipien stehen in einer geheimen Beziehung zu den Elementen (siehe Grafik). Sulfur verbindet die aufsteigenden Zeichen Feuer und Luft miteinander. Er bildet somit die m\u00e4nnliche, aktive und warme S\u00e4ule. Als Gegenpol verbindet das Salz die zwei absteigenden Elemente Wasser und Erde. Es bildet somit die weibliche, passive und kalte S\u00e4ule. Dazwischen steht der Mercurius. Er ist das neutrale Kind, das aus der Vereinigung von m\u00e4nnlich und weiblich entsteht. Er verbindet die aufsteigenden mit den absteigenden Elementen. Weil er das Warme und das Kalte harmonisch gemischt enth\u00e4lt, nennt man\u00a0ihn auch Hermaphrodit. (Graphik)<\/p>\n<div id=\"attachment_11417\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11417\" class=\"wp-image-11417 size-full\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/3gliedrigkeit-dt.jpg\" alt=\"Die vier Elemente in Bezug zur Tria Principia\" width=\"886\" height=\"681\" \/><p id=\"caption-attachment-11417\" class=\"wp-caption-text\">Die vier Elemente in Bezug zur Tria Principia<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Dreigliedrigkeit im Menschen<\/strong><\/h3>\n<p>Alle sichtbaren Dinge sind diesen drei Prinzipien zugeordnet, somit auch der Mensch, seine Erkrankungen und seine Heilmittel.<\/p>\n<p>Den W\u00e4rmepol im Menschen, in der anthroposophischen Medizin, auch &#8222;Stoffwechsel-Gliedma\u00dfen-System&#8220; genannt, finden wir vor allem im Bauch. Wir finden ihn aber auch \u00fcberall, wo Stoffwechselleistungen erbracht werden und Energie erzeugt wird. Im Kopfbereich ist er allerdings geringer ausgepr\u00e4gt als im Bauchbereich. Mit dem W\u00e4rmepol korrespondieren die Jugend des Menschen, das Unbewusste, akute Leiden und alle pathologischen Erscheinungen mit W\u00e4rme, beispielsweise Hysterie, Entz\u00fcndungen und Schwellungen. Entgegengesetzt finden wir den K\u00e4ltepol des Menschen vor allem im Kopfbereich und in den Sinnesorganen; er hei\u00dft daher in der anthroposophischen Medizin &#8222;Nerven-Sinnes- System&#8220;. Wir finden ihn auch \u00fcberall, wo Energie verbraucht wird oder wo der K\u00f6rper sich verh\u00e4rtet, zum Beispiel in den Knochen. Mit ihm korrespondieren das Alter, das Bewusstsein, chronische Leiden und alle Krankheiten, die mit K\u00e4lte und Verh\u00e4rtung einhergehen, beispielsweise Neurasthenie oder Sklerose.<\/p>\n<p>Im Prinzip lassen sich also alle Krankheiten einer W\u00e4rme- oder einer K\u00e4ltekonstitution zuordnen.<\/p>\n<p>In der Mitte zwischen den Polen finden wir das neutrale Prinzip des Mercurius mit seinen ausgleichenden Funktionen zwischen K\u00e4lte und W\u00e4rme; er hei\u00dft in der anthroposophischen Medizin &#8222;Rhythmisches System&#8220;.<\/p>\n<p>Haupts\u00e4chlich finden wir dieses Prinzip in der Brust, also in Herz und Lunge. Diastole und Systole des Herzens sowie Einatmen und Ausatmen der Lunge sind die Rhythmen des Lebens. Aber auch die Darmperistaltik, das hormonelle System oder die Menstruation sind rhythmisch. Sie erzeugen im K\u00f6rper Harmonie. Erlahmen diese Funktionen, kann dies\u00a0zu lebensbedrohlichen Zust\u00e4nden f\u00fchren, beispielsweise Infarkt oder akutes Abdomen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_4345\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4345\" class=\"wp-image-4345 size-medium\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975-225x300.jpg\" alt=\"Rippe9-DSCN8975\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975-413x550.jpg 413w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975-700x933.jpg 700w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe9-DSCN8975.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-4345\" class=\"wp-caption-text\">Baldrianwurzel ist ein Mittel bei einer \u00dcberbetonung des K\u00e4ltepols im Menschen, Kamillenbl\u00fcten z\u00fcgeln dagegen ein \u00dcberma\u00df des W\u00e4rmepols.<\/p><\/div>\n<h3><strong>Die Pflanze in Analogie zum Menschen<\/strong><\/h3>\n<p>Auch die Welt der Heilmittel zeigt sich dreigliedrig. Da das Heilmittel der Krankheit m\u00f6glichst \u00e4hnlich sein soll, verwendet man Mittel des Salzes f\u00fcr kalte, Mittel des Sulfurs f\u00fcr warme und Mittel des Mercurius f\u00fcr rhythmische Erkrankungen. Am Beispiel der Pflanze zeigt sich die Dreigliedrigkeit besonders deutlich.<\/p>\n<p>Den K\u00e4ltepol finden wir in Pflanzen mit einer ausgepr\u00e4gten Wurzelausbildung. Sie sind die besten Heilmittel f\u00fcr Leiden der Kopforgane, \u00fcberschie\u00dfende Bewusstseinsprozesse, Knochenerkrankungen, Altersleiden oder Verh\u00e4rtungen im K\u00f6rper. Beispiele w\u00e4ren Baldrianwurzel (Valeriana offizinales) bei Schlafst\u00f6rungen, Queckenwurzel (Agropyron repens) bei chronischen Entz\u00fcndungen im Kopfbereich, Arnikawurzel (Arnica montana) bei Folgen von Kopftraumen, Beinwellwurzel (Symphytum officinale) bei Osteoporose, Gelbwurzel (Curcuma longa) bei Gallensteinen oder Ginsengwurzel (Panax\u00a0ginseng) bei Altersleiden.<\/p>\n<p>Die Therapie mit Wurzeln erg\u00e4nzen mineralische Arzneien. Als Methode sollte nach den Angaben von Rudolf Steiner unbedingt auch eine Therapie von au\u00dfen erfolgen, zum Beispiel B\u00e4der, Einreibungen oder Gymnastik. Entgegengesetzt finden wir den W\u00e4rmepol besonders in Pflanzen mit einer ausgepr\u00e4gten Bl\u00fcten- und Samenausbildung. Sie sind die idealen Heilmittel f\u00fcr entz\u00fcndliche Leiden vor allem der Bauchorgane, Kinderkrankheiten oder Zust\u00e4nde mit mangelndem Bewusstsein. Beispiele w\u00e4ren Kamillenbl\u00fcten (Matricaria chamomilla) bei Magen-Darmentz\u00fcndungen, Ringelblumenbl\u00fcten (Calendula offizinales) bei\u00a0Wundentz\u00fcndungen, K\u00fcmmelfr\u00fcchte (Carum carvi) bei Bl\u00e4hungen, Schlafmohn (Palaver somniferum ab D6) bei fieberhaften Infekten mit Schlafsucht oder Stiefm\u00fctterchen (Viola tricolor) bei Hautleiden der Kinder. Bl\u00fctenpr\u00e4parate regen Bewusstseinsprozesse an; Beispiele hierf\u00fcr sind Bachbl\u00fcten. Erg\u00e4nzt wird die Bl\u00fctentherapie durch weitere innere\u00a0Therapiema\u00dfnahmen, vor allem durch eine Di\u00e4t. Die Phytotherapie als solche wirkt auf W\u00e4rmeprozesse g\u00fcnstig ein. Bleibt noch das &#8222;Rhythmische System&#8220;, das wir besonders in Pflanzen mit einer ausgepr\u00e4gten rhythmischen Blattanordnung und einer Betonung von Stengel und Blatt finden. Sie sind Heilmittel f\u00fcr Leiden von Herz und Kreislauf, St\u00f6rungen im\u00a0Atmungsprozess oder f\u00fcr hormonelle Krankheiten und Menstruationsst\u00f6rungen. Beispiele w\u00e4ren Herzgespann (Leonurus cardiaca), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger D4) und Maigl\u00f6ckchenbl\u00e4tter (Convallaria majalis) bei Herzkrankheiten, Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und G\u00e4nsefingerkraut (Pontentilla anserina) bei St\u00f6rungen der Menses oder Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und Efeu (Hedera helix) bei Lungenerkrankungen.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird die Therapie vor allem durch animalische Arzneien (z.B. Naja, Blatta orientalis, Moschus). Nach den Angaben von Rudolf Steiner ist die Verabreichung der Arznei mittels Injektion die Methode der Wahl, um auf das &#8222;Rhythmische System&#8220; g\u00fcnstig einzuwirken. Dies erkl\u00e4rt auch, warum die Firmen Wala und Weleda fast von jedem Pr\u00e4parat Ampullen liefern. Diese sollte man ein- bis zweimal in der Woche spritzen. An den injektionsfreien Tagen erfolgt die \u00fcbrige Therapie.<\/p>\n<div id=\"attachment_4339\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4339\" class=\"wp-image-4339 size-medium\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau-300x196.jpg\" alt=\"Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau\" width=\"300\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau-830x541.jpg 830w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau-700x456.jpg 700w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Rippe7-Bilsenkraut-rhythmischer-Aufbau.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-4339\" class=\"wp-caption-text\">Der Aufbau des Bilsenkrauts zeigt einen Bezug zum Rhythmischen System.<\/p><\/div>\n<h5><\/h5>\n<h5><strong>Kontaktadresse:<\/strong><\/h5>\n<h5>Barerstr. 48,\u00a0D-80799 M\u00fcnchen,<br \/>\nTel.: +49\/89\/2725902<br \/>\nwww.natura-naturans.de<br \/>\nwww.olaf-rippe.de<br \/>\ninfo@olaf-rippe.de<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abendl\u00e4ndische Elementenlehre und Konstitution Die vier Wesensglieder im Menschen Die Polarit\u00e4t von Sonne (Feuer) und Mond (Wasser); Aurora consurgens; 14. Jh Die Elemente kann man auch als geistige Urbausteine sehen, die das Leben bewirken. Feuer und Luft bilden das aktive, m\u00e4nnliche, zeugende Prinzip, Wasser und Erde dagegen das passive, weibliche, empfangende Prinzip. Dieser Gedanke erinnert an die Yang-Yin-Polarit\u00e4t der chinesischen Medizin. Auch im Abendland kennt man diese Wahrheit, nur nennt man es bei uns Sonne und Mond. Eine hermetische Botschaft lautet: &#8222;Sein Vater (Yang \/ Feuer) ist die Sonne, seine Mutter (Yin \/ Wasser) ist der Mond.&#8220; Danach ist die Grundpolarit\u00e4t des Lebens W\u00e4rme-Feuer und K\u00e4lte-Wasser. Diese Polarit\u00e4t verbindet die unsichtbare Luft, die als Tr\u00e4ger der sch\u00f6pferischen Urkr\u00e4fte gilt, die sie den anderen Elementen mitteilt. Die Vereinigung von Feuer, Wasser und Luft bildet schlie\u00dflich die Grundlage der materiellen Existenz, die der Erde entspricht. Wichtig dabei ist, dass die Elemente in ihrem Wesen unsichtbar und \u00fcbersinnlich sind, also die spirituelle Grundlage des Lebens darstellen. Aus dem dichtesten der Elemente, der Erde, stammen die mineralischen Grundbausteine der Materie. Das Element Wasser verbindet diese Stoffe auf energetische Weise und bildet somit die Grundlage organischen Lebens. 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