{"id":8521,"date":"2016-05-05T15:32:19","date_gmt":"2016-05-05T13:32:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/allgemein\/homoeo-digest-xiv\/"},"modified":"2022-09-05T19:11:43","modified_gmt":"2022-09-05T17:11:43","slug":"auswahl-der-potenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/homoeopathie\/auswahl-der-potenz\/","title":{"rendered":"Auswahl der Potenz in der Hom\u00f6opathie"},"content":{"rendered":"<h2>Heilrezepte XIV<\/h2>\n<p>Die Auswahl der Potenz h\u00e4ngt von eigenen Erfahrungen ab. Es gibt diverse Meinungen unter den verschiedenen Hom\u00f6opathen, wenn es um die Wahl der Potenzen geht. W\u00e4hrend einige empfehlen, eine hom\u00f6opathische Behandlung mit einer C30 zu beginnen, halten andere es f\u00fcr sinnvoll, mit einer C200 oder gar 1M zu beginnen. Manche br\u00fcsken sich damit, nie unter 10M zu verschreiben. Diese Beispiele zeigen mangelhafte wissenschaftliche Grundlagenkenntnisse.<\/p>\n<p>Meister E.K. beschreibt in seinem Buch \u201eOrganon &#8211; The Art of Healing\u201c in 246 Aphorismen genau und ausf\u00fchrlich \u00fcber den Umgang mit Potenzen. In der Praxis hat sich bei chronischen F\u00e4llen bew\u00e4hrt, mit C30 zu beginnen und erst die Potenz des Mittels zu erh\u00f6hen, wenn die Wirkung des Mittels abnimmt. Diese Methode unterst\u00fctzt die Heilung einer Krankheit. Das Wiederholen derselben Potenz sollte vermieden werden, da sonst nicht nur der Verlauf komplizierter wird, sondern auch noch die Symptome vermischt werden. Der Grund daf\u00fcr ist: Nach der ersten Gabe k\u00f6nnen entweder einige Symptome noch verbleiben oder ein ganz neues Bild k\u00f6nnte entstehen. Daher sollte der Arzt jedes Mal wieder neu die Gesamtheit der Symptome als Grundlage f\u00fcr die n\u00e4chste Verschreibung aufnehmen, um den Fall erfolgreich zu behandeln. Die gleiche Potenz zu geben, ohne die Symptome neu aufzunehmen, ist nicht korrekt.<\/p>\n<p>Das Verschreiben mancher Mittel mit der festen Vorstellung, sie reiche f\u00fcr 10, 15 oder 30 Tage aus, ist ebenso unkorrekt. Die Wirkungsdauer der Mittel ist nicht konstant. Sie h\u00e4ngt von der St\u00e4rke der Lebenskraft und dem Fortschritt der Erkrankung ab. Es gibt gute Beispiele, in denen 30er Potenzen sehr lange wirksam waren. Die Potenz h\u00e4ngt eng mit dem jeweiligen Fall zusammen. Der Arzt sollte seinen Erfahrungen entsprechend die Lebenskraft des Patienten beobachten und die geeignete Potenz aufgrund der Gesamtheit der Symptome w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Wenn in chronischen F\u00e4llen auff\u00e4llige mentale Symptome vorhanden sind, kommen h\u00f6here Potenzen in Frage. Treten dann sp\u00e4ter die Symptome wieder auf, sollte die Potenz stufenweise erh\u00f6ht, aber nicht die gleiche Potenz zu oft wiederholt werden. Bei akuten F\u00e4llen und auch bei \u00e4u\u00dferlichen Verletzungen oder Wunden k\u00f6nnen niedrige Potenzen h\u00e4ufiger verschrieben werden.<\/p>\n<p>Das Wichtigste ist, die Potenz immer gerade so hoch zu w\u00e4hlen, um die heilenden Kr\u00e4fte der Lebensenergie anzuregen. F\u00fcr diejenigen, die \u00e4lter sind oder deren Vitalkraft schwach ist, sind niedrige Potenzen am besten. F\u00fcr Patienten im mittleren Alter, deren Lebenskraft noch st\u00e4rker ist, k\u00f6nnen h\u00f6here Potenzen verschrieben werden. Bei neuen Patienten kann man mit niedrigeren Dosierungen anfangen, bis deren vitalen und mentalen Kr\u00e4fte besser eingesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ist die Potenz zu niedrig gew\u00e4hlt, kann eine Verst\u00e4rkung der Erkrankung bzw. der Symptome (eine sogenannte Erstverschlimmerung oder Heilreaktion) auftreten. Wenn die Gesamtheit der Symptome erhalten bleibt, sollte in solchen F\u00e4llen das Mittel in einer h\u00f6heren Potenz gegeben werden. Eine solche Verst\u00e4rkung der Erkrankung bzw. der Symptome kann sogar bei einer zu hoch gew\u00e4hlten Potenz auftreten. Ist das Mittel in \u00dcbereinstimmung mit der Gesamtheit der Symptome, sollte man dem Patienten ein wenig mehr Zeit geben, damit die Symptome heilen k\u00f6nnen. Die Lebenskraft sollte immer gut beobachtet werden.<\/p>\n<p>Mittel aus giftigen Substanzen, wie Lachesis, Crotallus, Naja sollten nicht zu niedrig verordnet werden, z.B. als Urtinktur, da sie ihrer Urform \u00e4hnlich sind und somit gef\u00e4hrliche Pr\u00fcfungssymptome erscheinen k\u00f6nnen.<br \/>\nMan sollte den Heilungsprozess des Patienten gut begleiten und sein Verhalten und den mentalen Zustand sorgf\u00e4ltig beobachten.<\/p>\n<p>Als Hilfe f\u00fcr den Nutzer, um dieses Thema bez\u00fcglich der Potenz besser zu verstehen, werden im Folgenden die Erfahrungen einiger bekannter Hom\u00f6opathen in ihren eigenen Worten wiedergegeben:<\/p>\n<p>\u201eDas richtige Mittel wird in fast jeder Potenz wirken, das falsche in keinem Fall.\u201c [DR HAHNEMANN]<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte deutlich sagen, dass hohe Potenzen nichts f\u00fcr unerfahrene Menschen sind. Ein Verst\u00e4ndnis von Metaphysik, mentaler Philosophie und Logik sind n\u00f6tig, bevor man aus einiger Distanz dem\u00fctig auf ein gewisses Verst\u00e4ndnis \u00fcber deren Wirkung hoffen kann. Ich bin entsetzt \u00fcber manche Leute, die \u2013 nachdem sie ein oder zwei B\u00fccher der Materia Medica gelesen haben und sich noch in einem Zustand mentaler Verdauung befinden \u2013 damit beginnen, ihre Freunde mit Kenntnissen \u00fcber wiederholte Gaben hoher Potenzen und alle paar Tage ein Mittelwechsel zu beeindrucken. Mit dummer Ignoranz und eingebildetem Ruhm schaden sie dem Ruf der Hom\u00f6opathie mehr, als wenn sie einfach nur mit den \u00fcblichen Hausmitteln behandeln w\u00fcrden.\u201c [Dr. Dorothy Shepherd, M.D.]<\/p>\n<p>\u201eEin Arzt, der sich mit den verschiedenen Potenzen auskennt, hat zehn Mal mehr Erfolge als einer, der immer nur eine Potenz benutzt, egal welche es ist.\u201c [Dr. Kent, M.D.]<\/p>\n<p>\u201eJeder hom\u00f6opathische Arzt, der das richtige Mittel zu w\u00e4hlen wei\u00df und sich nicht pressieren l\u00e4sst \u2013 was sich immer r\u00e4cht \u2013 wird bald erkennen: Eine hohe Dynamisierung in langen Intervallen und ohne Wiederholung gegeben sind den h\u00e4ufigen oder zu oft gewechselten Gaben vorzuziehen.\u201c [Dr.\u00a0Boenninghausen]<\/p>\n<p>\u201eDie niedrigen Potenzen sind bei Asthma am erfolgreichsten. Die hohen Potenzen haben nicht versagt, aber in all der Literatur, die ich gelesen habe, schienen die niedrigen Potenzen erfolgreich. Ob das stimmt oder nicht, wei\u00df ich nicht. Ich gebe Fakten wieder, die du selbst beurteilen magst.\u201c [Dr. Farrington]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230; wird fortgesetzt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heilrezepte XIV Die Auswahl der Potenz h\u00e4ngt von eigenen Erfahrungen ab. Es gibt diverse Meinungen unter den verschiedenen Hom\u00f6opathen, wenn es um die Wahl der Potenzen geht. W\u00e4hrend einige empfehlen, eine hom\u00f6opathische Behandlung mit einer C30 zu beginnen, halten andere es f\u00fcr sinnvoll, mit einer C200 oder gar 1M zu beginnen. Manche br\u00fcsken sich damit, nie unter 10M zu verschreiben. Diese Beispiele zeigen mangelhafte wissenschaftliche Grundlagenkenntnisse. Meister E.K. beschreibt in seinem Buch \u201eOrganon &#8211; The Art of Healing\u201c in 246 Aphorismen genau und ausf\u00fchrlich \u00fcber den Umgang mit Potenzen. 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