{"id":6382,"date":"2016-05-27T19:54:35","date_gmt":"2016-05-27T17:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/?p=6382"},"modified":"2022-11-08T18:09:49","modified_gmt":"2022-11-08T17:09:49","slug":"traditional-european-natural-healing-ten-viii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/traditionelle-westliche-medizin\/traditional-european-natural-healing-ten-viii\/","title":{"rendered":"Traditionelle Europ\u00e4ische Naturheilkunde \u2013 TEN [VIII]"},"content":{"rendered":"<h2>Methodik der TEN<\/h2>\n<h3>4.2 Therapie, Pr\u00e4vention und Salutogenese<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Spagyrik<\/h3>\n<p>Diese, auf der Grundlage einer jahrtausende alten alchemistischen Tradition gewachsene Heilkunst ist ein wichtiger Bestandteil des traditionellen Weltbildes. Durch die spagyrische Zubereitung werden die verwendeten Ausgangssubstanzen in spezifischen mehrstufigen Herstellungsschritten (mittels G\u00e4rung, Destillation, Veraschung) aufgeschlossen, umgewandelt und schlussendlich in der spagyrischen Arznei wieder vereinigt. Nach dem Verst\u00e4ndnis der Spagyrik werden sie dabei aus ihrer Bindung an die Materie herausgel\u00f6st, gereinigt \u2013 und auf einer h\u00f6heren Ebene wieder zusammengef\u00fcgt. Selbst hochgiftige Heilpflanzen wie beispielsweise Tollkirsche (Atropa belladonna) k\u00f6nnen durch diese Umwandlung in ungiftige Essenzen \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Ausgangsstoffe von Arzneien<\/h3>\n<p>Neben der Anwendung pflanzlicher Arzneien verwendet die TEN Substanzen aus folgenden Bereichen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mineralien (z. B. Silicea, Calcium phosphoricum, Barium carbonicum)<\/li>\n<li>Metalle (z. B. Magnesium phosphoricum, Mercurius solubilis &#8211; Quecksilber, Aurum metallicum -Gold)<\/li>\n<li>Produkte tierischen Ursprungs (z.B. Lachesis &#8211; Buschotter und andere Schlangengifte, Apis mellifica \u2013 Honigbiene)<\/li>\n<li>Nosoden (Arzneimittel aus Krankheitserregern und -sekreten, K\u00f6rpergeweben und chemisch definierten Substanzen (z. B. Tuberculinum aus Sputum eines Tuberkulosekranken, Endometrium &#8211; Geb\u00e4rmutterschleimhaut, Cortison)<\/li>\n<li>Autonosoden (Arzneimittel aus patienteneigenem Material (z. B. Eigenblut, -urin,\u00a0-lymphe)<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Aranea diadema \u2013 Kreuzspinne<\/h5>\n<p>Die genannten Substanzen werden in der Regel als hom\u00f6opathische Niedrigpotenzen angewendet, meist in den Potenzstufen D2 bis D6. Ausnahme sind Nosoden, die meist h\u00f6her potenziert (&gt; D12) eingenommen werden. Dennoch richtet sich die Auswahl der Mittel nicht nach den Kriterien der klassischen Hom\u00f6opathie, sondern nach den qualitativen, humoralen sowie gewebs-, krankheits- und konstitutionsorientierten Aspekten der TEN-spezifischen Pharmakologie. Joachim Broy pr\u00e4gte daf\u00fcr den Begriff der &#8222;funktionellen Hom\u00f6opathie&#8220;.<\/p>\n<p>Die TEN arbeitet h\u00e4ufig mit individuellen Rezepturen, z. B. Teemischungen aus verschiedenen Pflanzen oder Tropfenmischungen aus pflanzlichen Zubereitungen, gemischt mit potenzierten Bestandteilen (Dilutionen).<\/p>\n<p>Eigenblut und -urin wird alternativ zur potenzierten Anwendung auch intramuskul\u00e4r injiziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>4.2.4 Ab- und Ausleitungsverfahren<\/h3>\n<p>Die ausleitenden Verfahren |Ab- und Ausleitungsverfahren geh\u00f6ren zu den therapeutischen Kernelementen der TEN. Den einzelnen Verfahren werden die folgenden qualitativen und humoralen Wirkungskriterien zugeordnet:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>trockenes Schr\u00f6pfen<\/strong>: Prim\u00e4rer Bezug zum Blutsystem. Aktivierung des W\u00e4rmeprinzips, dadurch reflektorische, tonisierende Wirkung auf die zu behandelnden Gewebe<\/li>\n<li><strong>blutiges Schr\u00f6pfen<\/strong>: Prim\u00e4rer Bezug zum Blutsystem. D\u00e4mpfung des W\u00e4rmeprinzips, dadurch reflektorische, detonisierende Wirkung auf die zu behandelnden Gewebe<\/li>\n<li><strong>Baunscheidtverfahren<\/strong> (mit histaminhaltigem \u00d6l): Prim\u00e4rer Bezug zum Phlegmasystem (hier repr\u00e4sentiert durch das Lymphsystem). Aktivierung der S\u00e4ftebewegung (&#8218;Kl\u00e4rstrom&#8216;) mit reflektorischer, ausgleichender Wirkung auf die zu behandelnden Gewebe\u00a0Baunscheidt-Anwendung am R\u00fccken.<\/li>\n<li><strong>Aderlass<\/strong>: Prim\u00e4rer Bezug zum Blutsystem. Starke allgemeine D\u00e4mpfung des W\u00e4rmeprinzips des Blutes. Nach Hufeland wichtigstes Verfahren bei sthenischen (heute besser: hyperkinetischen) Krankheitsprozessen.<\/li>\n<li><strong>Blutegeltherapie<\/strong>: Prim\u00e4rer Bezug zum Blutsystem. Reflektorisch entstauende und dadurch reinigende Wirkung auf die zu behandelnden Gewebe. Anwendung bei plethorischen Zust\u00e4nden, die auf cholerischen bzw. melancholischen Sch\u00e4rfen basieren.<\/li>\n<li><strong>Cantharidenpflaster<\/strong>: Prim\u00e4rer Bezug zum Phlegmasystem (hier repr\u00e4sentiert durch das Lymphsystem). Reflektorisch stark ausleitende Wirkung auf die zu behandelnden Gewebe. Wird vor allem bei lokalisierten Schmerzzust\u00e4nden angewendet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>4.2.5 Manuelle Therapien<\/h3>\n<p>Manuelle Therapieverfahren sind wichtiger Bestandteil einer naturheilkundlichen Behandlung und werden in der TEN-Praxis oft mit physikalischen Therapien sowie Ab- und Ausleitungsverfahren kombiniert. Organisches Zentrum der meisten manuell-therapeutischen Anwendungen sind Becken, Wirbels\u00e4ule, Kopf- und Kiefergelenke sowie andere Gelenke und ihre entsprechende Muskulatur und dazu geh\u00f6renden Sehnen und B\u00e4nder. Funktionelles Zentrum ist die Statik des Beckens und der Wirbels\u00e4ule als Ergebnis komplexer energetischer Regulationsmechanismen. Die manuellen Therapieverfahren stellen unspezifische oder spezifische Reize dar, die vom K\u00f6rper wahrgenommen, verarbeitet und beantwortet werden.<\/p>\n<p>Typische Formen der manuellen Therapien in der TEN-Praxis sind klassische Massage, Bindegewebs-, Reflexzonen-, Schr\u00f6pfmassage und manuelle Lymphdrainage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>4.2.6 Physikalische Therapien<\/h3>\n<p>Zu den physikalischen Therapien geh\u00f6ren die Hydro-, Thermo-, Schallwellen-, Licht-, Klimatherapie, aber ebenso auch Bewegung, Sauna, Inhalationsbehandlungen oder die Anwendung von Heilerde. Die therapeutischen Anwendungen der vier Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer (W\u00e4rme) bewegen und regulieren durch ihre Reizwirkung die Humores und regen die Selbstheilungskr\u00e4fte an. Sie werden individuell und nach TEN-spezifischen \u00dcberlegungen ausgew\u00e4hlt. Die Absicht, physikalische Therapien anhand wissenschaftlicher Parameter zu beschreiben und zu praktizieren, w\u00fcrde den Menschen auf Symptome reduzieren und kann dem systemischen Denken der TEN nicht gerecht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2026 wird fortgesetzt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellenangaben folgen am Ende des Artikels<\/p>\n<h5>Ver\u00f6ffentlichung s\u00e4mtlicher Bilder und Grafiken mit freundlicher Genehmigung des Bacopa-Verlages.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Kontaktadresse:<\/h4>\n<h5>Friedemann Garvelmann<br \/>\nHauptstr. 8<br \/>\nD-79790 K\u00fcssaberg<br \/>\nwww.trad-nhk.org<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Methodik der TEN 4.2 Therapie, Pr\u00e4vention und Salutogenese &nbsp; Spagyrik Diese, auf der Grundlage einer jahrtausende alten alchemistischen Tradition gewachsene Heilkunst ist ein wichtiger Bestandteil des traditionellen Weltbildes. Durch die spagyrische Zubereitung werden die verwendeten Ausgangssubstanzen in spezifischen mehrstufigen Herstellungsschritten (mittels G\u00e4rung, Destillation, Veraschung) aufgeschlossen, umgewandelt und schlussendlich in der spagyrischen Arznei wieder vereinigt. Nach dem Verst\u00e4ndnis der Spagyrik werden sie dabei aus ihrer Bindung an die Materie herausgel\u00f6st, gereinigt \u2013 und auf einer h\u00f6heren Ebene wieder zusammengef\u00fcgt. Selbst hochgiftige Heilpflanzen wie beispielsweise Tollkirsche (Atropa belladonna) k\u00f6nnen durch diese Umwandlung in ungiftige Essenzen \u00fcberf\u00fchrt werden. &nbsp; Weitere Ausgangsstoffe von Arzneien Neben der Anwendung pflanzlicher Arzneien verwendet die TEN Substanzen aus folgenden Bereichen: Mineralien (z. B. Silicea, Calcium phosphoricum, Barium carbonicum) Metalle (z. B. Magnesium phosphoricum, Mercurius solubilis &#8211; Quecksilber, Aurum metallicum -Gold) Produkte tierischen Ursprungs (z.B. 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Lachesis &#8211; Buschotter und andere Schlangengifte, Apis mellifica \u2013 Honigbiene) Nosoden (Arzneimittel aus Krankheitserregern und -sekreten, K\u00f6rpergeweben und chemisch definierten Substanzen (z. B. Tuberculinum aus Sputum eines Tuberkulosekranken, Endometrium &#8211; Geb\u00e4rmutterschleimhaut, Cortison) Autonosoden (Arzneimittel aus patienteneigenem Material (z. B. Eigenblut, -urin,\u00a0-lymphe) Aranea diadema \u2013 Kreuzspinne Die genannten Substanzen werden in der Regel als hom\u00f6opathische Niedrigpotenzen angewendet, meist in den Potenzstufen D2 bis D6. 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Durch die spagyrische Zubereitung werden die verwendeten Ausgangssubstanzen in spezifischen mehrstufigen Herstellungsschritten (mittels G\u00e4rung, Destillation, Veraschung) aufgeschlossen, umgewandelt und schlussendlich in der spagyrischen Arznei wieder vereinigt. Nach dem Verst\u00e4ndnis der Spagyrik werden sie dabei aus ihrer Bindung an die Materie herausgel\u00f6st, gereinigt \u2013 und auf einer h\u00f6heren Ebene wieder zusammengef\u00fcgt. Selbst hochgiftige Heilpflanzen wie beispielsweise Tollkirsche (Atropa belladonna) k\u00f6nnen durch diese Umwandlung in ungiftige Essenzen \u00fcberf\u00fchrt werden. &nbsp; Weitere Ausgangsstoffe von Arzneien Neben der Anwendung pflanzlicher Arzneien verwendet die TEN Substanzen aus folgenden Bereichen: Mineralien (z. B. Silicea, Calcium phosphoricum, Barium carbonicum) Metalle (z. B. Magnesium phosphoricum, Mercurius solubilis &#8211; Quecksilber, Aurum metallicum -Gold) Produkte tierischen Ursprungs (z.B. Lachesis &#8211; Buschotter und andere Schlangengifte, Apis mellifica \u2013 Honigbiene) Nosoden (Arzneimittel aus Krankheitserregern und -sekreten, K\u00f6rpergeweben und chemisch definierten Substanzen (z. B. Tuberculinum aus Sputum eines Tuberkulosekranken, Endometrium &#8211; Geb\u00e4rmutterschleimhaut, Cortison) Autonosoden (Arzneimittel aus patienteneigenem Material (z. B. Eigenblut, -urin,\u00a0-lymphe) Aranea diadema \u2013 Kreuzspinne Die genannten Substanzen werden in der Regel als hom\u00f6opathische Niedrigpotenzen angewendet, meist in den Potenzstufen D2 bis D6. 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