{"id":19933,"date":"2020-03-01T12:31:12","date_gmt":"2020-03-01T11:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/allgemein\/influenza-common-cold-xii\/"},"modified":"2022-09-05T18:39:53","modified_gmt":"2022-09-05T16:39:53","slug":"influenza-common-cold-xii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/homoeopathie\/influenza-common-cold-xii\/","title":{"rendered":"Grippe Erk\u00e4ltungskrankheiten [XII]"},"content":{"rendered":"<h2>Die Influenza oder echte Grippe<\/h2>\n<h3>\u00dcbersicht \u00fcber die Verlaufsformen der Grippe<\/h3>\n<p>In der Hom\u00f6opathie spielt es vorrangig keine Rolle, ob es sich um eine echte Influenza oder eine leichte Erk\u00e4ltung handelt. Nicht der Grippevirus wird bek\u00e4mpft, sondern die Selbstheilungskr\u00e4fte des Kranken werden individuell unterst\u00fctzt. Im fol\u00adgenden Artikel wird erst das Behandlungsschema nach Dr. Fortier-Bernoville gegeben, anschlie\u00dfend werden die wichtigsten Arzneimittelbilder vorgestellt.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Fasten ist das Beste<\/h3>\n<p>Eine hom\u00f6opathische Behandlung der Grippe, ohne die Einhaltung einer Di\u00e4t, w\u00fcrde das Prinzip der Ganzheitlichkeit schwerlich erf\u00fcllen. Wie bei jeder schweren Erkrankung ist auch bei Grippe eine komplikationslose Behandlung nur dann m\u00f6glich, wenn der K\u00f6rper nicht unn\u00f6tig mit Nahrung belastet wird. Kritisch wird es, wenn die Krankheit richtig ausgebrochen ist und trotzdem die Nahrungszufuhr nicht v\u00f6llig eingestellt wird. Hier steht dem Hom\u00f6opathen eine lange, schwierige Behandlung bevor, d.h. die komplizierten Formen der Influenza werden auftreten (Lungenbeteiligung; typhusartige, septische Richtungen etc.) Des Weiteren wird sich auch die Behandlung in der Genesungszeit als komplikationsanf\u00e4llig herausstellen.<\/p>\n<p>Bei allen schweren Erkrankungen ist es wichtig abzuwarten, bis sich das Grundbild zeigt. Mittel wie Aconit und Belladonna kommen bei der Behandlung der schweren Grippe niemals in Frage, denn sie bergen deren Natur nicht in sich.<\/p>\n<p>Die Behandlung der unkomplizierten, einfachen Grippe ben\u00f6tigt im Grunde nur wenige Mittel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Hauptmittel sind:<\/h3>\n<p>Eupatorium perfoliatum, Gelsemium, Bryonia, Rhus-tox, Rhus radicans, Arnica, Ruta, Sarcolacticum acidum, Dulcamara, Aconit und Belladonna.<\/p>\n<p>Die Behandlung der komplizierten Grippe ist zu schwierig, um in diesem Rahmen genauer darauf einzugehen. Es werden nur stichwortartig die wichtigsten Mittel nach Fortier-Bernoville angegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Es gibt drei Hauptrichtungen von Grippe:<\/h3>\n<ol>\n<li>die nerv\u00f6se Form \u2011 normaler Verlauf<\/li>\n<li>die respirative Form \u2011 komplizierter Verlauf<\/li>\n<li>die gastro-intestinale Form \u2011 komplizierter Verlauf<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die normale Grippe ist im Grunde die nerv\u00f6se Form. Wenn Komplikationen hinzukommen, kann der Verlauf typh\u00f6s, adynamisch oder septisch werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mittel, die beim typh\u00f6sen Verlauf wichtig sind<\/strong><\/p>\n<p>Arnica, Gelsemium, Muriaticum acidum, Rhus-tox, Bryonia, Baptisia, Lachesis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beim adynamischen Verlauf kommen in erster Linie folgende Mittel vor<\/strong><\/p>\n<p>Carbo vegetabilis, Gelsemium, Helleborus und Veratrum album.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der septische Verlauf verlangt nach<\/strong><\/p>\n<p>Arsen, Anthracinum, Echinacea, Lachesis, Naja, Pyrogenium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mittel f\u00fcr die respiratorische Form<\/h3>\n<p><strong>Nase und Nasennebenh\u00f6hlen<\/strong><\/p>\n<p>Allium cepa, Eucalyptus, Hepar sulfuris, Hydrastis, Kalium bichromicum, Nux vomica, Pulsatilla, Sticta pulmonaria.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rachen und Kehlkopf<\/strong><\/p>\n<p>Arum triphyllum, Bromum, Drosera, Justicia, Mercurius, Phytolacca, Rumex, Sambucus nigra, Spongia.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bronchien und Lunge<\/strong><\/p>\n<p>Antimonium arsenicosum, Antimonium tartaricum, Antimomum sulfuricum, Arsenicum album, Ipecacuanha, Kalium bichromicum, Kalium carbonicum, Phosphor, Pulsatilla.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rippenfell<\/strong><\/p>\n<p>Apis, Aesclepias tuberosa, Arsenicum jodatum, Bryonia, Cantharis, Ranunculus bulbosus, Sulfuricum jodatum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mittel f\u00fcr die Verdauungsform<\/h3>\n<p><strong>Magen<\/strong><\/p>\n<p>Anacardium, Bryonia, Carbo vegetabilis, Ipecacuanha, Kalium carbonicum, Nux vomica, Phosphor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pancreas<\/strong><\/p>\n<p>Lachesis, Lycopodium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leber<\/strong><\/p>\n<p>Phosphor, China, Helleborus, Iris, Berberis und Chelidonium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Darm<\/strong><\/p>\n<p>Aloe, Argentum nitricum, Arsenicum album, Capsicum, Nux vomica, Podophyllum und Sulfur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zeit zwischen der Aufnahme des Krankheitskeimes und dem Ausbruch der Krankheit (Inkubation) kann wenige Stunden bis zu einigen Tagen dauern. Je nachdem, wie lange die Inkubationszeit dauert, kann der Hom\u00f6opath daraus schon den ersten Hinweis f\u00fcr die Mittelwahl gewinnen. Lassen Sie sich genau berichten, wie alles angefangen hat.<\/p>\n<p>Die Grippe kann inmitten v\u00f6lligen Wohlbefindens, w\u00e4hrend der gewohnten Besch\u00e4ftigung pl\u00f6tzlich einsetzen. Sie bricht unvermutet mit mehr oder weniger starkem Fieber herein, nicht selten unter Sch\u00fcttelfrost. Die Temperatur steigt schnell, sogar bis 40 Grad C und h\u00f6her, um nach einem oder mehreren Tagen schnell abzufallen. Dazu gesellt sich Kopfschmerz mit solcher Heftigkeit, meist in der Stirngegend, den Augenh\u00f6hlen, dass der Kranke kaum zu denken vermag und halb benommen daliegt. Jeder Hustensto\u00df, jedes Sprechen steigert den Kopfschmerz bis ins Unertr\u00e4gliche.<\/p>\n<p>Im anderen Fall beginnt sie langsam mit Benommenheit des Kopfes, Schwindel, Kreuzschmerz, Ziehen in den Gliedern, dass der Kranke sich nicht aufrecht halten kann. Es scheint, als ob er Blei in den Gliedern h\u00e4tte. Hierzu gesellt sich ein eher trockener, qu\u00e4lender Husten. Daneben finden sich Appetitlosigkeit, Druckempfindlichkeit der Magengrube und Stuhlverstopfung, zuweilen auch Durchfall. In manchen F\u00e4llen ist die Grippe in vier Tagen beendet, in anderen zieht sie sich oft wochenlang hin, w\u00e4hrenddessen zwei bis drei Rezidive auftreten. Erst durch reichliches Schwitzen und Abgang von salzigem Urin erfolgt die Genesung. Schw\u00e4chliche Kranke k\u00f6nnen sich oft lange Zeit nicht erholen und an Nervenst\u00f6rungen leiden (Neuralgien, Neurasthenie usw.).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dosierung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Das entsprechende Mittel wird in der C 200 alle zwei bis vier Stunden wiederholt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Aconit<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>pl\u00f6tzlich einsetzender starker Sch\u00fcttelfrost<\/li>\n<li>muss sich sehr warm einh\u00fcllen<\/li>\n<li>trockene Hitze mit hoher K\u00f6rpertemperatur<\/li>\n<li>der ganze K\u00f6rper gl\u00fcht<\/li>\n<li>der Kranke ist unruhig<\/li>\n<li>\u00e4ngstlicher Gesichtsausdruck<\/li>\n<li>Angst zu sterben<\/li>\n<li>gro\u00dfer Durst auf Kaltes<\/li>\n<li>Schwindel und Erbleichen beim Aufsetzen<\/li>\n<li>drohende Ohnmacht<\/li>\n<li>trockener, qu\u00e4lender Husten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aconitum ist begrenzt auf den Blitzkatarrh. Im Grunde genommen auf F\u00e4lle, die sich innerhalb von 24 Stunden wieder auskurieren k\u00f6nnten. Mit Sicherheit kann man das nicht vorher wissen, aber wenn wir uns streng an das Aconit-Bild halten, dann k\u00f6nnten wir aus der schnellen Wirkung des Mittels diesen Schluss ziehen. Bei einem echten Aconit-Fall weicht die Grippe oft innerhalb von Stunden, oft verbunden mit einem Schwei\u00dfausbruch, wonach der Kranke in tiefen Schlaf f\u00e4llt und v\u00f6llig gesund erwacht. Das passiert bei gesunden, robusten Menschen, bei denen keine Dyskrasie vorhanden ist, wie man das h\u00e4ufig bei Kindern findet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Belladonna<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>brennende Hitze, nimmt nachts zu, manchmal unter leichtem Schwitzen<\/li>\n<li>trockener Kitzelhusten<\/li>\n<li>Gesicht ist gl\u00fchend rot und trocken<\/li>\n<li>starker Blutandrang zum Kopf, begleitet von heftigen, klopfenden Kopfschmerzen<\/li>\n<li>die geringste Bewegung, Licht, Ger\u00e4usche und besonders Ersch\u00fctterung sind dem Kranken unertr\u00e4glich<\/li>\n<li>Durst verlangt nach kleinen Mengen<\/li>\n<li>nachts treten sehr h\u00e4ufig Delirien auf; der Kranke sieht Monster oder Tiere, mit Vorliebe schwarze, geh\u00f6rnte<\/li>\n<li>Belladonna geh\u00f6rt zu den Heilmitteln, durch welche die Temperatur sehr schnell und hoch ansteigt. Diese Menschen, vor allem Kinder, haben eine gesunde Konstitution. Sie sind sehr aktiv, freundlich und mitteilsam.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><\/h3>\n<h3>Echinacea<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>subjektiv gro\u00dfes Krankheitsgef\u00fchl, wobei die Grippe objektiv gesehen noch gar nicht richtig ausgebrochen ist<\/li>\n<li>Gef\u00fchl, als sei er schon lange krank<\/li>\n<li>Schmerzen im ganzen K\u00f6rper<\/li>\n<li>gro\u00dfe Mattigkeit und Ersch\u00f6pfung<\/li>\n<li>Frieren mit \u00dcbelkeit<\/li>\n<li>\u00dcbelkeit besser durch ruhig Liegen<\/li>\n<li>Fieberanstieg mit Fr\u00f6steln oder Sch\u00fcttelfrost im R\u00fccken und rotem Gesicht<\/li>\n<li>Gef\u00fchl, als sei der Kopf dumpf, voll und m\u00fcde<\/li>\n<li>Puls schnell und kr\u00e4ftig<\/li>\n<li>Reizbarkeit und \u00c4rger, wenn etwas gegen seinen Willen gemacht wird<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Immunsystem ist bei diesem Menschen oft schon seit l\u00e4ngerer Zeit geschw\u00e4cht, und ein Infekt, sei es nun eine leichte Erk\u00e4ltung oder eine schwerere Grippe, kann hier leicht Fu\u00df fassen. Gleich zu Beginn gegeben, hat Echinacea die Kraft, sogar eine schwere Virusgrippe abzuwehren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tipp<\/strong><\/p>\n<p>Das Verdauungssystem ist hier \u00fcberstrapaziert worden und hat zur Schw\u00e4chung des Immunsystems mit beigetragen. Jetzt brauchen Ihre Organe Ruhe und Erholung, vor allem die der Verdauung. Sie f\u00fchlen sich so elend, dass es Ihnen den Appetit verschl\u00e4gt. Trinken Sie jetzt nur kaltes Wasser, bis Sie sich wieder ganz gesund f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Feste Nahrung w\u00fcrde jetzt nur im Magen anfangen zu g\u00e4ren und Aufsto\u00dfen und Bl\u00e4hungen verursachen. Trinken Sie jetzt nur kaltes Wasser, bis Sie sich wieder ganz gesund f\u00fchlen, oder trinken Sie mehrmals t\u00e4glich das p\u00fcrierte Fruchtfleisch vor allem von Mangos, aber auch von Beeren, mit Wasser verd\u00fcnnt. Diese frisch p\u00fcrierten Fruchts\u00e4fte sind aufbauend und wohltuend.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Rhus toxicodendron<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>kurzer, trockener Husten, der fast nur nachts auftritt und durch das geringste Abdecken, sogar nur der H\u00e4nde, ausgel\u00f6st wird; auch kalte Luft verschlimmert<\/li>\n<li>warme Getr\u00e4nke w\u00fcrden den Husten bessern, aber der Rhus-tox-Kranke hat h\u00e4ufig Durst auf ganz kleine Mengen Kaltes<\/li>\n<li>die Zunge ist gelb-wei\u00df belegt, meist nur an der Wurzel mit charakteristischem rotem Dreieck an der Spitze<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Tipps <\/strong><\/p>\n<p>siehe Kapitel Schnupfen und Husten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Rhus radicans<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kopfweh mit unertr\u00e4glich steifem Nacken<\/li>\n<li>ein Gef\u00fchl von H\u00e4mmern und Schockschl\u00e4gen im Nacken und oberhalb der Schl\u00e4fen<\/li>\n<li>in den Beinen sind starke ziehend-rei\u00dfende Schmerzen<\/li>\n<li>die Zunge brennt, wobei sich die Zungenspitze wund anf\u00fchlt<\/li>\n<li>Schmerzen zwischen den Rippen schie\u00dfen zu den Schultern<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rhus radicans sollte statt Rhus-tox genommen werden, wenn deutlich eine Steifigkeit, besonders bei den Kopfschmerzen, vorhanden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Arnica<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00fcbler Mundgeruch beim Husten<\/li>\n<li>der Husten ist so schmerzhaft, dass Kinder nach einem Anfall erb\u00e4rmlich weinen<\/li>\n<li>der Kranke liegt benommen da<\/li>\n<li>zusammenhangloses Reden<\/li>\n<li>spielt seine Krankheit herunter<\/li>\n<li>ist schwerkrank und h\u00e4lt sich f\u00fcr gesund<\/li>\n<\/ul>\n<p>Arnica kann manchmal leicht mit Rhus-tox verwechselt werden. Denn der Arnica-Kranke muss auch oft die Stellung wechseln, aber aus einem anderen Grund \u2011 ihm erscheint das Bett zu hart. Auch ganz weiche Unterlagen fangen nach einiger Zeit an, sich immer h\u00e4rter anzuf\u00fchlen. Sie verursachen Schmerzen, die ihn zwingen, h\u00e4ufig die Stellung zu wechseln. Arnica ist ein `f\u00e4ulniserregendes Mittel&#8216;; wenn der Arnica-Kranke hustet, werden die Umstehenden von dem Mundgeruch fast \u00fcberw\u00e4ltigt. Wenn Winde abgehen, stinken sie nach faulen Eiern.<\/p>\n<p>Der Kranke leidet unter gro\u00dfer Benommenheit. Wenn der Behandler eine klassische Anamnese erstellen will, statt einfach zu beobachten, kann ihn der Arnica-Kranke sehr verwirren. Auf Befragen f\u00e4ngt er zwar an, deutlich zu antworten, die Antworten werden in der Folge aber immer unverst\u00e4ndlicher, bis am Ende nur noch Zischlaute zu vernehmen sind. Auch wenn der Arnica\u2011Kranke noch nicht so sehr benommen ist, kann man seine Antworten f\u00fcr die hom\u00f6opathische Fallaufnahme kaum verwerten. Er redet immer zusammenhangloser, kann es sich aber nicht nehmen, oft zu betonen, wie unwichtig ihm seine Krankheit ist; letzten Endes sei alles gar nicht so schlimm. Die klassische Antwort des Arnica-Kranken auf die Frage, wie es ihm gehe, ist: \u201eMir fehlt nichts, ich bin gesund&#8220;, und dabei hat er 41 Grad Fieber! Es kann soweit kommen, dass er den Arzt nicht bem\u00fchen oder ihn sogar wegschicken will. Die gelegentliche Schlummersucht von Rhus-tox darf nicht mit dem stupur\u00f6sen Zustand von Arnica verwechselt werden.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Bryonia<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>geringste Bewegung ist mit erheblichem Schmerz verbunden<\/li>\n<li>Unflexibilit\u00e4t auch im geistigen Bereich<\/li>\n<li>bezeichnend ist seine Teilnahmslosigkeit<\/li>\n<li>gro\u00dfen Durst auf meist Kaltes, au\u00dfer wenn er eine Darmgrippe hat<\/li>\n<li>wenn die Lungen oder das Rippenfell angegriffen sind, liegt er auf der schmerzhaften Seite und h\u00e4lt sich die Stelle mit der Hand, um noch mehr Druck aus\u00fcben zu k\u00f6nnen<\/li>\n<li>er wirkt matt, bet\u00e4ubt und schwer<\/li>\n<li>seine Gesichtsfarbe und die Lippen sind dunkelrot<\/li>\n<li>er sieht sehr krank aus, sein Zustand ist in der Tat oft bedrohlich<\/li>\n<li>schmerzhafter Husten und Kopfschmerzen<\/li>\n<li>kennzeichnend sind die stechenden Schmerzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine echte Bryonia-Grippe entwickelt sich sehr langsam. Bis die Krankheit zum vollst\u00e4ndigen Ausbruch kommt, k\u00f6nnen drei bis vier Tage verstreichen. Die Abneigung gegen die Bewegung ist schon von Anfang an vorhanden, aber der Bryonia-Mensch ist noch nicht richtig krank. Schlie\u00dflich f\u00fchlt er sich eines Morgens nach dem Aufwachen krank genug, um liegen zu bleiben. Am selben Abend und in die Nacht hinein steigt die Temperatur sehr hoch. Bryonia kennzeichnet die Abneigung und die Verschlimmerung durch Bewegung. Er kann stundenlang in einem dunklem Raum in einer Stellung bewegungslos ausharren &#8211; mit dem R\u00fccken zur T\u00fcr. Er erweckt den Anschein zu schlafen und reagiert nur, wenn der andere sehr aufdringlich ist, und dann mit h\u00f6chstem Widerwillen, den er den anderen deutlich sp\u00fcren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Sarcolacticum acidum<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>heftige Magen- und Darmgrippe mit gro\u00dfer \u00dcbelkeit und krampfhaftem W\u00fcrgen<\/li>\n<li>unkontrolliertes Erbrechen nach jeder Nahrungsaufnahme, sogar nach Wasser, gefolgt von gro\u00dfer Entkr\u00e4ftung (Arsen)<\/li>\n<li>die Muskeln f\u00fchlen sich sehr angeschlagen und kraftlos an<\/li>\n<li>kann nachts vor Unruhe kaum schlafen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sarc-acid. passt f\u00fcr Steifheit und Wundheit, \u00e4hnlich wie wir sie schon von Arnica her kennen. Im Anfangsstadium kann man die beiden Mittel kaum voneinander unterscheiden. Der Sarc-acid-Typ bewegt sich wenig und ist \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gelsemium<\/h3>\n<p><strong>Ausl\u00f6sender Faktor<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>warmes Wetter<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Durstlosigkeit<\/li>\n<li>Bewegen der Augen sehr schmerzhaft<\/li>\n<li>f\u00fchlt sich schwer und m\u00fcde<\/li>\n<li>Kopf tut derart weh, dass er sich nicht bewegen kann<\/li>\n<li>Fr\u00f6steln, welches den R\u00fccken hoch- und runterl\u00e4uft<\/li>\n<li>langsamer Puls<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gelsemium-Grippe entwickelt sich langsam und neigt dazu, nach dem dritten bis vierten Tag in die adynamische Form \u00fcberzugehen. Die Gelsemium-Symptomatik geh\u00f6rt zur rein nerv\u00f6sen Form der Grippe. Es ist ein h\u00e4ufiges Mittel bei Influenza in hei\u00dfen L\u00e4ndern oder bei warmem Wetter. Bei Bryonia ist es deutlich jegliche Bewegung, die l\u00e4stig ist und verschlimmert. Bei Gelsemium ist es die Augenbewegung, die so weh tut.<\/p>\n<p><strong>Tipps<\/strong><\/p>\n<p>siehe Kapitel Schnupfen<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Eupatorium perfoliatum<\/h3>\n<p><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>gro\u00dfer Durst auf kaltes Wasser, er trinkt immer wieder gr\u00f6\u00dfere Mengen davon, besonders in den Morgenstunden, als ob er in der Nacht fast verdurstet w\u00e4re<\/li>\n<li>bekommt nach einer Weile Sch\u00fcttelfrost<\/li>\n<li>danach wird ihm \u00fcbel und er erbricht gr\u00f6\u00dfere Mengen gr\u00fcner Fl\u00fcssigkeit (Galle)<\/li>\n<li>alle Symptome, au\u00dfer Kopfschmerz, besser durch Schwitzen<\/li>\n<li>Schmerzen in der Brust beim Einatmen von kalter Luft<\/li>\n<li>Kopfweh mit Augenschmerzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eWeh tun in den Knochen&#8220;- dieses Symptom charakterisiert Eupatorium. Es ist, als ob die Knochen geschlagen oder sogar gebrochen sind. Unertr\u00e4gliche Schmerzen zwingen ihn, sich zu bewegen, obwohl er dadurch keine Erleichterung bekommt. In der ersten Phase der Grippe, wenn die anderen Symptome nicht deutlich auf ein anderes Mittel hinweisen, l\u00e4sst uns dieses Symptom mit Sicherheit Eupatorium geben, sodass der weitere Verlauf abgewendet wird. Bei den Kopfschmerzen tun die Augen \u00e4u\u00dferst weh, und zwar nicht wie bei Gelsemium und Bryonia nur beim Bewegen, sondern die ganze Zeit.<\/p>\n<p>&#8230; wird fortgesetzt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h4>\n<ol>\n<li>\n<h5>und D. Pulford \/ Ravi Roy PNEUMONIE &#8211; Lungenentz\u00fcndung hom\u00f6opathisch behandeln, Lage &amp; Roy Verlag<\/h5>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h4>Entnommen aus<\/h4>\n<h5>Homoeopathischen Ratgeber HR 5 \u2013 \u201eGrippe-Erk\u00e4ltungskrankheiten\u201c, Lage &amp; Roy Verlag D-82418 Riegsee-Hagen<\/h5>\n<h4>Kontakt<\/h4>\n<h5>Lage &amp; Roy Verlag<br \/>\nBurgstra\u00dfe 8<br \/>\n82418 Riegsee-Hagen<br \/>\nTel. 08841 \u2013 44 55<br \/>\n<em>ravi.roy@lage-roy.de<br \/>\n<\/em><a href=\"http:\/\/www.lage-roy.de\/\"><em>www.lage-roy.de<\/em><\/a><\/h5>\n<h4>Foto Gelenium<\/h4>\n<h5>Entnommen von pixabay.com<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Influenza oder echte Grippe \u00dcbersicht \u00fcber die Verlaufsformen der Grippe In der Hom\u00f6opathie spielt es vorrangig keine Rolle, ob es sich um eine echte Influenza oder eine leichte Erk\u00e4ltung handelt. Nicht der Grippevirus wird bek\u00e4mpft, sondern die Selbstheilungskr\u00e4fte des Kranken werden individuell unterst\u00fctzt. Im fol\u00adgenden Artikel wird erst das Behandlungsschema nach Dr. Fortier-Bernoville gegeben, anschlie\u00dfend werden die wichtigsten Arzneimittelbilder vorgestellt. Fasten ist das Beste Eine hom\u00f6opathische Behandlung der Grippe, ohne die Einhaltung einer Di\u00e4t, w\u00fcrde das Prinzip der Ganzheitlichkeit schwerlich erf\u00fcllen. Wie bei jeder schweren Erkrankung ist auch bei Grippe eine komplikationslose Behandlung nur dann m\u00f6glich, wenn der K\u00f6rper nicht unn\u00f6tig mit Nahrung belastet wird. Kritisch wird es, wenn die Krankheit richtig ausgebrochen ist und trotzdem die Nahrungszufuhr nicht v\u00f6llig eingestellt wird. Hier steht dem Hom\u00f6opathen eine lange, schwierige Behandlung bevor, d.h. die komplizierten Formen der Influenza werden auftreten (Lungenbeteiligung; typhusartige, septische Richtungen etc.) Des Weiteren wird sich auch die Behandlung in der Genesungszeit als komplikationsanf\u00e4llig herausstellen. Bei allen schweren Erkrankungen ist es wichtig abzuwarten, bis sich das Grundbild zeigt. Mittel wie Aconit und Belladonna kommen bei der Behandlung der schweren Grippe niemals in Frage, denn sie bergen deren Natur nicht in sich. 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Hier steht dem Hom\u00f6opathen eine lange, schwierige Behandlung bevor, d.h. die komplizierten Formen der Influenza werden auftreten (Lungenbeteiligung; typhusartige, septische Richtungen etc.) Des Weiteren wird sich auch die Behandlung in der Genesungszeit als komplikationsanf\u00e4llig herausstellen. Bei allen schweren Erkrankungen ist es wichtig abzuwarten, bis sich das Grundbild zeigt. Mittel wie Aconit und Belladonna kommen bei der Behandlung der schweren Grippe niemals in Frage, denn sie bergen deren Natur nicht in sich. 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