{"id":18521,"date":"2019-05-01T19:17:35","date_gmt":"2019-05-01T17:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/?p=18521"},"modified":"2022-09-13T21:35:24","modified_gmt":"2022-09-13T19:35:24","slug":"die-lehren-von-sanat-kumara-vi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/philosophie\/die-lehren-von-sanat-kumara-vi\/","title":{"rendered":"Die Lehren von Sanat Kumara [VI]"},"content":{"rendered":"<h3>Gebot 6:<\/h3>\n<h2>Diene den <i>Yog\u00ees<\/i><\/h2>\n<p>Der Begriff <i>Yog\u00ee<\/i> bedeutet &#8218;jemand, in dem Ein\u00adheit ist&#8216;. Er bezeichnet die individuelle Seele, die in ewiger Verbindung mit der Universal\u00adseele lebt. Ein <i>Yog\u00ee<\/i> lebt als Seele in ewiger Ver\u00adbun\u00adden\u00adheit mit der Universalseele und trennt sich nie von ihr. Das Bin Ich ist sein nat\u00fcrlicher Zu\u00adstand. In der Terminologie von Jesus Christus hei\u00dft dies: \u201eIch und mein Vater sind eins.\u201c Es ist eine Situation, die als &#8218;Einer in Zweien&#8216; oder &#8218;Zwei in Einem&#8216; bezeichnet werden kann. Ein <i>Yog\u00ee<\/i> trennt sich nicht von der Universalseele. Er lebt in einem nicht-abgesonderten Zustand, einer nat\u00fcrlichen, ewigen Einheit. Der abgesonderte Status wird <i>Viyoga<\/i> ge\u00adnannt, der nicht-abgesonderte Zustand hei\u00dft <i>Yoga<\/i>. Andere Begriffe, mit denen die <i>Yogis<\/i> be\u00adzeich\u00adnet werden, sind Eingeweihter, Meister, Leh\u00adrer, Heiliger, <i>Sw\u00e2mi<\/i> oder <i>B\u00e2b\u00e2<\/i>. Diese Be\u00adgriffe weisen auf den verwirklichten Sta\u00adtus eines Men\u00adschen hin.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Solchen <i>Yog\u00ees<\/i> zu dienen hilft einem okkulten Sch\u00fcler, die Ber\u00fchrung der Seele zu erhalten. Jene Eingeweihten kommen, um der Welt zu dienen. Sie erwarten nicht den Dienst von Menschen in ihrer Umgebung, denn sie sind Vorbilder des Gebens und nicht des Begehrens. Ihnen zu dienen ist eine Freude bringende Er\u00adfahrung. Sie sind Menschen, die f\u00fcr andere da sind und nichts f\u00fcr sich selbst haben wollen, aber es ist nicht leicht, den <i>Yog\u00ees<\/i> zu dienen, weil ihre Handlungen oft eigenwillig oder widerspr\u00fcchlich erscheinen. Wer in festen Formen oder Vorstellungen denkt, wird immer wieder \u00fcberrascht und verwirrt, wenn er einem <i>Yog\u00ee<\/i> dient. Oft ist es so, dass Leute, die zu ihm kommen, um ihm zu Diensten zu sein, ihn wieder verlassen, weil sie ihn nicht verstehen. Und noch viel \u00f6fter geschieht es, dass Personen, die einem Lehrer dienen, von Stolz erf\u00fcllt werden und sich durch ihren eigenen Stolz von ihm entfernen. Durch ihr nicht nachvollziehbares Verhalten stellen die Meister oder Lehrer Heraus\u00adfor\u00adde\u00adrungen f\u00fcr die Sch\u00fcler der mentalen und intellektuellen Ebene dar. Gleichzeitig empfangen die Sch\u00fcler die subtile Ber\u00fchrung der Seele, durch die sie vollkommen umgewandelt werden, um die Seelenber\u00fchrung erhalten zu k\u00f6nnen. Die Pers\u00f6nlichkeit des dienenden Sch\u00fclers w\u00fcrde den Lehrer gern verlassen, aber seine Seele m\u00f6chte mit dem Lehrer in Verbindung bleiben. Deshalb schwankt der Sch\u00fcler \u00fcber lange Jahre hin und her. Er kann nicht bleiben, aber auch nicht weggehen. Dies ist die subtile Methode des Lehrers, durch die er in einem dienenden Sch\u00fcler einen Kampfplatz aufbaut. Zwischen der Seele und ihrer Pers\u00f6nlichkeit findet ein Kampf statt. Der Lehrer wartet, um zu\u00adzu\u00adschauen und F\u00fchrung zu geben, falls er darum gebeten wird. Das ist das Geheimnis von <i>Krishna<\/i>, der im Streitwagen von <i>Arjuna<\/i> bereitsteht. Nur wenn <i>Arjuna<\/i> ihn fragte, gab er ihm einen Rat. Ansonsten schwieg er.<\/p>\n<p><i>Arjuna<\/i> diente <i>Krishna<\/i>, dem Meister, und des\u00adhalb stand der Meister f\u00fcr <i>Arjuna<\/i> bereit. <i>Ar\u00adjuna<\/i> ist der Sch\u00fcler. Er ist unser Repr\u00e4sentant, der Repr\u00e4sentant der Menschheit. <i>Krishna<\/i> ist der Lehrer, der Repr\u00e4sentant der Hierarchie. <i>Ar\u00adjuna<\/i> ist die Pers\u00f6nlichkeit, und <i>Krishna<\/i> ist die Seele. Die Anwesenheit der Seele macht es der Per\u00ads\u00f6n\u00adlich\u00adkeit m\u00f6glich, sich auf die Seele auszurichten, aber das Bem\u00fchen um Ausrichtung bleibt bei der Pers\u00f6nlichkeit. Licht ist immer Licht. Wenn sich jemand auf das Licht ausrichtet, ist das f\u00fcr ihn hilfreich. Tut er es nicht, verliert das Licht dadurch nichts. Deshalb ist es Sache der Pers\u00f6nlichkeit, sich auf das Licht auszurichten und damit das entsprechende Licht zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Stolz und Vorurteil<\/h3>\n<p>Wer von Stolz erf\u00fcllt ist, kann dem Lehrer, dem Heiligen, nicht dienen. Stolz ist die schwierigste Schwelle, die der Mensch \u00fcberschreiten muss. Der Stolz wird vom Vorurteil unterst\u00fctzt. Wo Stolz ist, da sind auch Vorurteile leben\u00addig. Wer vorgefasste Meinungen hat, neigt zum Ur\u00adtei\u00adlen. Aber solche Urteile sind von Gerechtig\u00adkeit und richtigen Wahrnehmungen weit entfernt. Wo Stolz herrscht, da nimmt man nicht mehr richtig wahr. Wenn man aufgrund falscher Wahrnehmungen urteilt, f\u00fchren solche Beurteilungen in die Irre. Nur wenn die Seele \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit herrscht, kann man richtig wahrnehmen. Aber die Seele kann sich nicht gegen\u00fcber der Pers\u00f6nlichkeit durchsetzen, wenn die Pers\u00f6nlichkeit von Stolz erf\u00fcllt ist. Genau das widerfuhr <i>Arjuna<\/i> und auch Herkules. Sehr oft passierte es zahlreichen Weltj\u00fcngern, wenn sie nicht auf ihre Lehrer ausgerichtet waren.<\/p>\n<p>Dienst f\u00fcr den Lehrer schlie\u00dft umfassende Dienstaktivit\u00e4t auf der physischen Ebene ein. Das <i>Arya-Dharma<\/i> sagt: \u201eDient den Lehrern auf der physischen Ebene und empfangt die subtile Weisheit, die sie durch ihr Schweigen, ihre subtilen Handlungen und beil\u00e4ufigen Worte lehren.\u201d Tiefgr\u00fcndige Lehre kommt in beil\u00e4ufigen Worten zum Ausdruck, und die Schl\u00fcssel zur Weisheit werden in beil\u00e4ufigen Bemerkungen gegeben. Strukturiertes Lehren ist nur ein allgemeines Unterrichten. Beil\u00e4ufige und r\u00e4tselhafte Aussagen entfalten unermessliche Weisheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>N\u00e4he zum Lehrer<\/h3>\n<p>Um einem Lehrer dienen zu k\u00f6nnen, ist es notwendig, in seiner N\u00e4he zu sein. Diese N\u00e4he bietet eine besondere Gelegenheit und stellt gleichzeitig ein Hindernis dar. Es ist so, als w\u00fcrden wir uns dicht neben einer lodernden Flamme aufhalten. Dies kann hilfreich sein, wenn wir aufmerksam sind. Aber es ist auch gef\u00e4hrlich, denn wir k\u00f6nnen uns verbrennen. Durch <i>\u0160raddh\u00e2<\/i> ist ein Sch\u00fcler imstande, die N\u00e4he eines Lehrers zu erhalten. Wenn der Sch\u00fcler beim <i>\u0160raddh\u00e2<\/i> ins Strau\u00adcheln kommt, l\u00e4sst seine Aufmerksamkeit nach. Das ist genauso als w\u00fcrde er seine Finger in die Flamme halten.<\/p>\n<p>Daher wird das Arbeiten mit einem Lehrer mit dem Gehen auf Messers Schneide verglichen. Schon ein leichtes Abflauen der Aufmerksamkeit kann eine schlimme Verletzung zur Folge haben. Die Schwere der Verletzung ist vor allem auf die gewaltige Geschwindigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren. Normalerweise erlebt der Sch\u00fcler durch die Me\u00adthode von Versuch und Irrtum langsame und schritt\u00adweise Umwandlungen. Diese Methode er\u00adstreckt sich \u00fcber lange Zeitzyklen, aber in der N\u00e4he eines Lehrers finden alle Umwandlungen mit unvorstellbarer Geschwindigkeit statt. Es hei\u00dft, dass die Umwandlungen und alles, was man zu lernen hat, selbst bei intensivem Bem\u00fc\u00adhen in zw\u00f6lf Leben kaum zu bew\u00e4ltigen sind, doch in der N\u00e4he eines Lehrers kann alles innerhalb von zw\u00f6lf Jahren erreicht werden. Dieser Ge\u00ad\u00adschwin\u00ad\u00addig\u00adkeit der Ereignisse wird der Sch\u00fcler unter\u00adworfen, so dass er raschere Fort\u00adschritte macht. Damit der Sch\u00fcler eine angenehme und sichere Reise hat, erfordert diese Methode von seiner Seite hochgradige Aufmerk\u00adsam\u00adkeit. Daher kann man nicht viele Jahre in der N\u00e4he eines Lehrers arbeiten, wenn man nicht \u00e4u\u00dferst aufmerksam ist.<\/p>\n<p>Licht hat in seiner n\u00e4chsten Umgebung auch Schatten. Eine Lampe strahlt viel Licht in die Umgebung aus, aber direkt unterhalb der Lampe befindet sich der Schatten. Oft passiert es, dass ein Sch\u00fcler durch Illusion dem Stolz erliegt, in der N\u00e4he des Lehrers zu sein. Dadurch entfernt er sich selbst von dem Licht, das durch den Lehrer strahlt, und er f\u00e4llt in den Schatten. Im <i>Kali<\/i>-Zeitalter geschieht dies noch viel h\u00e4ufiger. Das <i>Kali Yuga<\/i> wird beschrieben als &#8218;Suche nach Licht im Schatten der Lampe&#8216;. Wie kann man helfen, wenn jemand im Schatten nach Licht sucht? Gerade dort ist der einzige kleine Ort, an dem es kein Licht gibt. So sind Sch\u00fcler, die in der N\u00e4he des Lehrers arbeiten und darauf stolz sind, anf\u00e4llig daf\u00fcr, in den Schatten des Lichts zu fallen. Ihr Stolz zeigt sich in ihrem Besitz\u00adan\u00ad\u00adspruch auf den Lehrer, in dem Versuch, ihre Mit\u00adsch\u00fcler zu kontrollieren und in der falschen Aus\u00adlegung der Lehren des Lehrers. Sie klatschen und tratschen sogar \u00fcber den Lehrer, den sie in Wirklichkeit nicht kennen.<\/p>\n<p>Wer unerm\u00fcdlich danach strebt, in der Ge\u00adgen\u00adwart des Lehrers zu sein, auch w\u00e4hrend er sich in seiner N\u00e4he aufh\u00e4lt, kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Denn es ist die Gegenwart, die lautlose Umwandlungen bewirkt. Solche Personen erleben tats\u00e4chlich die Ber\u00fchrung der Seele und die Bindungen ihrer Pers\u00f6nlichkeit lassen nach. Bedauernswert ist hingegen, wer die N\u00e4he eines Lehrers gewinnt und die Gegenwart verliert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wie schon oben erw\u00e4hnt, ist die Pers\u00f6nlich\u00adkeit durch Negativ-Paare gebunden und zwar durch Stolz und Vorurteil, Ehrgeiz und Angst, Miss\u00ad\u00adtrauen und Besitzgier, Bequemlichkeit und Schlaf, Zorn und Gereiztheit, Unwissenheit und Illusion, Verlangen und Ablehnung. Diese Paare winden sich um die Pers\u00f6nlichkeiten und halten sie fest. Sie sind wie die Windungen einer Python, die einen Menschen an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen bindet. Er kann sich nicht selbst helfen, da seine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe gebunden sind. Ihm kann nur von jemandem geholfen werden, der au\u00dferhalb dieser Bindungen lebt. Ein Lehrer ist nicht gebunden. Deshalb kann er helfen, die Bindungen zu l\u00f6sen. Es ist die Absicht der Hierarchie, die Menschheit aus der Bindung ihrer verfestigten Pers\u00f6nlichkeit zu befreien.<\/p>\n<p>Man muss sehr aufmerksam sein, um die Fein\u00adheiten des Lehrers wahrzunehmen. Beson\u00addere Weisheit kann von allen erkannt werden, die diese Feinheiten wahrnehmen. F\u00fcr sie bleibt der Weg voller Freude. Ihre Freude kommt nicht aus \u00e4u\u00dferen Ereignissen, sondern aus inneren Offenbarungen. Es hei\u00dft, der Dienst f\u00fcr einen Lehrer w\u00e4hrt mindestens zw\u00f6lf Jahre und l\u00e4ngstens drei\u00dfig Jahre.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unter den Sch\u00fclern, die dem Lehrer dienen, werden jene, die ihren Dienst in hervorragender Weise leisten, vom Lehrer in einen anderen Rang erhoben \u2013 in die &#8218;Sohnschaft&#8216;. Es sind jene Sch\u00fcler, durch die der Lehrer weiterhin arbeitet, w\u00e4hrend andere zu J\u00fcngern (angenommenen As\u00adpi\u00adran\u00adten) werden und die Arbeit mit seiner In\u00adspi\u00adra\u00adtion weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Zeit, in der ein Sch\u00fcler in der N\u00e4he eines Lehrers bleibt, nennt man die Dauer des &#8218;Praktikums&#8216;. In dieser Zeit lebt der Sch\u00fcler innerhalb der Aura des Lehrers. W\u00e4hrend dieses &#8218;Praktikums&#8216; muss sich der Sch\u00fcler nach innen wenden und sich verinnerlichen, um die Aura zu erfahren. F\u00fcr alle, die sich nach innen wen\u00adden, kommt die Aura des Lehrers als ihr inne\u00adres Licht zum Ausdruck. Dadurch bekommt der Sch\u00fcler F\u00fchrung von innen. Au\u00dfen ist der Leh\u00adrer scheinbar in der menschlichen Gestalt, und sein Licht ist normalerweise nicht zu sehen. Der Lehrer im Inneren hat nicht die Gestalt aus Fleisch und Blut, sondern er ist aus aurischem Licht. Das Erleben des Lehrers im Inneren erm\u00f6glicht dem Sch\u00fcler, innere Kontemplationen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Selbst-Verwirklichung ist das Ziel<\/h3>\n<p>Der Zweck des Zusammenseins mit dem Lehrer beginnt an diesem Punkt der Verinnerlichung. Selbst-Verwirklichung ist das Ziel. Bis wir lernen, nach innen zu gehen, k\u00f6nnen wir nicht viel Licht erhalten, und wir erreichen nicht das Licht des Lehrers. Der Lehrer sagt dies nicht ausdr\u00fccklich, aber die intelligenten Sch\u00fcler m\u00fcssen es erfassen und damit arbeiten. Diese Methode f\u00fchrt zur Innenschau und Vision. In diesem Stadium m\u00f6chte man noch viel mehr nach innen gehen, statt sich mit Hilfe des Denkens in der Objektivit\u00e4t umher zu bewegen. Das subjektive Denken wird aktiv.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Inneren kann sich das menschliche Denk\u00adver\u00adm\u00f6gen genauso gut bewegen. Der Mensch hat nur gelernt, mit Hilfe seines Verstan\u00addes au\u00dfen aktiv zu werden. Dahingehend hat er das Denken trainiert. Jetzt wendet er sich einem anderen Ver\u00adstan\u00addestraining zu, n\u00e4mlich das Den\u00adken nach innen zu wenden und dort aktiv zu werden. Ein ok\u00adkul\u00adter Sch\u00fcler kann mit der\u00adsel\u00adben Leichtigkeit in die Subjektivit\u00e4t wie in die Objektivit\u00e4t gehen. Das Denken ist subjektiv und objektiv. Es kann nach innen und nach au\u00dfen gehen. Das Denk\u00adver\u00adm\u00f6\u00adgen ist ein Spie\u00adgel, der entsprechend der vor\u00adge\u00adge\u00adbenen Rich\u00adtung widerspiegelt. Der Spiegel kann nach Wes\u00adten (zur Objektivit\u00e4t) und nach Os\u00adten (zur Subjektivit\u00e4t) ausgerichtet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Sei ein Beobachter<\/h3>\n<p>Der Lehrer tut dies mit Leichtigkeit, und die Sch\u00fc\u00adler k\u00f6nnen m\u00fchelos folgen, da es ihnen vor\u00adge\u00adf\u00fchrt wird. Wenn sie im Inneren bleiben und ihr Denken nach innen wenden, werden sie dahin gef\u00fchrt, dass sie beobachten, welche Ge\u00addan\u00adken und welche Gedankenmuster in ihnen vorherrschen. Die Person steht \u00fcber den Ge\u00addan\u00adken\u00admustern. Durch die Technik der Ge\u00addan\u00adken\u00adbeobachtung wird es m\u00f6glich, au\u00dferhalb der Ge\u00addan\u00adkenmuster zu stehen. Dies muss \u00fcber viele Jahre ge\u00fcbt werden. Unsere Gedanken lassen nicht zu, dass wir beobachten. Wir werden von unseren Gedanken entf\u00fchrt. Jedes Mal, wenn wir von einem Gedanken entf\u00fchrt wurden, m\u00fcssen wir uns bem\u00fchen, erneut die Beob\u00adach\u00adter\u00adhaltung einzunehmen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gedanken verursachen Energiebewegungen. Wenn wir die F\u00e4higkeit erworben haben, unsere eigenen Gedanken zu beobachten, blei\u00adben wir au\u00dferhalb dieser Bewegungen. Nur durch unsere Mitwirkung k\u00f6nnen die Ge\u00addan\u00adken umherziehen, und nur durch unsere Mitwirkung gibt es die Pulsierungs- und Atmungs\u00adbe\u00adwe\u00adgung. Wenn wir darauf ausgerichtet sind, unsere Ge\u00addan\u00adken zu beobachten, l\u00e4sst die Ge\u00adschwin\u00addig\u00adkeit, mit der Gedanken erzeugt werden, langsam nach. Gleichzeitig verringert sich auch die Geschwindigkeit der Atem\u00adz\u00fcge. Wenn sich die Be\u00adwe\u00adgun\u00adgen verringern, beginnt der \u00fcbende Sch\u00fc\u00adler zu sp\u00fcren, wie angenehm es ist, im Inneren zu sein. In ihm setzt auch die Wahr\u00adneh\u00admung ein, dass er eigentlich der Stabile, Unver\u00ad\u00e4n\u00adder\u00adliche ist, der in das Ver\u00e4nderliche eintritt. Er erkennt, dass er im Inneren seines Wesens un\u00adver\u00ad\u00e4n\u00adder\u00adlich und in den \u00e4u\u00dferen Schich\u00adten ver\u00e4n\u00adderlich ist. So tritt er von Zeit zu Zeit in die Sub\u00adjek\u00adtivit\u00e4t und die damit verbundene Stabilit\u00e4t ein. In diesem stabilen Zustand erlebt er nur die sub\u00adtile Pulsierung, die die Wahr\u00adheit &#8218;Das Bin Ich&#8216; laut verk\u00fcndet.<\/p>\n<p>Auf diese Weise wird der Sch\u00fcler jemand, der sich im Inneren aufh\u00e4lt und wohnt. Solche Innewohnenden erhalten mehr Aufmerksamkeit vom Lehrer. Sie empfangen mehr Licht und auch den magnetischen Einfluss, der es ihnen er\u00adm\u00f6g\u00adlicht, immer tiefer in sich selbst hineinzugehen. Die Sch\u00fcler machen Erfahrungen, die bis dahin nicht wahrnehmbar und ungreifbar waren. Langsam begreifen sie, dass der Inne\u00adwoh\u00adnende Zugang zur subtilen Welt hat, um dort Erfahrun\u00adgen zu machen, die viel mehr Freude bereiten als alle Erfahrungen der grobstofflichen Welt, die man mit Hilfe des grobstofflichen K\u00f6rpers macht, der aus dem \u00e4u\u00dferen Denken, den Sinnen und dem physischen K\u00f6rper besteht. Dann wird der K\u00f6rper als Hilfsmittel oder als Fahrzeug f\u00fcr die \u00e4u\u00dfere Arbeit betrachtet. W\u00e4hrend der Kon\u00adtem\u00adpla\u00adtion und Meditation wird das \u00e4u\u00dfere Fahr\u00adzeug geparkt, und man benutzt das innere Fahr\u00adzeug, um innere Erfahrungen zu machen. Im Feinstofflichen erlebt man mit Hilfe des feinstofflichen Fahrzeugs, im Grobstofflichen erlebt man alles durch den grobstofflichen K\u00f6rper. Der feinstoffliche K\u00f6rper ist eine Kopie des grob\u00adstoff\u00adli\u00adchen K\u00f6rpers und umgekehrt. In der Ge\u00adgen\u00adwart des Lehrers vollzieht sich diese Um\u00adwand\u00adlung schneller. Ebenso gibt er auf subtile Weise Unterricht und Ausbildung, um es dem Sch\u00fcler zu erm\u00f6glichen, sogar seinen feinstofflichen K\u00f6rper abzulegen, zu parken und in den Kausal\u00adk\u00f6r\u00adper einzutreten. Sp\u00e4ter wird auch der Kausal\u00adk\u00f6rper abgelegt, damit man einfach als Seele Erfahrungen machen kann. In diesem Sta\u00addium erlebt man nur Das. Das Bin Ich ist die Er\u00adfah\u00adrung der Seele. Aus diesem Grund wird die Seele als Fahrzeug des Geistes bezeichnet. Die Seele wiederum kann auf der Kausalebene mit Hilfe des Kausalk\u00f6rpers, auf der feinstofflichen Ebene mit Hilfe des feinstofflichen K\u00f6rpers und auf der grobstofflichen Ebene mit Hilfe des grobstofflichen K\u00f6rpers arbeiten. Diese M\u00f6glich\u00adkei\u00adten sind aufgrund der Gegenwart des Lehrers gegeben, denn durch seine Gegenwart f\u00fchrt er die ernsthaften Sch\u00fcler, so dass sie diese Um\u00adwand\u00adlun\u00adgen durchlaufen.<\/p>\n<p>Somit hat die Seele drei verschiedene K\u00f6rper in drei unterschiedlichen Abstufungen mit dem entsprechenden Glanz und Magnetismus. Ist die Seele erst einmal erkannt, hat sie die M\u00f6glich\u00adkeit, in einen der drei K\u00f6rper einzutreten und ihn wieder zu verlassen. In geheimnisvoller Weise wird dies mit den Worten ausgedr\u00fcckt: \u201eDer Mensch muss dreimal sterben, ehe er sich selbst erkennt.\u201d Wir sollten verstehen, dass der Tod ein Weggehen ist. Den Tod als solchen gibt es nicht. Dies ist die Sch\u00f6nheit der Umwandlung, die geschieht. Deshalb k\u00f6nnen wir uns nicht einfach auf die grobstoffliche Form begrenzen und an dem grobstofflichen Namen jener Form festhalten. In den verschiedenen Stadien des Seins haben wir verschiedene Namen. Die Namen sind Codeworte, durch die wir in unterschiedlichen Stadien arbeiten k\u00f6nnen. Obwohl dieses Wissen vermittelt wurde, halten die Sch\u00fcler leider immer noch sehr stark an ihren Namen und Formen fest. Sie halten an ihren grobstofflichen Namen und Formen fest sowie an allem, was damit verbunden ist. In solchen F\u00e4llen wartet der Lehrer ab. Dem Lehrer zu dienen, ist das sechste Gebot. Der Dienst f\u00fcr den Lehrer hat die Selbstverwirklichung als Ziel. Wenn wir das Ziel verwirklichen, erkennen wir auch, was der Lehrer ist, und der Lehrer gibt so viel zu erkennen wie der Sch\u00fcler sich um Offenbarung bem\u00fcht. Dieses sechste Gebot hat noch viele weitere Dimensionen. Eine Dimension wird hier vorgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Der Lehrer ist ein Medium des G\u00f6ttlichen<\/h3>\n<p>Auch Lord <i>Krishna<\/i> empfiehlt eindringlich, dem Lehrer zu dienen, der die Schl\u00fcssel zum Handeln, zur Weisheit und zur Selbstverwirklichung hat. Die Lehrer sind <i>Yog\u00ees<\/i> und Repr\u00e4sentanten des G\u00f6ttlichen. Das G\u00f6ttliche sieht durch sie, spricht durch sie und gibt durch sie seine Ber\u00fchrung. In der Gegenwart eines Lehrers werden Aspiranten reichlich gef\u00f6rdert \u2013 genauso wie ein Eisenst\u00fcck, das in der Gegenwart eines Magneten magnetisiert wird. Die g\u00f6ttliche Gegenwart flie\u00dft durch den Lehrer bzw. den <i>Yog\u00ee<\/i> und macht sich f\u00fcr die aufrichtigen Aspiranten zug\u00e4nglich. Es ist die Absicht der Lehrer auf dem Planeten, f\u00fcr die aufrichtigen Sucher zug\u00e4nglich zu sein. Die Leh\u00adrer sehen einfach und gew\u00f6hnlich aus, aber sie sind au\u00dfergew\u00f6hnlich. Sie sind Medien des G\u00f6ttlichen. Zu ihnen geh\u00f6ren z. B. Jesus, Pytha\u00adgo\u00adras, <i>Maitreya, <\/i><i>CVV<\/i><i>, R\u00e2makrishna<\/i> und eine ganze Reihe anderer. Diese Lehrer leben mitten unter den Menschen. Sie bleiben gew\u00f6hn\u00adlich unter den gew\u00f6hnlichen Leuten, aber sie sind die Ungew\u00f6hnlichen. Stets bleibt ein Lehrer neu\u00adtral und l\u00e4sst das G\u00f6ttliche durch sich in der Um\u00adge\u00adbung arbeiten. Er hat kein besonderes, eige\u00adnes Programm. Der Plan des G\u00f6ttlichen ist das einzige Programm des Lehrers. Er beobachtet das Spiel des G\u00f6ttlichen durch ihn in seinem Umfeld. So ist er Zeuge, wie das G\u00f6ttliche manche Personen segnet. Mit anderen spricht es, wieder andere ber\u00fchrt es, manche l\u00e4chelt es an, mit einigen ist es ernst, manchen begegnet es schweigend, und zu einigen ist es gespr\u00e4chig. Das G\u00f6ttliche tut unterschiedliche Dinge mit unter\u00adschiedlichen Aspiranten, die sich um den Lehrer sammeln. Der Lehrer bleibt unpers\u00f6nlich. Er wei\u00df, dass das G\u00f6ttliche am Werk ist und bleibt wachsam, um es dem G\u00f6ttlichen zu erm\u00f6glichen, den Aspiranten in seiner Umgebung ihren gegenw\u00e4rtigen Bed\u00fcrfnissen entsprechend zu antworten. Was die Aspiranten brauchen, un\u00adter\u00adscheidet sich von dem, was sie sich w\u00fcnschen. Sie wissen nicht, wie sie sich das w\u00fcnschen k\u00f6nnen, was sie brauchen. Normalerweise empfinden sie ihre W\u00fcnsche als ihre Bed\u00fcrfnisse. Das G\u00f6ttliche erf\u00fcllt den Aspiranten keine W\u00fcn\u00adsche, aber es erf\u00fcllt ihre Bed\u00fcrfnisse, sofern die Aspiranten ausgerichtet sind.<\/p>\n<p>Damit die Aspiranten zur richtigen Ausrich\u00adtung finden, bekommen sie den Schl\u00fcssel, dem Lehrer auf allen Ebenen zu dienen, das hei\u00dft, ihm auf der physischen Ebene zu dienen, an seiner Arbeit mitzuwirken und ihm allgemein zur Verf\u00fcgung zu stehen, um ihm jegliche Unter\u00adst\u00fctzung zu geben, die er auf seiner pers\u00f6nlichen Ebene m\u00f6glicherweise braucht. Dienst f\u00fcr den sichtbaren Lehrer gef\u00e4llt dem unsichtba\u00adren G\u00f6ttlichen, und das G\u00f6ttliche wiederum \u00fcbermittelt die Schl\u00fcssel. Im Wesentlichen sind es drei Schl\u00fcssel. Einer ist der Schl\u00fcssel zum Han\u00addeln. Wenn ein Aspirant den Schl\u00fcssel zum Han\u00addeln begreift, wird er nicht l\u00e4nger so handeln, dass er sich selbst f\u00fcr die Gegenwart und die Zu\u00adkunft bindet. Er erkennt Handlung als freu\u00addige T\u00e4tigkeit, an der keine Bindungen befes\u00adtigt sind. Der Schl\u00fcssel zum Handeln befreit den Aspiranten von seinem <i>Karma<\/i>. Als Zweites wird der Schl\u00fcssel zur Weisheit gegeben, um die eigene Pers\u00f6nlichkeit zu erleuchten und Seelen\u00adbe\u00adwusst\u00adsein zu erreichen. Dadurch w\u00e4chst der As\u00adpi\u00adrant in gr\u00f6\u00dferes Licht. Als Drittes erh\u00e4lt man den Schl\u00fcssel zur Selbstverwirklichung. Er wird als Technik des Gebets, der Verehrung oder der Me\u00addi\u00adtation \u00fcbermittelt. Dadurch bekommt der Aspirant die M\u00f6glichkeit, das Selbst zu erkennen. Alle Schl\u00fcssel werden dem Aspiranten vom G\u00f6ttli\u00adchen durch den Lehrer gegeben. Deshalb ist der Dienst f\u00fcr den Lehrer ein eigener Schl\u00fcssel, der die T\u00fcren zu allen anderen Schl\u00fcsseln \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Lord <i>Krishna<\/i> gibt diesen Schl\u00fcssel als 34. Vers im vierten Kapitel der Bhagavad G\u00eet\u00e2. Da\u00adrin hei\u00dft es: \u201eErkenne, dass man durch dem\u00fctigen, hin\u00adge\u00adbungs\u00advollen und aufrichtigen Dienst f\u00fcr den Lehrer von ihm das Wissen empf\u00e4ngt \u2013 das Wis\u00adsen vom Selbst, von der Sch\u00f6pfung und von allem, was Ist.\u201d<\/p>\n<p><em>&#8230; wird\u00a0<\/em><i>fortgesetzt\u00a0<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Entnommen aus dem Buch<br \/>\nDie Lehren von Sanat Kumara<br \/>\nDhanishta Publications: dhanishta.org<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebot 6: Diene den Yog\u00ees Der Begriff Yog\u00ee bedeutet &#8218;jemand, in dem Ein\u00adheit ist&#8216;. Er bezeichnet die individuelle Seele, die in ewiger Verbindung mit der Universal\u00adseele lebt. Ein Yog\u00ee lebt als Seele in ewiger Ver\u00adbun\u00adden\u00adheit mit der Universalseele und trennt sich nie von ihr. Das Bin Ich ist sein nat\u00fcrlicher Zu\u00adstand. In der Terminologie von Jesus Christus hei\u00dft dies: \u201eIch und mein Vater sind eins.\u201c Es ist eine Situation, die als &#8218;Einer in Zweien&#8216; oder &#8218;Zwei in Einem&#8216; bezeichnet werden kann. Ein Yog\u00ee trennt sich nicht von der Universalseele. Er lebt in einem nicht-abgesonderten Zustand, einer nat\u00fcrlichen, ewigen Einheit. Der abgesonderte Status wird Viyoga ge\u00adnannt, der nicht-abgesonderte Zustand hei\u00dft Yoga. Andere Begriffe, mit denen die Yogis be\u00adzeich\u00adnet werden, sind Eingeweihter, Meister, Leh\u00adrer, Heiliger, Sw\u00e2mi oder B\u00e2b\u00e2. Diese Be\u00adgriffe weisen auf den verwirklichten Sta\u00adtus eines Men\u00adschen hin.\u00a0 Solchen Yog\u00ees zu dienen hilft einem okkulten Sch\u00fcler, die Ber\u00fchrung der Seele zu erhalten. Jene Eingeweihten kommen, um der Welt zu dienen. Sie erwarten nicht den Dienst von Menschen in ihrer Umgebung, denn sie sind Vorbilder des Gebens und nicht des Begehrens. 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