{"id":17629,"date":"2018-10-27T21:31:23","date_gmt":"2018-10-27T19:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/?p=17629"},"modified":"2022-09-12T21:37:48","modified_gmt":"2022-09-12T19:37:48","slug":"die-lehren-von-sanat-kumara-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/philosophie\/die-lehren-von-sanat-kumara-i\/","title":{"rendered":"Die Lehren von Sanat Kumara [I]"},"content":{"rendered":"<h3>Gebot 1:<\/h3>\n<h2>Frage dich selbst: \u201eWer bin ich?\u201d<\/h2>\n<p>Die erste Anweisung des Herrn lautet: \u201eFrage dich selbst: &#8218;Wer bin ich?&#8217;\u201d Normalerweise sind wir nicht, was wir generell zu sein glauben. Je\u00adden Tag, wenn wir morgens aufwachen, sollten wir uns die Frage stellen: \u201eWer bin ich?\u201d<\/p>\n<p>Diesem &#8218;Wer bin ich?&#8216; misst der Herr allergr\u00f6\u00dfte Bedeutung bei. Es ist eine fundamentale Frage, durch die wir unsere Identifikation mit allem verlieren, von dem wir glauben, es zu sein. Wir sind nicht das, was wir zu sein glauben.<\/p>\n<p>Wir sind es gewohnt, uns zu definieren und uns in einer Identit\u00e4t festzusetzen. Meistens iden\u00adti\u00adfizieren wir uns mit einer weltlichen Iden\u00adti\u00adt\u00e4t. Wir erinnern uns nicht, dass wir einfach ein We\u00adsen zwischen den Milliarden und Aber\u00admil\u00adliar\u00adden von Wesen sind und eine sich ver\u00e4ndernde Form und eine T\u00e4tigkeit in dieser Welt haben. &#8218;Ich bin Kumar&#8216; ist nicht so wahr, &#8218;ich bin ein Mann&#8216; ist nicht so wahr, &#8218;ich bin ein Lehrer&#8216; ist nicht so wahr. Ich Bin war nicht Kumar, bevor ich diesen Namen bekam. Ich Bin war kein Mann, bis ich eine maskuline Form entwickelte, Ich Bin ist nicht jederzeit ein Lehrer. Ich Bin ist Ich Bin, und das ist die urspr\u00fcngliche Identit\u00e4t. Dieses Ich Bin hat weder Name noch Form, son\u00addern ein pulsierendes Gewahrsein, das kein un\u00adab\u00adh\u00e4n\u00adgi\u00adges Da\u00adsein hat. Es kommt aus der Exis\u00adtenz hervor, m\u00fcn\u00addet in die Existenz und hat seine Identit\u00e4t als Be\u00adwusst\u00adseinseinheit. Wenn es in die Existenz m\u00fcn\u00addet, l\u00f6st sich auch die Frage auf: \u201eWer bin ich?\u201c<\/p>\n<p>Von jenem Zustand der reinen Existenz gibt es relative und aufeinander folgende Stadien bis hin zum weltlichen Zustand.<\/p>\n<p>Unser Name ist nicht das, was wir sind, weil er nach unserer Geburt gegeben wurde. Die Form ist nicht das, was wir sind. Denn wenn wir die Fotos betrachten, die seit unserer Kind\u00adheit bis jetzt von uns gemacht wurden, sehen wir, dass sie immer eine andere Form von uns zeigen, und die Form wird sich weiterhin ver\u00e4ndern. Wir halten uns nur an jene Fotos, auf denen wir sehr gut aussehen, und wir m\u00f6chten nicht, dass andere Fotos von uns gezeigt wer\u00adden. Aber wir sind nicht diese Form, weil wir in jedem Leben eine andere Form haben. Wir sind nicht das, was wir f\u00fcr unseren Namen halten, wir sind nicht das, was wir f\u00fcr unsere Form halten, und wir sind nicht das, was wir f\u00fcr unsere T\u00e4tigkeit halten. T\u00e4tigkeiten ver\u00e4ndern sich. Unsere Formen ver\u00e4ndern sich fortw\u00e4hrend, nicht nur in Bezug auf die Gr\u00f6\u00dfe, sondern wir wechseln manchmal auch das Geschlecht, um vielf\u00e4ltige Erfahrungen zu machen, die zur Erf\u00fcllung f\u00fchren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch unsere T\u00e4tigkeiten ver\u00e4ndern sich ent\u00adspre\u00adchend dem Bed\u00fcrfnis der Seele, zur Erf\u00fcl\u00adlung zu gelangen. T\u00e4tigkeiten wechseln von ei\u00adnem Leben zum n\u00e4chsten und von Zeit zu Zeit innerhalb eines Lebens. Wir k\u00f6nnen das Ich Bin nicht auf Dauer mit einem Namen, einer Form oder einer T\u00e4tigkeit identifizieren. Wir sind einfach Ich Bin, eine Bewusstseinseinheit, eine Idee, die aus der Existenz hervortritt. Aber selbst das Ich Bin wird nicht als real betrachtet. Die einzige Realit\u00e4t ist die Existenz. Ich Bin ist der sekund\u00e4re Zustand nach jener Existenz. Ich Bin ist ein Gewahrsein der Existenz. In der reinen Existenz gibt es kein Gewahrsein. Es ist in der Existenz aufgegangen. Deshalb f\u00fchrt das Nach\u00adden\u00adken \u00fcber die Frage &#8218;Wer bin ich?&#8216; zur Reali\u00adt\u00e4t der einen Existenz. Alles \u00fcbrige, was auf dieser Wirklichkeit aufgebaut wurde, ist ein \u00dcberbau. Ich Bin ist eine Projektion der Existenz, ein Keim. Die Existenz ist auch da, wenn kein Gewahrsein vorhanden ist. Daher f\u00fchrt uns die Frage zu der einen Realit\u00e4t und offenbart uns die relative Illusion von allem \u00fcbrigen. Die sieben Ebenen sind auf der Grundlage der Existenz erbaut, jedoch haben sie nur eine relative Wirklichkeit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In diesem Rahmen h\u00e4ngen die Leute in ihrem Namen, ihrer Form und ihrer Aktivit\u00e4t fest. Sie sind so hoffnungslos auf diesen Aspekt fixiert, dass sie in der eingeengten Identit\u00e4t steckenbleiben. Damit man sich selbst aus dieser hoffnungslosen Fixierung l\u00f6sen kann, wird die Kontemplation \u00fcber \u201eWer bin ich?\u201c empfohlen. Wenn wir uns nicht zu dieser Kontemplation entschlie\u00dfen k\u00f6nnen, bleiben wir in Definitionen h\u00e4ngen, die nur Umgrenzungen sind. Wir leiden entsprechend der Vielzahl unserer selbst geschaffenen Umgrenzungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ausgewogenheit der m\u00e4nnlichen und weibli\u00adchen Energien<\/h3>\n<p>Je nachdem, welche Erfahrungen ben\u00f6tigt wer\u00adden, inkarnieren Personen in m\u00e4nnlichen oder weib\u00ad\u00adlichen K\u00f6rpern. Die Schriften sagen, dass die See\u00adlen abwechselnd in m\u00e4nnlichen und weib\u00adli\u00adchen K\u00f6rpern Erfahrungen machen, um ihre Un\u00adaus\u00ad\u00adge\u00adwo\u00adgen\u00ad\u00adhei\u00adten in der m\u00e4nnlichen und weiblichen Energie abzurunden. In einem <i>Yog\u00ee<\/i> oder Meis\u00adter sind die m\u00e4nnlichen und weib\u00adli\u00adchen Ener\u00adgien ausgewogen, und daher wird er als androgyn betrachtet. Bis man diesen androgy\u00adnen Zustand erreicht hat, erlebt man in sich die Un\u00adaus\u00adge\u00adwogen\u00adheit der m\u00e4nnlichen und weiblichen Energien.<\/p>\n<p>Jede Person ist mehr oder weniger m\u00e4nnlich bzw. weiblich. Gott ist m\u00e4nnlich-weiblich, und deshalb sind alle Menschen m\u00e4nnlich-weiblich. In jedem Menschen gibt es Geist und Materie, die man auch positive und negative Energie, \u00fcbermittelnde und empfangende Energie sowie erweiternde und zusammenziehende Energie nennt. Wenn wir diese Energien in uns ausgeglichen haben, gewinnen wir die optimale Er\u00adfah\u00adrung. In Wahrheit ist der Mensch, die Seele, weder m\u00e4nnlich noch weiblich. Ist es daher nicht Unwissenheit zu denken: \u201eIch bin eine Frau\u201d oder \u201eIch bin ein Mann\u201d? Die Wahrheit ist: Ich Bin hat sich in einer m\u00e4nnlichen und in einer weiblichen Form verk\u00f6rpert, genauso wie wir in einem Mercedes oder in einem Rolls Royce sitzen k\u00f6nnen. Die Fahrzeuge sind verschieden, aber Ich Bin bleibt dasselbe. M\u00e4nnliche und weibliche K\u00f6rper sind wie Wohnungen, aber sie sind nicht die Bewohner. Der Bewohner ist das eine Ich Bin. Formen wechseln, der Bewohner bleibt derselbe. Deshalb sollten wir uns nicht zu eng mit der Definition von m\u00e4nnlich und weiblich verbinden.<\/p>\n<p>Genauso sind auch die Namen nur gegebene Namen, die sich von einem Leben zum n\u00e4chs\u00adten unterscheiden. Unser Name kommt nicht mit uns in unser n\u00e4chstes Leben, unsere Form kommt nicht mit uns in unser n\u00e4chstes Leben. Daher ist es Unwissenheit, wenn wir eine sehr enge Verbindung zu unserem Namen und unserer Form herstellen. Sich mit dem Namen und der Form zu identifizieren ist \u00e4u\u00dferste Un\u00adwis\u00adsen\u00adheit.<\/p>\n<p>Ich Bin ist m\u00e4nnlich-weiblich, und es pulsiert zentripetal und zentrifugal. Auch in dieser Pulsierung ist die ausdehnende Pulsierung m\u00e4nnlich und die zusammenziehende Pulsie\u00adrung weiblich. Ich Bin kann man folglich als pul\u00adsie\u00adrendes Bewusstsein und als Projektion der Exis\u00adtenz betrachten. Etwas aufgrund von Namen und Formen zu definieren ist Unwissenheit, und sich mit einem Namen und einer Form zu iden\u00adti\u00adfi\u00adzieren ist Illusion. Deshalb ist es hilfreich, sich jeden Tag an das Ich Bin zu erinnern, um sich vom Namen und von der Form zu l\u00f6sen und sich daran zu erinnern, dass man eine proji\u00adzierte Einheit der Existenz ist \u2013 eine Be\u00adwusst\u00adseins\u00adeinheit. Es wird empfohlen, diesen Be\u00adwusst\u00adseins\u00adzustand zu erreichen. Doch man sollte be\u00adden\u00ad\u00adken, dass sogar dieser Zustand nur ein se\u00ad\u00ad\u00adkun\u00ad\u00add\u00e4\u00adres Stadium ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Rollenspiel<\/h3>\n<p>Sobald wir morgens wach werden, sollten wir uns die Frage stellen: \u201eWer bin ich?\u201d Wir sollten uns nicht als Dame des Hauses oder als Hausherrn, nicht durch unseren Namen, unsere Form oder Stellung zu Hause definieren. Dies sind alles Rollen, die wir spielen. Wir spielen die Rollen von Hausfrauen, Brotverdienern usw. Den ganzen Tag \u00fcber spielen wir Rollen. Wir sind Schauspieler, ohne es zu wissen, und wir sind viel bessere Schauspieler als die Filmstars. Der einzige Unterschied ist, ein Filmstar wei\u00df, dass er schauspielert, und wir wissen es nicht. Wir haben uns mit unseren Handlungen und mit unseren Rollen identifiziert. Das ist unser Problem. Deshalb gibt es die dringende Emp\u00adfeh\u00adlung, bei Theaterst\u00fccken mitzumachen und Rollen zu spie\u00adlen. Dann spielen wir einmal die Rolle eines Hel\u00adden, beim n\u00e4chsten Mal eine Nebenrolle, beim dritten Mal spielen wir einen Halunken und beim vierten St\u00fcck einen Witzbold. Welcher von diesen Vier sind wir? Jedes Mal, wenn wir die Rolle von <i>R\u00e2ma<\/i> spie\u00adlen, glauben wir <i>R\u00e2ma<\/i> zu sein! In meiner Kind\u00adheit musste ich in The\u00ada\u00adter\u00adst\u00fccken weibliche Rollen \u00fcbernehmen. Trotz\u00addem habe ich nie geglaubt, ein M\u00e4dchen zu sein, auch dann nicht, wenn ich eines darstel\u00adlen musste. Ich erinnerte mich daran, was Ich Bin, und spielte die M\u00e4d\u00adchen-Rolle. Das hat mir die Au\u00adgen ge\u00f6ffnet, denn es erm\u00f6glichte mir, die Rolle eines Man\u00adnes zu spielen, w\u00e4hrend ich mich an Das Bin Ich erinnerte und nicht daran, dass &#8218;ich ein Mann bin&#8216;. Durch solche Ereignisse im Leben k\u00f6nnen Einweihungen geschehen. Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich erfolgen Einweihungen nicht durch auf\u00adw\u00e4n\u00addige Prozeduren, bei denen der Aspirant mehr in Erwartung lebt als dass er pr\u00e4sent ist. Ein\u00adwei\u00adhungen ereignen sich. Sie k\u00f6nnen nicht geplant werden.<\/p>\n<p>Vom Aufwachen bis zum Einschlafen spielen wir jeden Tag so viele Rollen. Ein Mann, der ein Familienoberhaupt ist, spielt die Rolle eines Oberhaupts (oftmals kopflos, so dass der eigentliche Kopf seine Frau ist). Wenn er seine Frau sieht, spielt er die Rolle des Ehemanns. Wenn er seine Kinder sieht, spielt er die Rolle des Vaters. Wenn er seine Eltern sieht, spielt er die Rolle des Sohns. Wenn er in sein B\u00fcro geht, spielt er die Rolle eines Chefs, eines Kollegen usw. Er wird ein Freund, wenn er seinen Freund sieht. Alle diese T\u00e4tigkeiten entstehen aus einem &#8218;Werden&#8216;. Den ganzen Tag lang befinden wir uns in einem Werde-Prozess und vergessen bei dem ganzen Spiel, dass wir &#8218;Seiende&#8216; sind, dass wir Ich Bin sind. Wir sollten uns erinnern, dass wir &#8218;Seiende&#8216; sind, nicht &#8218;Werdende&#8216;. Werden ist vor\u00fcbergehend, Sein ist dauerhaft. Man ist nicht das Oberhaupt einer Familie, Ehemann, Vater, Sohn, Freund usw. Dies alles sind Rollen, die entsprechend der Zeit, dem Ort und den Personen gespielt werden. Was sind wir, wenn niemand um uns herum ist? Wir sind nicht unser Name, wir sind nicht unsere Form, wir sind nicht unser Geschlecht, wir sind einfach Ich Bin und Bewusstsein, eine Bewusstseinseinheit. Diese Wirklichkeit m\u00fcssen wir im Tagesablauf von Zeit zu Zeit ber\u00fchren. Ansonsten sind wir in der Welt verloren und st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt, unsere Rollen wie Cham\u00e4leons zu wechseln. Ein Cham\u00e4leon ver\u00e4ndert seine Farben entsprechend der Farbe des Baumes, auf dem es sitzt. Solange es nicht im hellen Tageslicht sitzt, kennt es seine Farbe nicht. Das helle Licht des Tages muss zu uns kommen, und dies geschieht, wenn wir uns so regelm\u00e4\u00dfig und rhythmisch wie m\u00f6glich an das Ich Bin erinnern. Dieses Ich Bin defi\u00adniert sich nicht durch einen Namen, eine Form usw. Doch dies ist erst der halbe Weg. Danach muss er weiterverfolgt werden, bis das Ich Bin im Das verschwindet. Aus diesem Grund wird die Erinnerung an Ich Bin als erste Anweisung von Lord <i>Sanat Kum\u00e2ra<\/i> gegeben. Wenn wir je\u00adder\u00adzeit in dieser Erinnerung leben, ist es uns m\u00f6g\u00adlich, im Licht der Seele zu bleiben und als Seele zu arbeiten. Erleuchtete Menschen wirken als Seele, aber nicht als Pers\u00f6nlichkeit, die einen Namen, eine Form und das ganze \u00fcbrige Iden\u00adtit\u00e4ts\u00adgep\u00e4ck mit sich herumtr\u00e4gt. Andere Iden\u00adti\u00adt\u00e4\u00adten sind nur unn\u00f6tiges Gep\u00e4ck. Ich Bin ist der einzige Reisende. &#8218;Weniger Gep\u00e4ck, mehr Be\u00adquemlichkeit&#8216; ist auch ein esoterisches Sprich\u00ad\u00adwort. Es ist nicht nur exoterisch.<\/p>\n<p>Lege alle anderen Identit\u00e4ten ab. Du bist nur berechtigt, Ich Bin zu sp\u00fcren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dummerweise identifizieren sich die Leute mit allem, was sie tun und gehen darin unter. Es gibt Leute, die glauben, sie seien Banker, Ge\u00adsch\u00e4fts\u00adleute, \u00c4rzte, Professoren, Lehrer, Wissen\u00adschaft\u00adler, und dann gibt es noch andere, die mei\u00adnen, sie seien <i>Gurus<\/i> oder Meister. Dies alles ist Unwissenheit. All diese Rollen spielen wir f\u00fcr uns selbst. Jeder ist Ich Bin, einfach Ich Bin. Sogar das Ich Bin ist ein Konzept, das in fort\u00adge\u00adschrittenen Stadien der Erleuchtung verschwin\u00addet. Die Lehrer des <i>Advaita<\/i> sagen: Die erste Illu\u00adsion ist Ich Bin, und alle Identit\u00e4ten, die um das Ich Bin aufgebaut werden, sind noch schlimmere Illusionen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich Bin ist nur eine Projektion des Einen Be\u00adwusst\u00adseins, das alles durchdringt. Es ist das universale Bewusstsein, das sich als individuelles Be\u00adwusst\u00adsein darstellt, genauso wie das Meer eine Welle entstehen l\u00e4sst. Die Welle ist nichts anderes als das Meer. Sie hat keine eigene Identit\u00e4t, sondern sie ist ein Teil des Meeres. Das individuelle Bewusstsein ist nur eine vor\u00ad\u00fcber\u00adgehende Erscheinung, genauso wie eine Welle im ozeanischen Bewusstsein. Die Welle ist nur ein Konzept des Meeres, eine fl\u00fcchtige Projektion des Meeres. Sie taucht auf und verschwindet. Durch ihre Aktivit\u00e4t l\u00e4sst die Welle auch ihren Schaum entstehen, der so gut wie keine Substanz hat. Die Substanz der Welle ist das Meer, aber die Substanz im Schaum ist illu\u00adso\u00adrisch. Die Welle ist das Ich Bin, und andere Identit\u00e4ten, die uns zu schaffen machen, sind wie der Schaum. Vom Standpunkt der ewigen Zeit aus haben sie nur vor\u00fcbergehenden Wert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Es ist einigerma\u00dfen vertretbar, Ich Bin als unsere Identit\u00e4t zu empfinden, aber irgendetwas anderes als Ich Bin wahrzunehmen ist Un\u00adwis\u00adsen\u00adheit. Durch das Leben in falschen Identit\u00e4ten bleiben wir in der Welt h\u00e4ngen und werden weltlich. Wir sollten daran denken, dass wir nicht von der Welt sind. Wir sind in der Welt. Diese Vorstellung ist hilfreich, denn sie erm\u00f6glicht uns, aus unseren falschen Identit\u00e4ten heraus\u00adzukommen. Das Leben in falschen Identit\u00e4ten f\u00fchrt uns zur allm\u00e4hlichen Gefangenschaft in der Welt der Aktivit\u00e4ten. Wenn wir unsere urspr\u00fcngliche Identit\u00e4t bewahren, leiden wir nicht unter dem Einfluss der Welt. Im Gegenteil, wir finden Gefallen daran, in der Welt zu sein.<\/p>\n<p>Jedes Mal, wenn wir in die Welt gehen, dann ist das genauso, als w\u00fcrden wir die B\u00fchne eines Theaters betreten. Wir spielen eine Rolle und wissen sehr wohl, dass wir nur eine Rolle spielen. Wir spielen und verlassen anschlie\u00dfend die B\u00fchne. Wir bleiben nicht l\u00e4nger als vorgesehen, wir sagen nichts, was nicht im Drehbuch steht, wir spielen nicht zu viel und nicht zu wenig. Auf der B\u00fchne m\u00fcssen wir die vorgesehene Hand\u00adlung spielen. Wir m\u00fcssen sprechen, was gesprochen werden soll. Zur rechten Zeit sollten wir die B\u00fchne betreten und auch rechtzeitig abtreten. Ohne diese Regeln gelten wir nicht als gute Schauspieler. Entsprechendes kann auf die Welt \u00fcbertragen werden. Die Welt ist die B\u00fchne, die wir betreten und auf der wir unsere Rolle spielen. Wir sprechen, was wir zu sprechen haben, tun, was wir zu tun haben und verlassen rechtzeitig die B\u00fchne. Nachdem wir unsere Rolle gespielt haben, k\u00f6nnen wir nicht l\u00e4nger auf der B\u00fchne herumh\u00e4ngen, und wir k\u00f6nnen uns auch nicht vorzeitig zur\u00fcckziehen. Das alles wird m\u00f6glich, wenn wir uns erinnern, dass jeder Ich Bin ist, eine Projektion des universalen Be\u00ad\u00adwusst\u00adseins. Wenn wir diese Identifikation verloren haben, h\u00e4ngen wir im weltlichen Theater fest und machen unerw\u00fcnschte Erfahrungen mit dem irdischen Publikum. Ich hoffe, dieser Punkt ist deutlich geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ankommen und Abreisen \u2013 wie wir dies er\u00adfah\u00adren<\/h3>\n<p>Wir k\u00f6nnen einfach fragen: \u201eWer bin ich?\u201d Wenn wir morgens aufwachen, nehmen wir sofort eine Identit\u00e4t an. \u201eWas war ich im Schlaf? Was war im Schlaf da? Wo bin ich hergekommen, und von wo treffe ich jeden Tag ein?\u201c Ganz zu schwei\u00adgen von: \u201eVon wo bin ich in dieses Leben ge\u00adkommen?\u201c Wenn wir wissen, woher wir jeden Tag kommen, dann wissen wir auch, woher wir aus unserem letzten Leben gekommen sind. Das Gleiche gilt f\u00fcr das Einschlafen. Wir sollten versuchen zu erkennen, wohin wir gehen.<\/p>\n<p>Ankunft und Abreise \u2013 in jedem Flughafen gibt es diese zwei Gates. Wir gehen zu &#8218;An\u00adkunft&#8216;, um in Empfang zu nehmen, und wir ge\u00adhen zu &#8218;Abreise&#8216;, um zu verabschieden. Ge\u00adnauso ist es, wenn wir wissen, wohin wir ab\u00adrei\u00adsen. Dann wissen wir, was mit uns nach dem Tod geschieht. Auf \u00e4hnliche Weise k\u00f6nnen wir auch erfahren, woher wir gekommen sind. Die\u00adses Wissen ist wichtig, denn dadurch k\u00f6nnen wir die Mauern zu unserer Vergangenheit und Zu\u00ad\u00adkunft durchbrechen. Solches Wissen gibt uns die Bewusstseinskontinuit\u00e4t von der Vergangen\u00adheit in die Gegenwart und von der Gegenwart in die Zukunft. Die Kontinuit\u00e4t des Bewusstseins f\u00fchrt uns in die ewige Gegenwart, in der sich Zu\u00adkunft und Vergangenheit vereinen. Zukunft und Ver\u00adgangenheit laufen in der Gegenwart, die immer hier und jetzt ist, zusammen. \u201eWer bin ich?\u201d f\u00fchrt uns in die Gegenwart.<\/p>\n<p>So war es auch beim Sch\u00f6pfer. Als er aus der Ewigkeit erwachte, tauchten in ihm die Fragen auf: \u201eWer bin ich? Warum bin ich hier? Was soll ich tun? Wozu bin ich gekommen? Wie bin ich aufgewacht?\u201d Dies alles sind fundamentale Fragen. Wir haben keine Zeit, nach Antworten zu suchen, weil wir so viel zu tun haben, nachdem wir wach geworden sind. Die allmorgendliche Routine ist so umfangreich, dass wir gleich mitten drin sind, und normalerweise laufen wir dem Zeitplan hinterher. Wir werden nicht ein bisschen fr\u00fcher wach. Und selbst wenn wir aufwachen, stehen wir nicht auf. Die Welt fordert uns bereits. Ist es nicht weiser, fr\u00fcher aufzustehen, bevor die Welt kommt, auf der Schwelle steht und anklopft? Alle guten J\u00fcnger stehen des\u00adhalb fr\u00fch auf, um morgens eine Weile nachzu\u00adden\u00adken, zu kontemplieren, ehe sie in die Welt eintauchen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wir sollten die Denkmaschine (den Verstand) nicht gleich nach dem Aufwachen in die Welt wan\u00addern lassen, sondern sie auf die fundamentalen Fragen ausrichten. Wir denken \u00fcber solche Fragen nach und kontemplieren \u00fcber sie. Ge\u00adnauso lassen wir, wenn wir uns am Abend zur\u00fcckziehen, alle weltlichen Identit\u00e4ten los und schlafen nur als Ich Bin ein. Die t\u00e4gliche \u00dcbung des Ankommens und Weggehens von der Welt hilft tats\u00e4chlich, in der Erinnerung an das Ich Bin zu leben. Es ist eine \u00dcbung von unsch\u00e4tzba\u00adrem Wert, die es uns erm\u00f6glicht, uns \u00fcber Wasser zu halten und nicht darin unterzugehen, w\u00e4hrend wir in der Welt t\u00e4tig sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zwei Schritte der J\u00fcngerschaft:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><i>Amaratvam<\/i> und <i>Brahmatvam<\/i>.<\/h3>\n<p>J\u00fcngerschaft ereignet sich in zwei Schritten: der erste ist, unsterblich zu werden und der zweite ist, <i>Brahman<\/i> zu erkennen. \u201e<i>Amaratvam<\/i> und <i>Brah\u00admat\u00advam<\/i>\u201d, sagt Meister <i>CVV<\/i>. <i>Amaratvam<\/i> be\u00addeu\u00adtet &#8218;Unsterblichkeit&#8216;. <i>Brahmatvam<\/i> bedeutet &#8217;sich selbst erkennen&#8216;. Jeder Lehrer f\u00fchrt seine Sch\u00fcler zu diesen beiden Schritten. Dies ist der Weg. Es gibt keinen anderen. Wer die Wahrheit erkennt, vermittelt sie auf diese Weise. Zuerst f\u00fchrt er die Sch\u00fcler zur Bewusstseinskontinuit\u00e4t, die \u00fcber die Dualit\u00e4t von Geburt und Tod hinaus\u00adreicht, und danach zur Quelle des Bewusst\u00adseins, zur reinen Existenz.<\/p>\n<p>Erinnerung an Ich Bin ist der erste und wichtigste Schritt, um die Kontinuit\u00e4t des Bewusst\u00adseins aufzubauen. Das Ich Bin zieht seine Pers\u00f6n\u00adlich\u00adkeit und seinen K\u00f6rper zu sich heran und ent\u00adwickelt seine eigene Beziehung zur famili\u00e4\u00adren, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Welt. Da\u00adbei verschwindet das Ich Bin in der Per\u00ads\u00f6n\u00ad\u00adlich\u00adkeit, die in der Objektivit\u00e4t versinkt. R\u00fcck\u00adbe\u00adsin\u00adnung auf das Ich Bin bedeutet daher, sich aus der Welt der Objektivit\u00e4t und aus der Per\u00ads\u00f6n\u00adlich\u00adkeit mit ihren Gedanken, W\u00fcnschen, Pl\u00e4\u00adnen, Vor\u00adha\u00adben usw. zu sammeln. Dieses erneute Sam\u00admeln wird symbolisch das &#8218;Gewinnen von Butter aus der Milch&#8216; genannt. Ansonsten bleibt die Butter un\u00adl\u00f6s\u00adbar mit der Milch verbunden. Wenn die Milch kr\u00e4ftig durchger\u00fchrt und gequirlt wird, kommt die Butter zum Vorschein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Somit ist J\u00fcngerschaft ein Vorgang, bei dem die eigene Pers\u00f6nlichkeit kr\u00e4ftig durchge\u00adsch\u00fct\u00adtelt wird, um Ich Bin, das Selbst, wie\u00adder\u00adzugewinnen. Nur wenn man als Ich Bin lebt, gilt man als Be\u00adwusstseinseinheit. Solche Be\u00adwusst\u00adseins\u00adein\u00adhei\u00adten werden Bewusstseins\u00ads\u00e4ulen ge\u00adnannt. Nur mit Be\u00adwusstseinss\u00e4ulen kann ein Tem\u00adpel gebaut werden, das bedeutet, g\u00f6ttliche Aktivit\u00e4t kann durch\u00ad\u00adge\u00ad\u00adf\u00fchrt werden. In einem anderen sym\u00adbo\u00adli\u00adschen Ausdruck hei\u00dft es: \u201eNur wenn sich die Butter gebildet hat und gut aufbewahrt wird, kommt <i>Krishna<\/i> unbemerkt herbei, um sie selbst aufzuessen oder sie an seine Mitarbeiter zu verteilen.\u201d Das erste ist ein Freimaurer-Symbol, das zweite ist ein poetischer bzw. poetisch romantischer Ausdruck. Wer f\u00fcr den g\u00f6ttlichen Plan arbeiten m\u00f6chte, muss in der Identifikation mit dem Ich Bin leben und darf nicht in anderen Identit\u00e4ten verweilen. Solange man in anderen Identit\u00e4ten (z. B. Name, Form, Status, Nationalit\u00e4t usw.) lebt, kann man in der g\u00f6ttlichen Arbeit nicht wirklich von Nutzen sein.<\/p>\n<p>Der moderne Mensch ist sehr besch\u00e4ftigt, und der moderne Verstand ist noch viel be\u00adsch\u00e4f\u00adtig\u00adter. St\u00e4ndig ist er auf der Suche nach Pro\u00adgrammen und Vorschl\u00e4gen. Das Denken kann aktiv sein, aber wir sollten es nicht \u00fcberaktiv werden lassen. Das moderne Denken l\u00e4sst sich mit dem mo\u00adder\u00adnen Verkehr auf unseren Stra\u00dfen vergleichen. Unsere Stra\u00dfen haben ein hohes Ver\u00adkehrs\u00adauf\u00adkom\u00admen, und so stellen sie den Zustand unse\u00adres Den\u00adkens dar. Der Stra\u00ad\u00dfen\u00adver\u00adkehr wird immer dichter, und rund um die St\u00e4dte gibt es zahlreiche Ver\u00adkehrs\u00adstaus. Genauso ist auch das Den\u00adken \u00fcberf\u00fcllt und verstopft. Es ist mit vielen Gedanken angef\u00fcllt, mehr als es verkraften kann. In unserer Zeit ist es noch viel notwendiger als fr\u00fcher, sich hinzusetzen und eine Weile dar\u00fcber nachzudenken: \u201eWer bin ich? Was tue ich? Tue ich, was getan werden muss oder mache ich einfach alles und jedes? Was ist das Ziel dieses Lebens?\u201d Setzen wir uns jeden Tag eine Zeitlang hin und stellen wir uns diese Fragen. L\u00f6sen wir uns von der Welt und auch von unserer Pers\u00f6nlichkeit. Wir verbleiben als Ich Bin und \u00fcberblicken unsere Pers\u00f6nlichkeit, unsere Aktivit\u00e4t und unser welt\u00adli\u00adches Engagement. Wer regelm\u00e4\u00dfig seine Ge\u00adbete und Verehrungen durch\u00adf\u00fchrt, ist damit so sehr besch\u00e4ftigt, dass er sich deshalb jene Fragen nicht stellt. Aber es ist not\u00adwen\u00addig, dass wir uns jeden Tag diese wesentli\u00adchen Fragen stellen. Daher beginnt <i>Sanat Ku\u00adm\u00e2ra<\/i> seine Lehren mit dieser grundlegenden Frage: \u201eWer bin ich?\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Eine Geschichte von drei S\u00f6hnen<\/h3>\n<p>Eine Mutter ging mit ihren drei S\u00f6hnen in eine Gro\u00df\u00adstadt. Ihre S\u00f6hne wollten sich die Stadt an\u00ad\u00adse\u00adhen. Die Mutter sagte: \u201ePasst auf! Immer wenn ihr eine Stra\u00dfe \u00fcberquert, achtet auf den Ver\u00adkehr. Kommt am Abend heil und unversehrt zu\u00adr\u00fcck.\u201d Die S\u00f6hne brachen auf. Doch am Abend kehrten sie nicht zur\u00fcck, denn sie waren in einem Krankenhaus gelandet. Sie waren von Au\u00adtos angefahren worden, als sie \u00fcber die Stra\u00dfe gin\u00adgen. Ihre Mutter hatte ihnen gesagt, dass sie auf den Verkehr achten sollten, wenn sie \u00fcber die Stra\u00dfe gingen. Deshalb \u00fcberquerten sie die Stra\u00dfe nur, wenn der Verkehr rege floss. Weil sie nicht verstanden, was die Mutter gesagt hatte, warteten sie auf den Verkehr und gingen dann los. Eigentlich hatte die Mutter gemeint, dass die S\u00f6hne losgehen sollten, wenn die Stra\u00dfe frei ist und dass sie sich vergewissern sollten, ob die Stra\u00dfe frei ist, wenn sie diese \u00fcberqueren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was ist wahre Meditation?<\/h3>\n<p>Die Sch\u00fcler m\u00f6chten meditieren, aber ihre Me\u00addi\u00adtationen enden in einer Katastrophe. Was ma\u00ad\u00adchen die Sch\u00fcler w\u00e4hrend der Meditation? Sie den\u00adken \u00fcber ein Symbol, eine Farbe, einen Klang, eine Land\u00adschaft, eine g\u00f6ttliche Form usw. nach. Dies alles sind Gedanken, und Gedanken sind Fahr\u00adzeuge, die das Verkehrsaufkommen ent\u00adstehen lassen. Die Sch\u00fcler sto\u00dfen gegen diese Ge\u00ad\u00addan\u00adken und k\u00f6nnen nicht \u00fcber sie hinaus\u00adge\u00adlangen. Sie k\u00f6nnen sie nicht \u00fcberqueren. Me\u00addi\u00adta\u00adtion sollte uns in die Lage versetzen, die Ge\u00addan\u00adken\u00adebene zu durchschreiten. Sitzen und Denken ist keine Meditation. Auch an g\u00f6ttliche Dinge zu denken ist keine Meditation, denn Meditation ist ein Zu\u00adstand, in dem es keine Gedanken gibt. Me\u00ad\u00addi\u00adta\u00adtion geschieht, wenn man durch die L\u00fc\u00adcke zwischen zwei Gedanken hindurchgelangt. In der Geschichte wollte die Mutter, dass ihre S\u00f6hne durch die L\u00fccken gehen, die sich im Ver\u00adkehrs\u00ad\u00adfluss ergeben. Auch der Lehrer geht geschickt durch die L\u00fccken auf die andere Seite. Eine L\u00fc\u00adcke zwischen zwei Fahrzeugen, zwischen zwei Gedanken f\u00fchrt uns zu dem Einen Selbst. Einige Meister nennen diese L\u00fccken &#8218;Zwi\u00adschen\u00adst\u00fc\u00adcke&#8216; oder &#8218;Zwischenr\u00e4ume&#8216;. Sie exis\u00adtie\u00adren zwi\u00adschen Einatmung und Ausatmung, zwi\u00adschen Nacht und Tag, Tag und Nacht, Schlaf und Auf\u00adwa\u00adchen, Wach\u00adzu\u00adstand und Schlaf. Symbo\u00adlisch wird gesagt, dass man nur in den Tempel eintreten kann, wenn man zwischen den beiden S\u00e4ulen hindurchgeht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Deshalb dient die t\u00e4gliche Meditation dazu, die Gedanken zu beobachten und durch die L\u00fc\u00adcken zwischen den Gedanken zu schl\u00fcpfen oder die Gedanken so lange zu beobachten, bis alle aufgebraucht sind. Wenn man sehr lange Zeit sitzt, ersch\u00f6pfen sich alle Gedanken, genauso wie irgendwann in den 24 Stunden eines Tages keine Fahrzeuge mehr fahren. Dann kann man die Stra\u00dfe sehen, man kann die L\u00fccke sehen, und man kann die andere Seite sehen. Wenn es kein gedankliches Verkehrsaufkommen gibt, kann man den Weg sehen, auf dem man zur an\u00adde\u00adren Seite gelangt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcbung und Geduld<\/h3>\n<p>Jede \u00dcbung braucht Geduld. Ohne Geduld kann man weder in dieser Welt noch sp\u00e4ter in der anderen Welt etwas erreichen. Geduld ist der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Wer ungeduldig ist, schei\u00adtert. In jedem theologischen System ist To\u00adle\u00adranz das erste Gebot. <i>Ksham\u00e2<\/i> hei\u00dft es in der Mah\u00e2\u00adbh\u00e2\u00ad\u00adrata, und Mose verk\u00fcndet To\u00adle\u00adranz als erstes der Zehn Gebote. Geduld, Tole\u00adranz, Nach\u00adsicht sind Qualit\u00e4ten, die in der Per\u00ads\u00f6n\u00adlich\u00adkeit Tiefe ent\u00adwickeln. Menschliche Misserfolge sind auf das Fehlen dieser Qualit\u00e4ten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Doch wenn man erfolgreich sein will, werden sie in jedem Lebensaspekt gebraucht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch die R\u00fcckbesinnung auf das Ich Bin braucht Geduld. So regelm\u00e4\u00dfig wie m\u00f6glich sollte man sich an das Ich Bin erinnern, das die eigene Pers\u00f6nlichkeit \u00fcberragt. Diese Erinne\u00adrung muss so lange ge\u00fcbt werden, bis man im Ich-Bin-Zustand Stabilit\u00e4t erreicht hat. Erst dann kann man als &#8218;Seiender&#8216; bezeichnet werden. Vor\u00adher ist man ein Wesen, das durch Tun be\u00adgrenzt ist, und man ist im Allgemeinen ein &#8218;Tuen\u00adder&#8216; und kein &#8218;Seiender&#8216;.<\/p>\n<p>Ein &#8218;Seiender&#8216; zu sein, bedeutet, Ich Bin zu sein. Ich Bin ist ein Status des Seins, der in kei\u00adnem Zusammenhang mit der Umgebung, mit der eigenen Natur, der eigenen Gestalt und dem eigenen Namen steht. Es ist &#8218;Sein&#8216; als sta\u00adti\u00adsche Energie. Durch Zeit und Ort stellt man eine Be\u00adzie\u00adhung zu einer Handlung her. Nach\u00addem die Handlung beendet ist, geht man in den Ich-Bin-Bewusstseinszustand zur\u00fcck. F\u00fcr einen Voll\u00aden\u00adde\u00adten ist es nat\u00fcrlich, im Sein zu verbleiben, eine Beziehung zu den umgebenden Ereignissen herzustellen und anschlie\u00dfend zur\u00fcckzukehren, um wieder Zu Sein. Wenn man in seiner Voll\u00aden\u00addung fortgeschritten ist, verbleibt man im Sein, auch w\u00e4hrend man eine Verbindung zur Um\u00adge\u00adbung herstellt und die Handlungen durchf\u00fchrt, die in die Zeit geh\u00f6ren. Man sagt, dass eine solche Person im nat\u00fcrlichen <i>Sam\u00e2dhi<\/i> lebt. Dieser Zustand hei\u00dft <i>Sahaja<\/i> <i>Sam\u00e2dhi<\/i>, und die betreffenden Personen werden <i>Sahaja Yog\u00ees<\/i> genannt. Ihr nat\u00fcrlicher Status ist das Sein.<\/p>\n<p>Es wird erwartet, dass wir in der Meditation das Stadium des Seins erreichen. Okkult nennt man dieses Sein &#8218;den Kopf \u00fcber den Schultern tra\u00adgen&#8216;. Das hei\u00dft, Ich Bin ist der Kopf, die Per\u00ads\u00f6n\u00adlich\u00adkeit ist der ausf\u00fchrende K\u00f6rper und Arbei\u00adter. Wir sollten unseren Kopf immer oberhalb der Schul\u00ad\u00adtern tragen. Er sollte nicht im Ober\u00adk\u00f6r\u00adper stecken bleiben. In diesem Fall w\u00e4re der Mensch nur ein mittelm\u00e4\u00dfiger Denker. Der Kopf sollte auch nicht im Unterk\u00f6rper sein. Dann w\u00e4re man z\u00fcgel\u00adlos und ausschweifend. Die drei mensch\u00adli\u00adchen Stadien werden grafisch wie folgt dargestellt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">1. Ich Bin-Pers\u00f6nlichkeit<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-16926 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK1-249x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK1-249x300.jpg 249w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK1-457x550.jpg 457w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK1-700x843.jpg 700w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK1.jpg 997w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">2 .\u00a0durchschnittlicher Mensch<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-16930\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK2-300x261.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK2-300x261.jpg 300w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK2-633x550.jpg 633w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK2-700x608.jpg 700w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK2.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">3 .\u00a0z\u00fcgellos ausschweifender Mensch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-16933 alignnone aligncenter\" src=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK3-300x261.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK3-300x261.jpg 300w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK3-633x550.jpg 633w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK3-700x608.jpg 700w, https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/20182-DreieckSK3.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p>Jeder von uns muss sehen, wo er steht. Sind wir nur sinnliche Menschen? Sind wir mittelm\u00e4\u00dfige Denker, die an das eigene Wohl denken und daf\u00fcr arbeiten? Sind wir Seelen, die die ei\u00adge\u00adnen Pers\u00f6nlichkeiten leiten?<\/p>\n<p>Fortw\u00e4hrende R\u00fcckbesinnung auf das Ich Bin wird uns dahin f\u00fchren, dass wir Seelen sind, die die Pers\u00f6nlichkeiten leiten. Deshalb empfiehlt <i>Sa\u00adnat Kum\u00e2ra<\/i> allen theistischen Sch\u00fclern, sich da\u00adran zu erinnern: \u201eWer bin ich?\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8230; wird\u00a0<\/em><i>fortgesetzt\u00a0<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Entnommen dem Buch<\/h4>\n<h5>Die Lehren von Sanat Kumara<br \/>\nEdition Kulapati: www.kulapati.de<\/h5>\n<h5 id=\"tw-target-text\" class=\"tw-data-text tw-ta tw-text-medium\" dir=\"ltr\" data-placeholder=\"\u00dcbersetzung\"><span lang=\"de\">\u00a0<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebot 1: Frage dich selbst: \u201eWer bin ich?\u201d Die erste Anweisung des Herrn lautet: \u201eFrage dich selbst: &#8218;Wer bin ich?&#8217;\u201d Normalerweise sind wir nicht, was wir generell zu sein glauben. Je\u00adden Tag, wenn wir morgens aufwachen, sollten wir uns die Frage stellen: \u201eWer bin ich?\u201d Diesem &#8218;Wer bin ich?&#8216; misst der Herr allergr\u00f6\u00dfte Bedeutung bei. 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