{"id":17461,"date":"2018-10-07T11:20:32","date_gmt":"2018-10-07T09:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/allgemein\/organon-%c2%a7268-269\/"},"modified":"2022-09-13T21:54:47","modified_gmt":"2022-09-13T19:54:47","slug":"organon-%c2%a7268-269","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/homoeopathie\/organon-%c2%a7268-269\/","title":{"rendered":"Organon \u00a7268-269"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>\u00a7268\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen, nicht frisch zu erlangenden, ausl\u00e4ndischen Gew\u00e4chse, Rinden, Samen und Wurzeln, wird der vern\u00fcnftige Heilk\u00fcnstler nie in Pulverform auf Treu und Glauben annehmen, sondern sich von ihrer Aechtheit in ihrem rohen, ungep\u00fclverten Zustande vorher \u00fcberzeugen, ehe er die mindeste arzneiliche Anwendung von ihnen macht.<sup>1<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p><em><sup>1<\/sup><\/em><em>Um sie als Pulver zu verwahren, bedarf man einer Vorsicht, die man bisher in Apotheken fast nicht kannte und daher Pulver, von selbst gut getrockneten Thier- und Gew\u00e4chs-Substanzen, in wohlverstopften Gl\u00e4sern nicht unverdorben aufheben konnte. Die auch v\u00f6llig trocknen, ganzen, rohen Gew\u00e4chs-Substanzen, enthalten doch noch immer als unentbehrliche Bedingung des Zusammenhanges ihres Gewebes, einen gewissen Antheil Feuchtigkeit, welcher zwar die ganze, ungep\u00fclverte Drogue nicht hindert, in einem so trocknen Zustande zu verharren, als zu ihrer Unverderblichkeit geh\u00f6rt, f\u00fcr den Zustand des feinen Pulvers aber bei weitem zu viel wird. Die im ganzen Zustande v\u00f6llig trockne Thier- und Gew\u00e4chs-Substanz giebt daher, fein gep\u00fclvert, ein einigerma\u00dfen feuchtes Pulver, welches, ohne in baldige Verderbni\u00df und Verschimmelung \u00fcberzugehen, in verstopften Gl\u00e4sern nicht aufgehoben werden kann, wenn es nicht vorher von dieser \u00fcberfl\u00fcssigen Feuchtigkeit befreit worden war. Die\u00df geschieht am besten, wenn das Pulver auf einer flachen Blechschale mit hohem Rande, die in einem Kessel kochenden Wassers schwimmt (d. i. im Wasserbade), ausgebreitet und so weit mittels Umr\u00fchrens getrocknet wird, da\u00df alle kleinen Theile desselben nicht mehr kl\u00fcmperig zusammenh\u00e4ngen, sondern wie trockner, feiner Sand sich leicht von einander entfernen und leicht verstieben. In diesem trocknen Zustande, lassen sich die feinen Pulver,\u00a0auf immerunverderblich, in wohl verstopften und versiegelten Gl\u00e4sern aufbewahren, in ihrer urspr\u00fcnglichen, vollst\u00e4ndigen Arzneikraft,\u00a0ohne je mietig oder schimmlicht zu werden; am besten, wenn die Gl\u00e4ser vor dem Tageslichte (in verdeckten B\u00fcchsen, Kasten, Schachteln) verwahrt werden. In nicht luftdicht verschlossenen Gef\u00e4\u00dfen und nicht vom Zugange des Sonnen- und Tageslichtes entfernt, verlieren alle Thier- und Gew\u00e4chs-Substanzen mit der Zeit immer mehr und mehr an ihrer Arzneikraft, selbst im ganzen, weit mehr aber noch im Pulverzustande.<\/em><\/p>\n<p>Der Arzt sollte der Reinheit importierter Pflanzen, Kr\u00e4uter, Samen, Wurzeln usw. besondere Aufmerksamkeit widmen. Ein vern\u00fcnftiger Arzt sollte sie niemals in pulverisierter Form akzeptieren. Er sollte sich zuerst ausschlie\u00dflich durch pers\u00f6nliche \u00dcberpr\u00fcfung von der Reinheit der Rohsubstanz \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00a7269\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die hom\u00f6opathische Heilkunst entwickelt zu ihrem besondern Behufe die innern, geistartigen Arzneikr\u00e4fte der rohen Substanzen, mittels einer ihr eigenth\u00fcmlichen, bis zu meiner Zeit unversuchten Behandlung, zu einem, fr\u00fcher unerh\u00f6rten Grade, wodurch sie s\u00e4mmtlich erst recht sehr, ja unerme\u00dflich &#8211; durchdringend wirksam und h\u00fclfreich werden<sup>1<\/sup>, selbst diejenigen\u00a0unter ihnen,\u00a0welche im rohen Zustande nicht die geringste Arzneikraft im menschlichen K\u00f6rpern \u00e4u\u00dfern.<br \/>\nDiese merkw\u00fcrdige Ver\u00e4nderung in den Eigenschaften der Natur-K\u00f6rper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Theile, durch Reiben und Sch\u00fctteln (w\u00e4hrend sie mittels Zwischentritts einer indifferenten Substanz,\u00a0trockner oder fl\u00fcssiger Art,\u00a0von einander getrennt sind) entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend<sup>2<\/sup> in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen (\u00a7. 11.) Kr\u00e4fte, welche vorzugsweise auf das Lebensprinzip, auf das Befinden des thierischen Lebens Einflu\u00df haben<sup>3<\/sup>. Man nennt daher diese Bearbeitung derselben\u00a0Dynamisiren,\u00a0Potenziren\u00a0(Arzneikraft-Entwickelung) und die Produkte davon,\u00a0Dynamisationen<sup>4<\/sup>, oder Potenzen in verschiednen Graden.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><sup>1<\/sup><\/em><em>So ist auch in der Eisen-Stange und dem Stahl-Stabe eine im Innern derselben schlummernde Spur von latenter Magnet-Kraft nicht zu verkennen, indem beide, wenn sie nach ihrer Verfertigung durch Schmieden aufrecht gestanden haben, mit dem untern Ende den Nordpol einer Magnet-Nadel absto\u00dfen und den S\u00fcdpol anziehen, w\u00e4hrend ihr oberes Ende sich an der Magnet-Nadel als S\u00fcdpol erweist. Aber dies ist nur eine\u00a0latente\u00a0Kraft; nicht einmal die feinsten Eisen-Sp\u00e4ne k\u00f6nnen von einem der beiden Enden eines solchen Stabes magnetisch angezogen oder festgehalten werden. Nur erst wenn wir diesen Stahl-Stab\u00a0dynamisiren, ihn mit einer stumpfen Feile stark\u00a0nach Einer Richtung hin\u00a0reiben, wird er zum wahren, th\u00e4tigen, kr\u00e4ftigen Magnete, kann Eisen und Stahl an sich ziehen und selbst einem andern Stahl-Stabe, durch blo\u00dfe Ber\u00fchrung, ja selbst sogar in einiger Entfernung gehalten, magnetische Kraft mittheilen, in desto h\u00f6herem Grade je mehr man ihn so gerieben hatte, und ebenso entwickelt Reiben der Arznei-Substanz und Sch\u00fctteln ihrer Aufl\u00f6sung (Dynamisation,\u00a0Potenzirung) die medicinischen, in ihr verborgen liegenden Kr\u00e4fte und enth\u00fcllt sie mehr und mehr, oder vergeistiget vielmehr die Materie selbst, wenn man so sagen darf.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>2<\/sup><\/em>\u00a0<em>Sie bezieht sich aus diesem Grunde blo\u00df auf die Erh\u00f6hung und st\u00e4rkere Entwickelung ihrer Macht, Ver\u00e4nderungen\u00a0im Befinden\u00a0der Thiere und Menschen hervorzubringen, wenn jene Naturk\u00f6rper in diesem verbesserten Zustande der lebenden, empfindenden Faser ganz nahe gebracht werden, oder dieselbe ber\u00fchren (beim Einnehmen oder Riechen); so wie ein Magnet-Stab, vorz\u00fcglich wenn seine magnetische Kraft verst\u00e4rkt (dynamisirt) worden, in einer, dessen Pol nahe liegenden oder ihn ber\u00fchrenden Stahlnadel, nur magnetische Kraft erzeugt, den Stahl aber in seinen \u00fcbrigen chemischen und physischen Eigenschaften nicht \u00e4ndert, auch keine Ver\u00e4nderung in andern Metallen (z. B. im Messing) hervorbringt; eben so wenig, als die dynamisirten Arzneien auf leblose Dinge irgend eine Wirkung aus\u00fcben.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>3<\/sup>\u00a0Man h\u00f6rt noch t\u00e4glich die hom\u00f6opathischen Arznei-Potenzen\u00a0blo\u00df Verd\u00fcnnungen\u00a0nennen, da sie doch das Gegentheil derselben, d.i. wahre Aufschlie\u00dfung der Natur-Stoffe und zu Tage-F\u00f6rderung und Offenbarung der in ihrem innern Wesen verborgen gelegenen, specifischen Arzneikr\u00e4fte sind, durch Reiben und Sch\u00fctteln bewirkt, wobei ein zu H\u00fclfe genommenes, unarzneiliches Verd\u00fcnnungs-Medium blo\u00df als\u00a0Neben-Bedingung\u00a0hinzutritt. Verd\u00fcnnung allein, z. B. die, der Aufl\u00f6sung eines Grans Kochsalz, wird schier zu blo\u00dfem Wasser; der Gran Kochsalz verschwindet in der Verd\u00fcnnung mit vielem Wasser und wird nie dadurch zur\u00a0Kochsalz-Arznei, die sich doch zur bewundernsw\u00fcrdigsten St\u00e4rke, durch unsere wohlbereiteten Dynamisationen, erh\u00f6het.<\/em><\/p>\n<p><em><sup>4<\/sup><\/em>\u00a0<em>Lange vor dieser meiner Erfindung, waren schon durch die Erfahrung mehrere Ver\u00e4nderungen bekannt geworden, welche in verschiednen Natur-Substanzen durch Reiben hervorgebracht werden; z. B. W\u00e4rme, Hitze, Feuer, Geruchs-Entwickelung in an und f\u00fcr sich geruchlosen K\u00f6rpern, Magnetisirung des Stahls u.s.w. Doch hatten alle diese,\u00a0durch Reiben\u00a0erzeugten Eigenschaften, nur auf das Physische und Leblose Bezug; aber das Natur-Gesetz, nach welchem physiologische und pathogenische, den lebenden Organism in seinem Befinden um\u00e4ndernde Kr\u00e4fte, in der rohen Materie der Arzneimittel, ja selbst in den, sich noch nie als arzneilich erwiesenen Natur-Substanzen, durch Reiben und Sch\u00fctteln erzeugt werden doch unter der Bedingung, da\u00df dies mittels Zwischentritts eines unarzneilichen (indifferenten) Mediums in gewissen Verh\u00e4ltnissen geschehe &#8211; Dieses wunderbare physische, vorz\u00fcglich aber physiologisch-pathogenische Natur-Gesetz, war vor meiner Zeit noch nicht entdeckt worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Was Wunder also, wenn die jetzigen Naturk\u00fcndiger und Aerzte (hiemit noch unbekannt) bisher an die zauberische Heilkraft der, nach hom\u00f6opathischer Lehre bereiteten (dynamisirten) und in so kleiner Gabe angewendete Arzneimittel, bisher nicht glaubten!<\/em><\/p>\n<p>Die hom\u00f6opathische Methode \u00fcberpr\u00fcft die medizinischen Eigenschaften von Rohprodukten auf eine Weise, von der man bisher noch nichts gesehen oder geh\u00f6rt hat. Auch die Zubereitung der Medikamente war zuvor niemandem bekannt. Diese Medikamente bringen ihre inneren medizinischen Kr\u00e4fte in diesem Prozess hervor. Ihre F\u00e4higkeit, Krankheiten zu heilen, wird ebenso gepr\u00fcft. Sogar Rohstoffe, die \u00fcberhaupt keinen Einfluss auf den menschlichen K\u00f6rper haben, sind durch Potenzierung mithilfe dieser Methode in der Lage, tief und jenseits unseres Verstehens in die menschliche Konstitution einzudringen.<\/p>\n<p>Jetzt ist klar, dass wundergleiche Wirkungen des Lebensprinzips, die in diesen Rohsubstanzen schlummern, in der Lage sind, die Gesundheit eines Menschen von Grund auf zu ver\u00e4ndern, und dass sie durch richtige Potenzierung geweckt werden k\u00f6nnen. Die medizinischen Kr\u00e4fte dieser Produkte k\u00f6nnen durch Sch\u00fctteln und Mischen mit Produkten, die keine medizinischen Eigenschaften besitzen, und durch methodisches Aufbewahren erweckt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a7268\u00a0 Die \u00fcbrigen, nicht frisch zu erlangenden, ausl\u00e4ndischen Gew\u00e4chse, Rinden, Samen und Wurzeln, wird der vern\u00fcnftige Heilk\u00fcnstler nie in Pulverform auf Treu und Glauben annehmen, sondern sich von ihrer Aechtheit in ihrem rohen, ungep\u00fclverten Zustande vorher \u00fcberzeugen, ehe er die mindeste arzneiliche Anwendung von ihnen macht.1 1Um sie als Pulver zu verwahren, bedarf man einer Vorsicht, die man bisher in Apotheken fast nicht kannte und daher Pulver, von selbst gut getrockneten Thier- und Gew\u00e4chs-Substanzen, in wohlverstopften Gl\u00e4sern nicht unverdorben aufheben konnte. Die auch v\u00f6llig trocknen, ganzen, rohen Gew\u00e4chs-Substanzen, enthalten doch noch immer als unentbehrliche Bedingung des Zusammenhanges ihres Gewebes, einen gewissen Antheil Feuchtigkeit, welcher zwar die ganze, ungep\u00fclverte Drogue nicht hindert, in einem so trocknen Zustande zu verharren, als zu ihrer Unverderblichkeit geh\u00f6rt, f\u00fcr den Zustand des feinen Pulvers aber bei weitem zu viel wird. Die im ganzen Zustande v\u00f6llig trockne Thier- und Gew\u00e4chs-Substanz giebt daher, fein gep\u00fclvert, ein einigerma\u00dfen feuchtes Pulver, welches, ohne in baldige Verderbni\u00df und Verschimmelung \u00fcberzugehen, in verstopften Gl\u00e4sern nicht aufgehoben werden kann, wenn es nicht vorher von dieser \u00fcberfl\u00fcssigen Feuchtigkeit befreit worden war. Die\u00df geschieht am besten, wenn das Pulver auf einer flachen Blechschale mit hohem Rande, die in einem Kessel kochenden Wassers schwimmt (d. 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Er gr\u00fcndete zahlreiche spirituelle Zentren in Indien und Westeuropa sowie Schulen und mehr als 100 hom\u00f6opathische Behandlungsstellen in Indien, wo die Kranken kostenlos behandelt werden. Dr. E. Krishnamacharya gab viele B\u00fccher auf Englisch und Telugu heraus. Seine Schriften umfassen Veda, die alten Weisheiten, Yoga, Astrologie, Hom\u00f6opathie und spirituelle Praxis. 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Die auch v\u00f6llig trocknen, ganzen, rohen Gew\u00e4chs-Substanzen, enthalten doch noch immer als unentbehrliche Bedingung des Zusammenhanges ihres Gewebes, einen gewissen Antheil Feuchtigkeit, welcher zwar die ganze, ungep\u00fclverte Drogue nicht hindert, in einem so trocknen Zustande zu verharren, als zu ihrer Unverderblichkeit geh\u00f6rt, f\u00fcr den Zustand des feinen Pulvers aber bei weitem zu viel wird. Die im ganzen Zustande v\u00f6llig trockne Thier- und Gew\u00e4chs-Substanz giebt daher, fein gep\u00fclvert, ein einigerma\u00dfen feuchtes Pulver, welches, ohne in baldige Verderbni\u00df und Verschimmelung \u00fcberzugehen, in verstopften Gl\u00e4sern nicht aufgehoben werden kann, wenn es nicht vorher von dieser \u00fcberfl\u00fcssigen Feuchtigkeit befreit worden war. Die\u00df geschieht am besten, wenn das Pulver auf einer flachen Blechschale mit hohem Rande, die in einem Kessel kochenden Wassers schwimmt (d. 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