{"id":14741,"date":"2017-02-19T21:47:48","date_gmt":"2017-02-19T20:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/?p=14741\/"},"modified":"2022-11-08T18:12:48","modified_gmt":"2022-11-08T17:12:48","slug":"okkultes-heilen-cxiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/philosophie\/okkultes-heilen-cxiv\/","title":{"rendered":"Okkultes Heilen CXIV"},"content":{"rendered":"<h3>Geduldiges Ertragen \u2013 das Gesetz<\/h3>\n<p>Im Zusammenhang mit Erkrankungen gibt es eine segensreiche M\u00f6glichkeit, alte Schulden zur\u00fcckzuzahlen, die auch heute noch von weisen Menschen befolgt wird. Es gab einmal einen ayurvedischen Gelehrten, der vielen Menschen umfangreiche Heilung zukommen lie\u00df und vielen Sterbenden wieder zur Gesundheit verhalf. Mehr als 40 Jahre \u00fcbte er seine Heilkunst aus. Er selbst war ein vedischer Gelehrter, der sein Leben als wahrer Arier f\u00fchrte. In seinem siebten Lebensjahrzehnt bekam er eine Gesichtsl\u00e4hmung, so dass er nicht mehr richtig sprechen und sich verst\u00e4ndigen konnte. Trotzdem zog er es vor, sich nicht selbst zu heilen. Er entschied sich, die Krankheit zu ertragen. Seinen begeisterten Anh\u00e4ngern erkl\u00e4rte er, dass er die Krankheit lieber erdulden wollte als sie zu heilen, weil er eine Schuld zur\u00fcckzahlen wollte, die er in seiner Jugendzeit auf sich geladen hatte. Er erz\u00e4hlte, dass er in seinen rigorosen Jugendjahren mit seiner Sprache unverantwortlich umgegangen war und viele Menschen verletzt hatte. Deshalb m\u00fcsse er nun seine Schuld begleichen, damit er seinen K\u00f6rper in Frieden verlassen k\u00f6nne. 16 Jahre lebte er mit seiner Sprachbehinderung. An dem festgesetzten Tag konnte er seinen K\u00f6rper bewusst verlassen, nachdem er gebadet und neue Kleidung angezogen hatte. Er setzte sich in einen Lehnstuhl und wies seine Anh\u00e4nger an, die Veden zu singen. W\u00e4hrend sie sangen, schloss er seine Augen und blieb ganz still. Sein Weggang war so friedlich, dass die singende Gruppe dies erst nach vierzig Minuten bemerkte.<\/p>\n<p>In unserer modernen Welt nehmen die Menschen schon beim geringsten Unwohlsein Medikamente ein. Sie haben die F\u00e4higkeit verloren, Krankheit zu ertragen. Ein Lehrsatz aus alter Zeit lautet: \u201eErtragen ist eine M\u00f6glichkeit der Heilung.\u201c Im Lauf der Zeit wurde dieser Satz entstellt und lautet nun: \u201eWas nicht geheilt werden kann, muss ertragen werden.\u201c Geduldiges Ertragen geh\u00f6rt zu den edlen menschlichen Eigenschaften. Der Geduldige wird von innen her gest\u00e4rkt. Wegen ihres tapferen Durchhaltewillens sollte man Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela nacheifern, ohne sie zu verg\u00f6ttern. Auch in unserer Zeit haben wir Stephen Hawking als ein gro\u00dfes Vorbild f\u00fcr Durchhaltekraft.<\/p>\n<p>Der Vorteil beim Durchhalten und Ertragen ist, dass der K\u00f6rper den erforderlichen Mechanismus entwickelt, um der Krankheit entgegenzutreten, sich ihr zu widersetzen und sie manchmal sogar zu heilen.<\/p>\n<p>Das Einnehmen von Medikamenten schon bei leichtem Unwohlsein gilt als Beispiel f\u00fcr Intoleranz, Ungeduld, Angst und Unruhe, die als psychische Symptome der Krankheit betrachtet werden. Wenn man sie ertr\u00e4gt, entwickelt man aus dem Inneren die notwendige St\u00e4rke. Dieses Potenzial des K\u00f6rpers wird nicht wirklich erkannt. Es gibt zivilisierte Menschen, die um ihr Leben bangen, wenn sie ihre Mahlzeiten nicht bekommen, und es gibt auch Menschen, die nur einmal in der Woche oder einmal im Monat essen. Der K\u00f6rper erh\u00e4lt seine Lebenskraft durch Luft, Wasser und Sonnenlicht. Er hat seinen Mechanismus, um sich selbst zu erhalten \u2013 ein gro\u00dfartiges Geschenk der Natur. Dieses Potenzial unseres K\u00f6rpers wird durch die moderne Art des h\u00e4ufigen Essens und der Einnahme von Medikamenten systematisch vernichtet. Heutzutage werden ebenso viele Medikamente eingenommen wie es Krankheiten gibt. Um die Nebenwirkungen der Medikamente einzud\u00e4mmen, nimmt man sie zusammen mit weiteren Medikamenten ein. Und als dritte Medikamentengruppe nimmt man Vitamine und Mineralstoffe zu sich. Die Anzahl der Medikamente \u00fcbertrifft die Anzahl der Speisen auf unserem Esstisch. Das kann man nicht als weises Verhalten betrachten.<\/p>\n<p>Die Kranken sollten angeleitet werden, so viel wie m\u00f6glich zu ertragen und sogar, wenn n\u00f6tig, zu fasten. Im Ayurveda gibt es das Sprichwort: \u201eFasten ist die beste Medizin (Lankhanam Parama Aushadham).\u201c<\/p>\n<p>Eine solche Einstellung des Ertragens ist wohltuend. Sie bewirkt im Patienten eine konstruktive innere Haltung und l\u00e4sst ein Verantwortungsgef\u00fchl f\u00fcr richtiges Handeln entstehen. Dieses richtige Handeln wird zur vollst\u00e4ndigen Bezahlung der Strafe f\u00fcr falsches Handeln f\u00fchren und daf\u00fcr sorgen, dass Gesundheit durch richtiges Handeln herbeigef\u00fchrt wird. Das Beispiel des ayurvedischen Heilers enth\u00fcllt dieses alte Gesetz. Bis heute ist das Ertragen von Krankheit \u00fcberall dort verbreitet, wo moderne medizinische M\u00f6glichkeiten fehlen. Daraus entstehen zwei Vorteile. Erstens entwickelt der K\u00f6rper einen Selbsterhaltungsmechanismus, zweitens werden ihm nicht zu viele Medikamente verabreicht, so dass dem K\u00f6rper seine normale Gesundheit erhalten bleibt. In all diesen F\u00e4llen erleben die Menschen ihren Tod als ein Weggehen und nicht als einen langandauernden Kampf.<\/p>\n<p>Man sollte das Ertragen als ein Gesetz der Heilung betrachten.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Photo<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@cristina_gottardi\">Cristina Gottardi<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geduldiges Ertragen \u2013 das Gesetz Im Zusammenhang mit Erkrankungen gibt es eine segensreiche M\u00f6glichkeit, alte Schulden zur\u00fcckzuzahlen, die auch heute noch von weisen Menschen befolgt wird. Es gab einmal einen ayurvedischen Gelehrten, der vielen Menschen umfangreiche Heilung zukommen lie\u00df und vielen Sterbenden wieder zur Gesundheit verhalf. Mehr als 40 Jahre \u00fcbte er seine Heilkunst aus. Er selbst war ein vedischer Gelehrter, der sein Leben als wahrer Arier f\u00fchrte. 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