{"id":14115,"date":"2016-11-01T14:26:36","date_gmt":"2016-11-01T13:26:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/allgemein\/rasa-shastra-in-ayurvedic-medicine-xxiv\/"},"modified":"2022-09-12T21:03:34","modified_gmt":"2022-09-12T19:03:34","slug":"rasa-shastra-in-ayurvedic-medicine-xxiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paracelsus-magazin.ch\/de\/ayurveda-medizin\/rasa-shastra-in-ayurvedic-medicine-xxiv\/","title":{"rendered":"Rasa Shastra in der Ayurvedischen Medizin [XXIV]"},"content":{"rendered":"<h2>6 Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Aufgrund kritischer Studien von Saper et al. \u00fcber die Sicherheit ayurvedischer Medikamente, pflanzlicher Arzneimittel sowie auf Metall basierender Pr\u00e4parate (Saper R. e., 2008), (Saper R, e. 2004), (Ernst, 2002) wuchsen im Westen Widerst\u00e4nde, Unsicherheiten und Missverst\u00e4ndnisse im Hinblick auf metallische therapeutische Produkte. Nach Ver\u00f6ffentlichung dieser Studien wurden strenge Kontrollen in Europa und USA in Bezug auf metallische Zusatzstoffe in ayurvedischen Medikamenten und Produkten eingef\u00fchrt. S\u00e4mtliche Medikamente mit metallischen Inhalten oder metallische Nebenprodukte sind im Westen (Deutschland, Schweiz, Gro\u00dfbritannien, USA usw.) verboten. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Produkten, die mit giftigen Schwermetallen belastet sind, und Produkten, die nach den strengen Vorschriften der pharmazeutischen Herstellungsprozesse gem\u00e4\u00df der Ayurvedischen Arzneimittelliste (Pharmacopoeia) hergestellt werden. Die Unsicherheit und \u201eFurcht\u201c im Westen hinsichtlich der Rasa Shastra-Erzeugnisse ist gro\u00df \u2013 so gro\u00df, dass im Ausbildungsprogramm der Ayurvedischen Medizin das Fach \u201eRasa Shastra\u201c gestrichen wurde, obwohl nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Rasa Shastra ein offizieller Teil der Ausbildung in der Ayurvedischen Medizin ist. Gegenw\u00e4rtig gibt es jedoch nicht gen\u00fcgend Studien an Menschen, die die Wirksamkeit und Sicherheit der Rasa-Pr\u00e4parate beweisen.<\/p>\n<p>Diese kritischen Studien \u00fcber ayurvedische Medikamente, die Schwermetalle enthalten und gesundheitliche Sch\u00e4den verursachen, haben zu einer zunehmenden Ablehnung gef\u00fchrt. Viele Menschen im Westen wissen nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer Verunreinigung aufgrund von Schwermetallen oder Pestiziden und einem mit dem n\u00f6tigen Bewusstsein hergestellten Medikament, das Metalle in \u00dcbereinstimmung mit den klassischen Regeln enth\u00e4lt. Ein mit Schwermetallen verunreinigtes Medikament ist sch\u00e4dlich. Entweder ist seine Herstellung unsachgem\u00e4\u00df ausgef\u00fchrt oder es enth\u00e4lt, bedingt durch Umwelteinfl\u00fcsse, mit Schwermetallen belastete Nebenprodukte. Bereits die alten Gelehrten warnten vor solchen Medikamenten. Von Saper et al. wurde dies best\u00e4tigt. Berichte \u00fcber diese Studien und die verborgenen Gefahren ayurvedischer Medikamente gingen rund um die Welt.<\/p>\n<p>Die alten Rasa Shastra -Schriften, wie Rasaratna Samuchchaya, Rasa Hridaya Tantra, Ayurveda Prakasha usw. erw\u00e4hnen, dass ein mangelhaft hergestelltes rasa-Medikament f\u00fcr den K\u00f6rper giftig ist, w\u00e4hrend es \u201eohne Unreinheiten Nektar (amrita) ist\u201c. Diese reinen Wirkstoffe haben einen tats\u00e4chlichen therapeutischen Effekt und k\u00f6nnen f\u00fcr viele ernsthafte chronische Krankheiten eingesetzt werden. Dabei gilt Quecksilber als das Meister- Element von Rasa Shastra, das hoch wirksam ist gegen Krankheit, Verfall und Tod (Ayurveda Prakasha, 1999). Es \u00fcberrascht, dass Quecksilber nicht in Indien gefunden werden kann, aber offensichtlich haben die Inder seinen Nutzen in der Medizin erkannt und wenden Quecksilber gr\u00f6\u00dftm\u00f6glich f\u00fcr medizinische Zwecke an.<\/p>\n<p>Ungereinigtes Quecksilber \u201ebesitzt viele Makel und verursacht zahlreiche St\u00f6rungen im K\u00f6rper. Deshalb sollte Parada (Quecksilber) verschiedenen samskaras (Arbeitsprozessen mit Quecksilber) unterzogen werden (R.R.S., 1998)[1]<\/p>\n<p>Seit dem 8. Jahrhundert existiert Rasa Shastra als systematische Wissenschaft. Seitdem wurden viele pharmazeutische Prozesse auf dem Gebiet ayurvedischer Therapeutika eingef\u00fchrt, wie z. B. shodhana, marana, murchana, patana usw. Die Umwandlung und Teilung von Metallen und Mineralien in so feine, leicht verdauliche und resorbierbare Zust\u00e4nde nahm in der Praxis zu, insbesondere in Bezug auf Quecksilber (Kumar S., 2003). Diese Wissenschaft wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Im Laufe der Zeit sammelte sich eine Menge an Erfahrung an, die Methoden wurden verfeinert und vervollst\u00e4ndigt, und die Therapien wurden entsprechend angepasst.<\/p>\n<p>Die acht Schritte der Reinigung von Quecksilber (astha samskaras von Parada) repr\u00e4sentieren die langen, tiefgr\u00fcndigen und hoch spezialisierten Prozesse, die die gro\u00dfe Anzahl an Unreinheiten oder die nat\u00fcrlichen Makel von Quecksilber beseitigen und ebenso positive, therapeutische und heilende Eigenschaften hervorrufen. W\u00e4hrend der acht Reinigungsprozesse (samskaras) wird Quecksilber verschiedenen Prozessen, wie z. B. dem Kanji-Dampfbad (svedana), mehreren Arten der Trituration (mardana) und der Sublimation und Destillation (patana) ausgesetzt. Bei fast allen Prozessen wird frisch zubereitetes Kanji (fermentiertes Reiswasser) verwendet, und bei jedem Verfahren kommen pflanzliche Materialien, Mineralien und Metalle zum Einsatz. Nach Vervollst\u00e4ndigung aller acht Prozesse ist das Quecksilber klar und \u201evon allen Makeln befreit\u201c (R.R.S., 1998)[2]<\/p>\n<p>Das Quecksilber ist jetzt rein und kann weiter zu einem wirksamen Arzneimittel verarbeitet werden. Entsprechend der Indikation kann es mit den jeweiligen Pflanzen, Mineralien, Metallen usw. kombiniert und somit selektiv in der Therapie angewendet werden.<\/p>\n<p>Die inh\u00e4renten Qualit\u00e4ten von rasausadhis (bio-mineralische Pr\u00e4parate) umfassen eine schnelles Umsetzen, kleinere Dosen, Geschmacklosigkeit, l\u00e4ngere Haltbarkeit und bessere Vertr\u00e4glichkeit (R.S.S., 2003). Aufgrund dieser Vorteile und wegen ihrer zeitlich langen, starken und tiefen Wirkung mit kleinsten Dosen d\u00fcrften rasa-Medikamente oft anderen Arzneimitteln vorgezogen werden und daher auch h\u00e4ufig f\u00fcr eine Reihe von Krankheiten eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Verschiedene Studien an Ratten zeigen, dass fachgerecht hergestellte metallische Medikamente f\u00fcr die innere Einnahme sicher sind und \u00fcberhaupt keine toxischen Wirkungen aufweisen. Pradeep Kumar Prajapati bemerkt in seiner pharmazeutischen \u201aStudy on Makararadhvaja\u2018: \u201eAbschlie\u00dfend kann gesagt werden, dass in therapeutischen Dosen die Arznei (Makaradhvaja, ein Pr\u00e4parat mit Quecksilber, Gold, Schwefel, Mineralien und Pflanzenpulver [S. A.]) f\u00fcr die K\u00f6rpergewebe ungiftig ist und die K\u00f6rpergewebe sogar zu mehr T\u00e4tigkeit anregt\u201c (Prajapati P. K., 1998). Lavekar et al. legt dar: \u201eMahayograj guggulu\u00a0[3] wurde als sicher auf allen getesteten Ebenen der Dosierung befunden. Keine gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen wurden in Bezug auf H\u00e4matologie, Serum Biochemie, Nekropsie und Histopathologie bei therapeutisch bef\u00fcrworteter Dosierung beobachtet. Das Testmedikament kann gut zugelassen werden, da keine Ver\u00e4nderungen von ernsthafter Natur in keinem der beurteilten Parameter beobachtet werden konnten\u201c (Lavekar, 2010). Allerdings basieren diese Pro-rasa-Studien auf Tierversuchen. In Zukunft wird es sehr wichtig sein, mehr klinische Studien \u00fcber dieses Thema durchzuf\u00fchren sowie als n\u00e4chsten Schritt spezielle Forschungen an Menschen.<\/p>\n<p>Mithilfe der Nanotechnologie kann heute nachgewiesen werden, dass die bhasmas, die seit langem im Ayurveda verwendet werden, biologisch erzeugte Nanopartikel sind und sichere Wirkstoffe in der Therapeutik (Sarkar P. K.,2010 a). Diese Arzneien (bhasmas) werden direkt in das Zielgewebe geleitet, wo sie effektiv am Kern der Krankheit wirken. Die Studie von Mohapatra und Jha \u00fcber Svarna makshika bhasma (Eisen, Kupfer, Schwefel, Chalkophyrit), einem Medikament, das bei An\u00e4mie (pandu), Schlaflosigkeit (anidra), Kr\u00e4mpfen (apasmara), schlechter Verdauung (mandagni), Hautkrankheiten (kushtha) usw. eingesetzt wird und ebenso als wirkungsstarkes rasayana-Arzneimittel gilt, wies darauf hin, dass \u201edie Teilchengr\u00f6\u00dfe des Rohmaterials zwischen 6 und8 \u00b5 lag, w\u00e4hrend die der bhasma-Teilchen 1-2 \u00b5 entsprach\u201c. Das Ergebnis der Studie lautet: \u201eDies kann einer der wichtigen Faktoren sein f\u00fcr die Standardisierung der bhasmas. Somit k\u00f6nnen moderne Technologien in der richtigen Kennzeichnung ayurvedischer Arzneiformen und Vereinheitlichung ayurvedischer Medizin hilfreich sein\u201c (Mohapatra S., 2010). Eine weitere Studie wurde durchgef\u00fchrt, um die Wirkung konventionell hergestellter Svarna makshika bhasma (SMB) auf verschiedene bio-chemische Parameter an Versuchsratten auszuwerten, so dass eine wissenschaftliche Datenbank f\u00fcr die logische Anwendung in der klinischen Praxis erstellt werden kann. Die Studie hob am Schluss hervor, dass der Gebrauch von SMB an Versuchstieren keine signifikanten Ver\u00e4nderungen auf den Parametern der Leberfunktion anzeigt. Das weist darauf hin, dass der Gebrauch traditioneller Metall-\/Mineral- bhasmas, selbst bei Langzeit-Verabreichung, sicher ist.<\/p>\n<p>\u201eDaher ist das konventionell hergestellt bhasma eine edle Arzneiform ayurvedischer Behandlung und kann sehr effektiv angewendet werden, vorausgesetzt, es wird entsprechend den Normen der Hersteller und den traditionellen Parametern strenger Qualit\u00e4tskontrollen hergestellt ist (Mohapagtra S., 2011).<\/p>\n<p>Um die m\u00f6gliche Anwendung der rasa- Pr\u00e4parate im Westen zu f\u00f6rdern und auch die Lehre dieser alten Wissenschaft im Westen zu verbreiten\u00a0&#8211; wie dies von der Weltgesundheitsorganisation gefordert wird\u00a0&#8211; sind die folgenden Erfordernisse notwendig:<\/p>\n<ul>\n<li>Strenge Qualit\u00e4tskontrollen m\u00fcssen von der indischen Regierung durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Im Handel d\u00fcrfen nur streng kontrollierte und reine rasa-Produkte erlaubt werden.<\/li>\n<li>Weltweite Studien sollten angelegt werden, um die Wirkung, Sicherheit und Toxizit\u00e4t metallischer und bio-metallischer Pr\u00e4parate der Rasa Shastra-Arzneimittel zu untersuchen.<\/li>\n<li>Die Wirkung der verschiedenen Reinigungsprozesse und -schritte von Metallen auf die Gewebe muss allgemein und im therapeutischen Sinn gepr\u00fcft werden.<\/li>\n<li>Bei zuk\u00fcnftigen Forschungen sollten die Ver\u00e4nderungen, die sich durch die acht Reinigungsprozesse (samskaras) ergeben, chemisch und physikalisch untersucht, verstanden und durch geeignete Forschungsmethoden bewiesen werden. Auf dieser Basis k\u00f6nnen die Normen f\u00fcr eine Laborqualit\u00e4t festgelegt werden. Dies w\u00e4re ein Kernpunkt von gro\u00dfer Wichtigkeit f\u00fcr die Einbeziehung von Rasa Shastra in die Wissenschaft des Westens.<\/li>\n<li>Internationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, \u00c4rzten, Physikern und Chemikern ist erforderlich, um den pharmakologischen Gebrauch von Quecksilber und anderen Metallen und Mineralien (Rasa Shastra) mithilfe moderner Technologien und wissenschaftlicher Forschung zu pr\u00fcfen und zu untersuchen. Beachtung geschenkt werden sollte auch der Geschichte, der aufmerksamen Beobachtung, der Theorien, \u00dcberzeugungen und Erfahrungen der gro\u00dfen alten Gelehrten (Sarkar P. K., 2010 b).<\/li>\n<\/ul>\n<p>M\u00f6gen zuk\u00fcnftige wissenschaftliche Forschungen \u00fcber Rasa Shastra-Pharmaka zum Wohl der Menschheit durchgef\u00fchrt werden mit dem Ziel, Krankheiten und Leiden zu lindern und die Gesundheit der Menschheit f\u00fcr den Rest der Welt zu f\u00f6rdern. Wenn eine gro\u00dfe Bev\u00f6lkerungszahl in Indien aus dieser Wissenschaft Nutzen zieht, dann sollte seine N\u00fctzlichkeit nicht ignoriert werden \u00ad nat\u00fcrlich immer mit der Priorit\u00e4t der Sicherheit f\u00fcr die Patienten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Fu\u00dfnoten<\/h4>\n<h5>[1] Rasa Ratna Samuchchaya, 11\/23<br \/>\n[2] Rasa Ratna Samuchchaya, 11\/41<br \/>\n[3] Rasa Ratna Mahayograj guggulu enth\u00e4lt Quecksilber, Zinn, Silber, Blei, Eisen, mineralische- und Kr\u00e4uterpulver.<\/h5>\n<h4>Referenzen<\/h4>\n<h5>R.R.S. (1998). Rasa Ratna Samuchchaya. <em>1, Chapter 5\/139. <\/em>New Delhi: Meherchand Laxmandas Publications.<br \/>\nR.S.S., R. (2003). <em>Krishna Gopal Bhatt, commented by Dr. Indra Dev Tripathi.<\/em> Chaukhabha Orientalia.<\/h5>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6 Zusammenfassung Aufgrund kritischer Studien von Saper et al. \u00fcber die Sicherheit ayurvedischer Medikamente, pflanzlicher Arzneimittel sowie auf Metall basierender Pr\u00e4parate (Saper R. e., 2008), (Saper R, e. 2004), (Ernst, 2002) wuchsen im Westen Widerst\u00e4nde, Unsicherheiten und Missverst\u00e4ndnisse im Hinblick auf metallische therapeutische Produkte. Nach Ver\u00f6ffentlichung dieser Studien wurden strenge Kontrollen in Europa und USA in Bezug auf metallische Zusatzstoffe in ayurvedischen Medikamenten und Produkten eingef\u00fchrt. 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